Die Farbenpracht ist kaum zu übersehen, wenn man von Trimbach in Richtung Hauenstein fährt: Die Kürbisse des Thalmannhofs sorgen im tristen Grau des Herbsts für einen frohen Farbtupfer. In allen möglichen Farben, Formen und Variationen ist das Melonengewächs auf dem Hof der Familie Thalmann zu finden.

Den Anbau der Kürbisse haben früher Madlen und Theo Thalmann, die Eltern des jetzigen Meisterlandwirts Martin Thalmann, gepflegt. Vor zehn Jahren wurde er selber vom Kürbisfieber gepackt und begann, die Kürbiszucht zu betreiben.

Diese musste er während dieser Zeit jedoch immer wieder anpassen: «Die Bedürfnisse und die Nachfrage haben sich in den letzten zehn Jahren stark verändert, es kommen immer mehr Kürbisse dazu», so der Landwirt.

Immer sehr beliebt sind Zierkürbisse, welche nicht zum Verzehr geeignet sind. Diese werden auf dem Hof in grosser Variation angeboten. Bei den Speisekürbissen liegen jedoch jedes Jahr andere Kürbisse im Trend, woran sich der Betreiber des Hofs anpassen muss.

Vor allem die Halloweenkürbisse werden jedes Jahr beliebter. Das mittelgrosse, leuchtend orangefarbene Trendgewächs verfügt über ein weniger hartes Fleisch als andere Kürbisse und ist somit bestens für Laternenschnitzereien geeignet.

Ein praktischer Zusatz ist die mehrfache Verwendbarkeit. Es handelt sich bei den «Jack O’Lantern» um Speisekürbisse, nach ihrem Einsatz als Laterne können sie also gut in eine Suppe umgewandelt werden. Laut Thalmann sollte man sie jedoch nur für Suppen verwenden, da die Qualität für andere Gerichte nicht ausreichend sei.

Vielfältiges Angebot

Für eine grössere Variation an Speisen hat der Hof aber andere Sorten im Angebot. Insgesamt sechs verschiedene Speisekürbisse gibt es im Hofladen in Trimbach zu kaufen. Sehr beliebt ist der Butternutkürbis. Der birnenförmige Kürbis gilt als sehr schmackhaft. Seine Verwendung ist vielfältig: Von Suppen über Kuchen bis hin zu Konfitüre kann der aromatische Kürbis in fast alles verwandelt werden.

Der Potimarron, im Volksmund auch als Knirps bekannt, ist ebenfalls ein gut verkaufter Kürbis auf dem Hof. Der leuchtend orange-rote Kürbis ist kreiselförmig und besonders für Püree und Suppen geeignet. Ähnlich im Geschmack, aber leichter in der Handhabung ist dank dem weicheren Fleisch der Muscatkürbis.

Von kleinen Kürbissen bis zu Riesenexemplaren ist von dieser Sorte jede Grösse auf dem Thalmannhof zu finden. Mit seiner ausgezeichneten Qualität ist er für alle möglichen Formen der Verarbeitung geeignet und somit bei der Kundschaft sehr beliebt. Ausserdem kann man auf dem Thalmannhof auch Etampskürbisse sowie Lange von Nizza kaufen, welche beide ebenfalls zum Verzehr geeignet sind.

Thalmann zieht die Pflanzen jeweils im März in Töpfen auf. Nach den Eisheiligen werden sie dann im Mai ausgesetzt und – abgesehen vom Halloweenkürbis, der bereits nach 100 Tagen soweit ist – Ende September geerntet. Die Früchte können alle über mehrere Monate gelagert werden.

Rentables Geschäft

Das Kürbisgeschäft lohne sich für den Thalmannhof noch immer, obwohl der Meisterlandwirt nicht sicher ist, wie lange dies noch anhalten wird. «Mittlerweile kann man an jeder Strassenecke Kürbisse kaufen», erklärt er. Auf sein Geschäft habe dies noch keine starken Auswirkungen, es sei aber spürbar.

Ebenfalls spürbar ist eine Veränderung im Konsumverhalten: «Die Konsumenten werden leider immer verwöhnter und kaufen oft die fertig geschnittenen und abgepackten Kürbisse aus dem Supermarkt», sagt er. Auch im Hofladen werden daher in Schnitze vorgeschnittene Kürbisstücke verkauft. Diese seien besonders für Einzelpersonen praktisch, die keinen ganzen Kürbis verarbeiten möchten.

Auch sind sie dank ihrem weichen Fleisch einfach in Würfel zu schneiden und weiter zu verarbeiten. Denn es sei vielen zu anstrengend, einen ganzen Kürbis noch selber zu schneiden und zuzubereiten. Und das, obwohl man dazu laut Thalmann nur den richtigen Kürbis und das korrekte Werkzeug bräuchte.