Gemeindeversammlung
Die in Lostorf geplante Schulhausrenovation kommt an die Urne

An der Lostorfer Gemeindeversammlung wurde entschieden, dass der Souverän bezüglich der 5,775 Millionen Franken teuren Sanierung des Schulhauses am 27. September 2020 das letzte Wort haben wird. Zudem wurde die Totalrevision des Abfallreglements gutgeheissen.

Beat Wyttenbach
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Der Souverän hat an der Urne das letzte Wort über die geplante Sanierung des Schulhauses 1912.

Der Souverän hat an der Urne das letzte Wort über die geplante Sanierung des Schulhauses 1912.

Bruno Kissling

Es waren 40 Stimmberechtigte, die am Mittwochabend zur Rechnungsgemeindeversammlung pro 2019 in der Dreirosenhalle erschienen – alle coronagerecht mit Maske ausgestattet. Haupttraktandum des Abends war nebst der Verwaltungsrechnung der Baukredit über 5,775 Millionen Franken für die Sanierung des Schulhauses 1912.

Wie Gemeinderat Beat Probst, Planer Jan Humbert und Landschaftsarchitekt Markus Bieri erläuterten, muss nicht nur das Schulhaus komplett saniert und erneuert werden – unter anderem werden Fenster, Türen und Böden ersetzt, die Schulküche und das Lehrerzimmer gezügelt, ein Lift eingebaut und in der geräumten Abwartswohnung im zweiten Stock ein zusätzliches Schulzimmer geschaffen; dies nebst neuen Gruppenräumen, einer Aula sowie dem Ersatz der Sanitär- und Elektroinstallationen –, auch der Aussenbereich wird neu gestaltet: Ein kombinierter Pavillon mit Veloständer und Geräteraum, Freizeit- und Pausengestaltungsmöglichkeiten, die Attraktivierung des Grünbereichs sowie der Ausbau des Fusswegs zur Dreirosenhalle sind vorgesehen – nebst der Sanierung der Kanalisation und des Hartplatzbelages.

Mit diesen baulichen Massnahmen soll für die nächsten rund 40 bis 50 Jahre ein moderner, kindergerechter Unterricht sichergestellt werden. Während der rund einjährigen Arbeiten müssen die Schülerinnen und Schüler in Räumlichkeiten in den Schulhäusern 1995 und 2004, in die Dreirosenhalle sowie für Zusatzunterricht in Container beim Sportplatz zügeln. Damit sind die Raumbedürfnisse weitgehend abgedeckt – auch mit zusätzlichen Schul-, Musikschul- und Gruppenräumen. Raumklima und Lärmschutz werden verbessert, und auch die Anforderungen der Procap bezüglich Hindernisfreiheit und Rollstuhlgängigkeit sind – auch zusammen mit der neuen Aussenrampe – erfüllt. Auch die Sicherheit für die Kids wird verbessert.

Die Gebäudesanierung kostet am meisten

Die Kosten setzen sich wie folgt zusammen: Die Vorbereitungsarbeiten wurden mit 451'000 Franken veranschlagt, die Gebäudesanierung mit 3,66 Millionen Franken. Die Betriebseinrichtungen wie IT und Multimedia kosten 180'000 Franken, für die Umgebungsarbeiten sind 850'000 Franken vorgesehen. 423'000 Franken werden für die Baunebenkosten bereitgestellt und 211'000 Franken für den Ersatz des Mobiliars. «Wir können ein reifes und tolles Projekt vorlegen», fasste Probst zusammen, der auch bekannt gab, dass weitere Fragen zum Projekt per E-Mail an 1912@lostorf.ch beantwortet werden.

In der anschliessenden Diskussion wurden die aufgehobenen Parkplätze beim Veloständer moniert, und ein Antrag von Florian Studer auf Rückweisung wegen «unklarer Finanzierung» vereinigte lediglich zwei Ja-Stimmen auf sich. Der Souverän verabschiedete in der Folge das Geschäft mit 37:2 Stimmen zu Handen der Urnenabstimmung vom 27. September. Gleichzeitig stimmte er mit einer Gegenstimme einem Nachtragskredit über 17'400 Franken zu für Mehrkosten betreffend dem entsprechenden Vorprojekt. Dieses hatte sich verteuert, weil die für die kommenden Jahre geplanten Sanierungskosten für das Schulhaus 1912 nachträglich in das Gesamtprojekt integriert wurden, was den ursprünglichen Projektkredit von 98'000 Franken entsprechend verteuerte.

Rechnung 2019 schliesst positiv ab

Wie Gemeinderat Yannic Lüthi und Finanzverwalterin Karin Dettke ausführten, schliesst die Verwaltungsrechnung 2019 positiv ab; dies sei auf Mehrerträge bei den natürlichen und juristischen Personen sowie auf Mehrerträge bei den Grundstückgewinnsteuern zurückzuführen. Der Ertragsüberschuss von 756'189 Franken wird dem Eigenkapital gutgeschrieben; dieses beläuft sich neu auf 2,565 Millionen Franken. Die Spezialfinanzierungen weisen folgendes Bild auf: Die Wasserversorgung kann einen Ertragsüberschuss von 172'779 Franken (Eigenkapital neu: 797'095 Franken) vorweisen, währenddem die Abwasserentsorgung (206'739 Franken, Eigenkapital neu: 4,654 Millionen Franken) und die Abfallbeseitigung (2559 Franken, Eigenkapital neu: 407'542 Franken) Defizite zu verzeichnen haben. Nettoinvestitionen wurden für 405'347 Franken getätigt. Bei einem Cashflow von 695'712 Franken ergibt sich ein Finanzierungsüberschuss von 290'365 Franken und ein Selbstfinanzierungsgrad von 171,63 Prozent. Das Nettovermögen pro Einwohner erhöhte sich auf 712 Franken.

Die Anwesenden hiessen die Verwaltungsrechnung 2019 einstimmig gut; die Nachtragskredite in der Gesamthöhe von 399'623 Franken wurden mit 39:1 Stimmen genehmigt.

Abfallreglement wurde total revidiert

Der Souverän hiess ohne Gegenstimmen die Totalrevision des Abfallreglements gut. Das Reglement aus dem Jahr 2003 weist neu zeitgemässe Ansätze bezüglich ressourcenorientierten Handelns seitens der Gemeinde auf. Bauabfälle und Aushubmaterialien werden gesondert behandelt. Geregelt wird neu das Eruieren von Eigentümern bei illegal deponierten Abfällen. Die Gebühren für Siedlungs- und Grünabfälle müssen kostendeckend sein. Ferner muss neu eine Abfallrechnung sowie eine Abfallstatistik erstellt werden. Kaffeekapseln werden nicht mehr durch die Gemeinde gesammelt. Die Gebührentarife werden jährlich durch den Gemeinderat angepasst.

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