Sie ist schon lange im Business. Seit fast 30 Jahren kümmert sich Sabine Egloff um Katzen, Hunde und sonstige Vierbeiner. Zuerst zehn Jahre in der Nähe von Willisau im Kanton Luzern, dann 14 Jahre in Boningen. Weil der Vermieter in der Untergäuer Gemeinde Eigenbedarf anmeldete, hat die gelernte Tierpflegerin vor einem Jahr in Trimbach eine neue Bleibe gefunden.

Zusammen mit ihrem Ehemann Roger leitet sie die «private Katzenpension und den Hundehort Egloff». «Wir haben im Moment Platz für maximal zehn Katzen und fünf Hunde», erklärt Sabine Egloff am Küchentisch im Wohnzimmer. Mehrere Yorkshire-Terrier, ein Chihuahua und ein Schweizer Schäferhund spazieren umher. Auf dem Sofa im Wohnzimmer liegen kleine Hundekissen, die als Schlafplätze dienen. Damit auch die Terriers mit ihren kleinen Beinen den Weg auf die Couch finden, führt eine Mini-Treppe hinauf.

Die Katzen haben eine grosse Halle im obersten Stock des Hauses für sich. Er ist ausgestattet mit Katzenbäumen, Katzenhängematten und Katzenspielzeug. Auf dem Boden liegen Bälle, Rasseln und Plüschtiere. Ein Steg aus Holzlatten ist entlang den vier Wänden montiert. «Das ist unser Catwalk», sagt Egloff lachend. Zur Halle im obersten Stockwerk kommt ein Einzelzimmer als Aufenthaltsraum hinzu: «Wenn eine Katze mal gestresst ist», erklärt die Tierpflegerin.

Auf Tuchfühlung mit Besuchern

Im Moment sind zwei Katzen in Trimbach in den Ferien. Eine davon ist das getigerte Weibchen Sharon. «Sie wird heute noch abgeholt», sagt Egloff. Die meisten Katzen verweilen eine bis zwei Wochen hier. Aber: «Diesen Sommer hatten wir zwei Langzeitgäste, die über einen Monat hier waren.»

Die Katzenpension nimmt auch Hunde auf. Hier sagen sich also Hund und Katz gute Nacht. Gehalten werden sie aber strikt getrennt. Die Hunde dürfen sich im gesamten Haus aufhalten – mit Ausnahme der besagten Räumlichkeiten für die Katzen. «Die Hunde sind überall da, wo mein Mann und ich auch leben.»

Die Tierpension dient also zugleich auch als Wohnraum für die Betreiber. Zu den fünf Hunden des Paares gesellen sich derzeit zwei Feriengäste dazu. Wenn die Hunde länger bleiben, dann wird vor den Ferien ein Probetag absolviert: «Damit wir wissen, wie sie sich verhalten», so die 50-Jährige. Im Gegensatz zu Katzen werden Hunde auch tageweise aufgenommen. Für Katzen ist dies laut Egloff zu stressig. Während des Gesprächs vergeht kaum eine Minute, in der kein Hund vorbeischaut: Aura, Kira, Suleika und Kompanie gehen auf Tuchfühlung mit den Besuchern.

Baugesuch hängig

Auch ein Garten gehört zum Anwesen des Hauses dazu. Er bietet Auslauf für die Hunde. Einen eineinhalb Meter hohen Zaun säumt den Garten des Mietshauses. Für diesen haben die Egloffs ein Baugesuch eingereicht, das mittlerweile genehmigt wurde. Derzeit ist ein weiteres Baugesuch hängig: Es beinhaltet die Umnutzung des Wohnraums in die Katzenpension. Die Einsprachefrist lief bis zum 25. Oktober.

Beide Baugesuche wurden nachträglich eingegeben, weil «wir nicht wussten, dass wir das machen müssen», so die Tierpflegerin. Die Trimbacher Bauverwaltung habe sie darauf aufmerksam gemacht. Diese wiederum erfuhr durch einen Nachbarn von der Pension. Er beschwerte sich über Lärm. Die kontaktierten Nachbarn winken allerdings ab: «Wir kommen gut miteinander aus. Es gab noch nie Probleme», meint etwa Heiner von Arx, der Wirt vom Café Mohr, das direkt an das Mietshaus der Egloffs angrenzt.

Beim Besuch vor Ort verhalten sich die Tiere meist ruhig und gehorchen den Kommandos der Tierpflegerin. Ob sie denn manchmal nicht auch die Namen der Tiere verwechsle? Sabine Egloff lacht: «Ja, es kann schon mal vorkommen, dass ich den falschen Namen rufe, aber meistens habe ich es im Griff. Mein Mann hat da grössere Mühe.» Die Ämtchen sind im Hause Egloff klar aufgeilt: Sabine kümmert sich um die Katzen und um das Innere des Hauses, Roger nimmt sich dem Garten an. Um die Hunde kümmern sie sich beide.

Derzeit erhält die Katzenpension Egloff, die über eine Bewilligung des kantonalen Veterinäramts verfügt, vor allem Anfragen von Hundebesitzern. «Ich hätte eigentlich lieber mehr Katzen», räumt die 50-Jährige ein. Aus gesundheitlichen Gründen, Roger Egloff erreicht bald das Pensionsalter, haben sie die Pension nach dem Umzug aus Boningen verkleinert. Deshalb nehmen sie nur noch maximal fünf Hunde auf.

Sabine Egloffs Begeisterung für Katzen und Hunde scheint auch nach 30 Jahren im Metier gross zu sein: «Ich bin mit Tieren aufgewachsen und sie haben mich nie enttäuscht.»