«Es herrschte Totenstille unter den Mitarbeitern. Nur eine einzige Frage wurde gestellt», berichtet der Syna-Regionalverantwortliche Zabedin Iseini von der Betriebsversammlung am Donnerstagnachmittag. Und: «Beim Verlassen der Versammlung wurden den Mitarbeitern gleich die Kündigungen ausgehändigt.»

Die Konsternation der Belegschaft ist verständlich: Für das Werk der Glas Trösch AG Automobile in Trimbach haben die Dinge die schlimmstmögliche Wendung genommen. Nur zwei Tage nach dem Ende der 18-tägigen Konsultationsfrist kam das endgültige Aus: «Nach Prüfung der Vorschläge, die von den Mitarbeitenden während der Konsultationsfrist gemacht wurden, hat der Verwaltungsrat die definitive Schliessung des Werks Trimbach beschlossen», teilte Firmensprecher Bruno Gygax mit. Die Vorschläge hätten sich als nicht realisierbar erwiesen. «Wir bedauern das natürlich sehr», so Gygax.

Nur wenige können bleiben

Nach den Angaben des Unternehmenssprechers erhalten 5 der 52 Mitarbeitenden in Trimbach neue Verträge für eine Weiterbeschäftigung an anderen Standorten von Glas Trösch. Den andern 47 Betroffenen wurde die Kündigung ausgesprochen. Ihre Kündigungsfristen betragen zwischen einem und vier Monaten. Der Betrieb im Werk Trimbach wird also bis spätestens Ende Mai vollständig eingestellt.

Für eine Minderheit der Gekündigten besteht noch leise Hoffnung auf eine Weiterbeschäftigung: «Bei 10 Mitarbeitenden des Werks Trimbach ist die Möglichkeit für neue Verträge bei Glas Trösch noch in Abklärung», informiert Bruno Gygax.

Den übrigen Betroffenen werde die Firma bei der Stellensuche helfen. Ein Sozialplan werde nun erarbeitet. Laut Gygax sucht Glas Trösch für die Fabrikliegenschaft im Trimbacher Industriegebiet nahe der Aare einen Käufer.

Interessenten zogen sich zurück

«Die endgültige Schliessung ist eine bittere Pille», sagte Gewerkschafter Iseini auf Anfrage. Dies vor allem deshalb, weil die Belegschaft in den vergangen Wochen mitbekommen habe, dass Glas Trösch doch noch mit möglichen Kaufinteressenten in Kontakt stand. «Das weckte Hoffnung.»

Die Gewerkschaften sehen keine Möglichkeit mehr, Werksschliessung und Kündigungen doch noch abzuwenden. «Ohne den Auftrag und die Unterstützung der Mitarbeiter können wir nichts machen», stellte Zabedin Iseini fest. Die Syna biete ihre Hilfe für die Ausarbeitung des Sozialplans an.

Im Werk Trimbach stellte Glas Trösch Prototypen und Kleinserien von Aussenverglasungen für Automarken der Luxusklasse wie Bugatti, Lamborghini, Porsche oder Rolls Royce her, ausserdem Verglasungen für Spezialfahrzeuge.