Niedergösgen

Die Gemeindeversammlung nimmt die Politik in die Pflicht

Das Dach des Schulhauses 70 in Niedergösgen wird saniert.

Das Dach des Schulhauses 70 in Niedergösgen wird saniert.

Gemeindepräsident Roberto Aletti leitete seine erste Rechnungs-Gemeindeversammlung in Niedergösgen. Ein Nachtragskredit zur Ortsplanungsrevision erhitzte die Gemüter.

53 Stimmberechtigte fanden sich am Dienstagabend in der Aula des Schulhauses in Niedergösgen ein. Bereits das dritte Traktandum hatte es in sich. Es ging um einen Zusatzkredit für die Ortsplanungsrevision. Denn im Verlaufe der Ortsplanungsrevision kam es zu Änderungen, unter anderem auch zu Rücktritten von Kommissionsmitgliedern. Daher ging das Ganze länger und kommt teurer als geplant.

Gemeindepräsident Roberto Aletti präsentierte Zahlen und Fakten zum beantragten Zusatzkredit von 300'000 Franken. Die Gestaltungspläne können zu 60 Prozent den Bauherren weiterverrechnet werden. Nachdem bekannt gegeben wurde, wie sich der Zusatzkredit zusammenstellen sollte, war das Wort offen für die Anwesenden. Hans Belser ergriff das Wort: «Dass der Zusatzkredit erst jetzt beantragt wird, wirft grosse Fragen auf. Zwei Drittel des jetzigen Zusatzkredits sind bereits ausgegeben.» Weitere Niedergösger pflichteten ihm bei: «Aus dem Zusatzkredit sollen entsprechende Lehren gezogen werden.» Nachdem nach Meinung eines Anwesenden Worte verdreht wurden, kochten die Emotionen kurz hoch. Der Gemeindepräsident beruhigte die Gemüter.

Ja mit Auflage

Danach wurde über den Zusatzkredit abgestimmt. Hans Belser stellte den Antrag, den Zusatzkredit mit einer Auflage zu bewilligen. Der Gemeinderat müsse einen Bericht darüber verfassen, was in der Vergangenheit falsch gelaufen sei. Mit dieser Auflage wurde der Kredit mit 43 Ja-Stimmen und sieben Enthaltungen angenommen. Durch die aktuelle Situation, welche in den letzten Jahren in der Gemeinde geschaffen wurde, war die Stimmung entsprechend aufgeladen. Die Bevölkerung zeigte aber auch Verständnis dafür, dass sich neue Personen in die Geschäfte einarbeiten mussten. So kam es in der aktuellen Legislaturperiode zu Wechseln im Gemeinderat inklusive Präsidium.

Positive Rechnung präsentiert

Unter Traktandum vier stand der Antrag auf ein Kreditbegehren von 136'000 Franken für die Flachdachsanierung des Schulhauses 1970. Unter anderem soll die heutige PVC-Folie durch bitumenhaltige Dichtungsbahnen ersetzt werden. Auch der Blitzschutz soll gemäss gesetzlichen Vorschriften erneuert werden. Ebenso ist eine Absturzsicherung mit Führungsseil für Kontrollen und den Unterhalt geplant. Die Budget-Gemeindeversammlung vom 14. Dezember 2018 hatte dem Investitionskredit zugestimmt. Der Gemeinderat beantragte bei der Gemeindeversammlung nun die Kreditfreigabe von 136'000 Franken. Auch dieser Antrag wurde angenommen. Das «neue» Dach soll dann auch länger halten alte, welches die Schule 30 Jahre lang schützte.

Wegen Traktandum fünf wurde die Versammlung im Eigentlichen durchgeführt: Es ging um die Genehmigung der Jahresrechnung 2018. Die präsentierten Zahlen waren erfreulich. Wies das Budget noch einen Aufwandsüberschuss aus, konnte am Dienstagabend ein Ertragsüberschuss von 214'733 Franken präsentiert werden. Die Rechnung 2018 wurde einstimmig angenommen. Zum Schluss der Versammlung wurde von einer Frau im Saal noch folgender Antrag zuhanden der nächsten Gemeindeversammlung gestellt: Die Beschlussfassungen der nächsten Gemeindeversammlung sollen auf der Gemeinde-Website veröffentlicht werden. Um 21.45 Uhr wurde die Versammlung beendet und zu einem Umtrunk eingeladen.

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