Niederamt

Die Frage ist: Zentrale oder dezentrale Wasserfassung?

Wenn es nach dem Kanton Solothurn geht, soll in Gretzenbach oder in Obergösgen eine zentrale Wasserfassung für das gesamte Niederamt gebaut werden.

Wenn es nach dem Kanton Solothurn geht, soll in Gretzenbach oder in Obergösgen eine zentrale Wasserfassung für das gesamte Niederamt gebaut werden.

Die Gemeindepräsidentenkonferenz Niederamt ist gegen eine zentrale Wasserfassung für das Gebiet.

Das Projekt des Kantons, im Niederamt eine zentrale Grosswasserversorgung einrichten zu wollen, war an der Gemeindepräsidentenkonferenz Niederamt (GPN) von Mittwoch Diskussionsthema Nummer eins. Der GPN gehören 16 der total 19 Niederämter Gemeinden an. Vom Kanton vorgesehen ist ein Pumpwerk mit Standort in Gretzenbach oder Obergösgen.

«Die Risiken für einen solchen Koloss wären zu gross», erklärt Kurt Henzmann, der Präsident der GPN, und zeigt diese auch sogleich auf: «Die Idee ist, dass alle Niederämter Gemeinden auf das gleiche Wasserversorgungssystem zugreifen. Wenn da nun etwas passieren würde, wäre die Wasserversorgung für die ganze Region nicht mehr gewährleistet.» Ein weiterer Punkt, wie könnte es auch anders sein, ist die Frage nach den Kosten. Laut dem Präsidenten der GPN, der in Niedergösgen als Gemeindepräsident wirkt, würden sich die Investitionen auf einen zweistelligen Millionenbetrag belaufen. «Jede Gemeinde müsste Leitungen zum neuen Pumpwerk bauen und die eigenen Wasserfassungen stilllegen», führt er aus.

Ausbaupotenzial vorhanden

Aus diesen Gründen wehren sich die Gemeindepräsidenten gegen das Projekt. Es sei ja nicht so, dass jede Gemeinde nur für sich schaue, betont Henzmann: «Es gibt bereits Verbünde, nach denen sich Gemeinden bei Wasserknappheit gegenseitig aushelfen und Wasser einspeisen.» Die Idee der GPN ist nun, diese Zusammenarbeit zu einer regionalen dezentralen Wasserversorgung auszubauen.

Über den Grund des Projekts herrscht laut Henzmann nach wie vor keine Klarheit: «In einzelnen Gemeinden gibt es Probleme mit den Schutzwasserzonen», erklärt er. Dies bedarf einer genaueren Erklärung: Unter dem Niederamt befindet sich ein Grundwassersee. Die Gebiete, wo das Wasser gefördert wird, sind geschützt. «In den letzten Jahrzehnten wurden diese Schutzzonen teilweise überbaut», weiss Henzmann, «was dem Bundesrecht nicht entspricht.» Dies müsse Hauptmotivation für den Kanton sein, meint Henzmann, der auch dafür eine Lösung bereit hält: «In solchen Fällen würde ein neues Pumpwerk an einem Standort erstellt, welcher auch dem Bundesrecht entsprechen würde.»

In den nächsten Wochen will das Solothurner Amt für Umwelt das Gespräch mit den Niederämter Gemeinden suchen und Lösungen ausarbeiten. Kurt Henzmann ist zuversichtlich: «So wie es jetzt im Moment aussieht, wird das Amt für Umwelt einlenken und einsehen, dass unsere Variante die sinnvollere ist.»

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