«Was die Rohrer schon lange wissen, ist nun auch offiziell vom Kanton bestätigt: In Sachen Luftbelastung weist das Gemeinde-Gebiet praktisch überall Top-Werte auf im Kantonsvergleich.» Diese Aussage liest, wer dieser Tag die Homepage von Rohr besucht.

Seit 6. April ist das interaktive Kartenmaterial, welches die Stickstoffdioxid- und Feinstaubbelastung im Kanton aufzeigt, auf der Homepage des Kantons aufgeschaltet. Dort ist erkennbar, wie sich die Luftsituation in Zukunft verändern soll.

Was sofort auffällt: Es wird besser. Dies bestätigt Markus Chastonay vom kantonalen Amt für Umwelt. Die Modellrechnung für das Jahr 2020, welche auf dem Zahlenmaterial der ständigen Messstationen und weiteren temporären beruhen, zeigt eine deutliche Abnahme der Feinstaub- und Stickstoffdioxidbelastung.

Höchstbelastung entlang Strassen

Und tatsächlich zeigt sich auf der Karte, dass die Rohrer nicht ganz unrecht haben. Die dunkelgrünen und dunkelblauen Flecken entlang der Juraketten beweisen, dass die Luftqualität, zumindest in den untersuchten Kategorien, tatsächlich Spitzenwerte erreicht.

Am höchsten ist die Belastung entlang der Strassen. So zeigt sich etwa an der Strasse Olten–Aarau und in Walterswil an der Autobahn eine Konzentration von beiden Schadstoffen. Was die Karten aber auch aufzeigen: Der Grenzwert wird im Jahresmittel nicht überschritten. Das heisst, selbst an den viel befahrenen Strecken in den Agglomerationen ist die Belastung mehrheitlich gering bis mässig.

Die Schadstoffbelastung im Niederamt. Blau: gering, grün: mässig, gelb: deutlich, orange: erheblich, rot: hoch, pink: sehr hoch. Eine dunklere Färbung bezeichnet jeweils eine tiefere Belastung als bei der Grundfarbe.

Die Schadstoffbelastung im Niederamt. Blau: gering, grün: mässig, gelb: deutlich, orange: erheblich, rot: hoch, pink: sehr hoch. Eine dunklere Färbung bezeichnet jeweils eine tiefere Belastung als bei der Grundfarbe.

Die Schadstoffbelastung im Niederamt. Blau: gering, grün: mässig, gelb: deutlich, orange: erheblich, rot: hoch, pink: sehr hoch. Eine dunklere Färbung bezeichnet jeweils eine tiefere Belastung als bei der Grundfarbe.

Die Schadstoffbelastung im Niederamt. Blau: gering, grün: mässig, gelb: deutlich, orange: erheblich, rot: hoch, pink: sehr hoch. Eine dunklere Färbung bezeichnet jeweils eine tiefere Belastung als bei der Grundfarbe.

Doch warum geht der Kanton davon aus, dass die Belastung bis 2020 weiter abnehmen wird, auch wenn das Verkehrsaufkommen weiter wachsen dürfte? «Die Fahrzeuge werden in Zukunft weniger Schadstoffe ausstossen», sagt Chastonay.

Auch habe die Grundbelastung in den letzten Jahren kontinuierlich abgenommen. Und durch die technologische Entwicklung werden auch die Spitzenwerte etwa entlang der Strassenzüge abnehmen. Stickstoffdioxid wird durch allerlei Verbrennungsprozesse freigesetzt.

Noch weit vielfältiger ist die Herkunft des Feinstaubs. Dieser kann aus ganz unterschiedlichen Prozessen heraus entstehen, etwa auch beim Heizen mit Holz. Und auch etwa beim Kiesabbau wird Feinstaub erzeugt. Die Messwerte gelten für eine Höhe von zirka zwei Metern. «Also ungefähr dort, wo sich die Menschen tagtäglich bewegen.»

In den Karten nicht dargestellt wird die Belastung mit Ozon. Denn eine Modellrechnung sei sehr schwierig anzustellen, wie Chastonay erläutert. Die Ozonbelastung erfahre starke Schwankungen im Tages- und Jahresverlauf. Doch zeigten Messungen, dass gerade an den Jurahängen entlang die Belastung mit Ozon deutlich höher sei als in den tieferen Lagen. Hier ist also auch die Luft in Rohr nicht gefeit vor unliebsamer Verschmutzung.