Starrkirch-Wil
Die Anwohner sollen die Strassen-Rowdys selbst rügen

Der Gemeinderat will an der Hardstrasse keine neue Tempo-20- oder -30-Zone. Die Anwohner sollen die Rowdys selbst rügen.

Beat Gradwohl
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So wie hier in der Oltner Schützi solls an der Hardfeldstrasse in Starrkirch-Wil nicht aussehen, der Gemeinderat möchte keine zusätzliche Verkehrsberuhigung.

So wie hier in der Oltner Schützi solls an der Hardfeldstrasse in Starrkirch-Wil nicht aussehen, der Gemeinderat möchte keine zusätzliche Verkehrsberuhigung.

Bruno Kissling

Per 1. Januar 2016 haben sich im Gemeinderat sowie in Kommissionen verschiedene personelle Änderungen ergeben. Ausserdem hat Gemeindepräsident Daniel Thommen erklärt, bei den Wiederwahlen im 2017 nicht mehr anzutreten (siehe OT vom 15. Januar).

Die Demission von Gemeinderätin Bernadette Rickenbacher (CVP) per 31. Dezember 2015 ist vom Gemeinderat zur Kenntnis genommen und genehmigt worden. Die Demission gilt auch für die Gemeinderatskommission und die weiteren von Bernadette Rickenbacher ausgeübten Ämter für die Gemeinde (siehe OT vom 12. Dezember 2015). An ihre Stelle im Gemeinderat tritt per 1. Januar Bruno Gervasi (CVP).

Er wurde ausserdem vom Gemeinderat auch als drittes Mitglied der Gemeinderatskommission, für den Rest der Amtsperiode 2013—2017, gewählt. Als Folge davon wurde die Demission von Bruno Gervasi als Mitglied der Finanz- und Rechnungsprüfungskommission per 31. Dezember 2015 zur Kenntnis genommen und genehmigt. Nach der Wahl zum Gemeinderat war die Kommissionstätigkeit mit dem Gemeinderatsmandat nicht vereinbar.

Als neues Mitglied der Finanz- und Rechnungsprüfungskommission ab 1. Januar wurde Thomas Stark (CVP) nominiert und in stiller Wahl als gewählt erklärt. Frau Simona Siegenthaler ist per 1. Dezember 2015 als neues Mitglied der Bau- und Werkkommission für den Rest der Amtsperiode 2013—2017 gewählt worden.

Refinanzierung Darlehen

Für die restliche Refinanzierung der im Dezember 2015 ausgelaufenen Darlehen (1.2 Millionen Franken) und zur Verbesserung der Liquidität (0.8 Millionen Franken) hat der Gemeinderat beschlossen, per 11. Dezember 2015 Fremdkapital im Umfang von 1 Million Franken bei der Baloise Bank SoBa zu beschaffen. Dieses Fremdkapital wurde auf 5 Jahre fest zu einem Zinssatz von 0,66 Prozent abgeschlossen.

Ausserdem wurde anfangs Januar 2016 die zweite und letzte Refinanzierungstranche von 1 Million Franken bei der Postfinance abgeschlossen. Das Darlehen wurde auf 7 Jahre abgeschlossen, der Zinssatz beträgt 0,40 Prozent. Die Gemeinde besitzt somit nun Fremdkapitaldarlehen im Gesamtumfang von 6 Mio. Franken, zu einem durchschnittlichen Zinssatz von 0,44 Prozent.

Keine neue Tempo-30-Zone

Der Rat beriet weiter über einige Verkehrsangelegenheiten. So sieht er vor, im Bereich der Kreuzung Mattenstrasse/Sonnmattweg eine zusätzliche Signalisation (Richtungswegweiser) zu erstellen, um unerwünschten Falschverkehr am Sonnmattweg (Einbahnstrasse) zu verhindern.

Der Gemeinderat hat ausserdem eine Anfrage eines Anwohners der Hardstrasse für eine Tempo-20- oder Tempo-30-Zone im hinteren Teil der Hardstrasse abschlägig beantwortet. Vor einigen Jahren wurde im Bereich der Einfahrt in den hinteren Teil der Hardstrasse eine Temporeduktionsmassnahme (Insel) realisiert, welche das zügige Einfahren in den hinteren Teil der Hardstrasse verhindern soll.

Diese Massnahme hat sich grundsätzlich bewährt. Zudem muss festgestellt werden, dass zu schnelles Fahren meistens «hausgemacht» ist, das heisst von Bewohnern des betroffenen Quartiers selber verursacht werden. In diesem Sinne können respektive sollen die betreffenden Autofahrer von den Bewohnern direkt über ihr Verhalten angesprochen werden.

Aus dem Rat

Der Gemeinderat hat eine Stellungnahme zum Regionalen Wasserversorgungsplan Olten Gösgen abgegeben. Dieser Regionale Wasserversorgungsplan sieht insbesondere auch eine neue Verbindungsleitung vom Reservoir Lehmgrube (Dulliken) zum Reservoir Steinbruch (Starrkirch-Wil) vor.

Ab dem Reservoir Steinbruch soll dann zu einem späteren Zeitpunkt auch die obere Zone Dulliken mit Trinkwasser versorgt werden. Überregional ist eine Verbindungsleitung von Däniken bis Olten sowie von Schönenwerd bis Aarau geplant. Damit würde ein regionaler Wasserverbund von Aarau bis Hägendorf entstehen.

Der Gemeinderat hat festgehalten, dass der im Jahre 2012 erteilte Auftrag für die altlasten-rechtliche Voruntersuchung der alten Kehrichtdeponie Einschlag bis heute nicht ausgeführt worden ist. Er hat deshalb dem beauftragten Büro den entsprechenden Auftrag entzogen und den Auftrag neu an die Firma BSB+Partner, Oensingen, vergeben.

Der Gemeinderat hat auf Antrag der Bau- und Werkkommission und nach durchgeführter Submission die Arbeiten für die Erneuerung der unteren Schulstrasse, 1. und 2. Etappe, beschlossen. Die Baumeisterarbeiten wurden die Firma Vanoli AG, Zofingen, vergeben, und die Rohrverlegearbeiten an die Firma Gebr. Meier AG, Olten.

Die Beiträge 2015 an Entwicklungshilfeprojekte wurden wie folgt beschlossen: 1000 Franken gehen an den Verein Liberdade, Wangen bei Olten, für ein Schulhaus-Neubauprojekt im Armenviertel «Citio dos Macacos» in Recife (Brasilien), und 1000 Franken gehen an das Projekt Pro Mestia Georgien.

Wie die Gemeinde im Jahr 2035 aussehen soll

Rund 80 Einwohnerinnen und Einwohner fanden sich am vergangenen Wochenende in der Dorfhalle Jurablick ein, um unter der Leitung von Selina Bleuel und Thomas Ledermann vom Büro BSB+Partner, Oensingen, über die Zukunft von Starrkirch-Wil zu diskutieren.


Zwei Halbtage Arbeit
Am Freitagabend begrüsste Gemeindepräsident Daniel Thommen zu dieser Zukunftskonferenz und zeigte zur Einstimmung eine kurze Fotoschau über die räumliche Entwicklung der Gemeinde Starrkirch-Wil von 1930 bis heute.

Anschliessend beschäftigten sich die Anwesenden in Gruppenarbeiten mit der Dorfentwicklung und machten sich Gedanken zu Fragen wie «Worauf sind wir stolz?», «Was bedauern wir?» oder «Wo soll Starrkirch-Wil hinsteuern?».

Die Tagungsteilnehmer beschäftigten sich aber nicht nur mit der Vergangenheit oder der Gegenwart, sondern entwickelten auch Gedanken zur Zukunft der Gemeinde.

Jeweils zum Ende eines Arbeitsblockes wurden die Gruppenresultate im Plenum kurz vorgestellt, und darauf aufbauend wurde der nachfolgende Themenblock in Angriff genommen.

Entwicklungsvisionen
Am Samstagmorgen galt es dann, mögliche Visionen zur Gemeinde Starrkirch-Wil zu skizzieren. Wie soll Starrkirch-Wil im Jahre 2035 aussehen? Aus diesen Visionen wurden die wichtigsten Themen für Starrkirch-Wil 2035 herausgeschält und schliesslich wurden konkrete Massnahmen erarbeitet, wie diese Ziele realisiert werden können.

In einem abschliessenden Rundgang wurden die festgelegten Handlungsfelder und die dazugehörenden Massnahmen vorgestellt. Selina Bleuel ihrerseits skizzierte zum Schluss das weitere Vorgehen. Bis zum 19. Februar können noch zusätzliche Eingaben an die Gemeindeverwaltung eingereicht werden.

Leitsätze und Massnahmen
Die Resultate der Zukunftskonferenz werden dann in Form von Leitsätzen und Massnahmen in das räumliche Leitbild einfliessen. Dieses wird der interessierten Bevölkerung an einer Ergebniskonferenz im Herbst 2016 präsentiert und an der Dezember-Gemeindeversammlung verabschiedet.

Damit wird es für den Gemeinderat behördenverbindlich, das heisst, es muss im Rahmen der laufenden Ortsplanungsrevision entsprechend berücksichtigt werden.

Angeregte Diskussionen
Ein sichtlich zufriedener Gemeindepräsident Daniel Thommen konnte am Samstagmittag die Zukunftskonferenz schliessen. Er dankte allen Anwesenden für die initiative Teilnahme sowie die angeregt geführten Diskussionen.

An diesen zwei Halbtagen wurde viel diskutiert und gearbeitet, aber es bot sich auch die Gelegenheit des gegenseitigen Kennenlernens. (gr)

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