Trimbach
Die Aare ist nicht Hauptschuldige an den Belagsschäden

Die Trottoirs am Amthausquai in Trimbach sind rissig. Laut dem Amt für Umwelt liegt die Ursache für die Belagsschäden bei der Verkehrsbelastung und nicht bei Absenkung der Böschung zur Aare hin.

Gabriela Strähl
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An mehreren Stellen weist die Industriestrasse zwischen Trimbacherbrücke und Leinfeldstrasse Schäden auf.

An mehreren Stellen weist die Industriestrasse zwischen Trimbacherbrücke und Leinfeldstrasse Schäden auf.

Bruno Kissling

An der Gemeindeversammlung äusserte sich ein Einwohner zu den Trottoirs am Amthausquai zwischen der Trimbacherbrücke und der Leinfeldstrasse. Der Belag sei rissig und somit gefährlich, argumentierte er und wollte wissen, welches Vorgehen hier zukünftig geplant sei. Bauverwalter Pius Schenker verwies auf ein Gespräch mit dem kantonalen Amt für Umwelt, wonach der Kanton Massnahmen im Bereich des Ufers plane.

Doch wie viel nützen solche Massnahmen bezüglich des Belags? Laut Ulrich Harder vom Amt für Umwelt müssen eine Absenkung der Böschung und darauffolgende Risse im Belag nicht unbedingt mit der Ufersicherung zusammenhängen.

Zu den Möglichkeiten der Ufersicherung gehören etwa Steine, die vor Erosion schützen. Bleibt die Ufersicherung zu lange links liegen, kann es zu erheblichem Absenken und Abrutschen kommen. Laut Harder, der zurzeit nötige Massnahmen am Ufer in Trimbach, Winznau und Olten prüft, ist dies hier nicht der Fall: «Diese Belagsschäden stammen eher von der Verkehrsbelastung durch Lastwagen als durch Mängel im direkten Uferbereich.»

Geld fehlt für Massnahmen

Als mögliche Szenarien für die Industriestrasse sieht Harder entweder eine Belagssanierung oder eine Verschmälerung der Strasse zugunsten eines breiteren Grünstreifens. Mit beidem rechnet er allerdings nicht in naher Zukunft. Hier schliesst sich der Bauverwalter Pius Schenker an, nach dem die Sanierung der Belagsschäden noch nicht dringend seien. «In Anbetracht unserer finanziellen Situation muss das wahrscheinlich noch warten. Zudem gibt es andere Projekte, die zuerst anstehen.»

Auch Harder sieht noch keine Dringlichkeit: «Die Belagsschäden zeichnen sich schon länger ab, ebenfalls die Bewegung der Böschung.» Es sei durchaus ein Problem, dass die Ufersicherung teilweise Sanierungsbedarf aufweist. Die Beforstung, ein weiteres Element, das Erosion verhindern kann, sei aber soweit gut. «Das Hauptproblem liegt aber klar bei der Verkehrsbelastung und dem beträchtlichen Alter von über vierzig Jahren der Strasse», so Harder. Diese zu sanieren, sei aber nicht Sache des Kantons.

Grössere Ufersanierung geplant

Allerdings mache es keinen Sinn, Sanierung von Belägen und Uferunterhalt durchzuführen, ohne sich zwischen Kanton und Gemeinden abzusprechen. Als Verantwortlicher unter anderem für den Unterhalt von Flussufern ist Harder laufend mit solchen Projekten beschäftigt.

Das Aareufer zwischen Trimbacher- und Winznauerbrücke weist unterschiedlichen Sanierungsbedarf auf: Während Winznau kaum von sichtbaren Schäden betroffen ist, sind in Olten zwei längere Abschnitte sanierungsbedürftig. In Trimbach erfordern acht Uferstellen Harders Aufmerksamkeit. «Gerade im Bereich Ökologie gibt es Potenzial und auch Bedarf.» Beispielsweise ist Aufforstung hilfreich für Fische, da diese von Totholz profitieren. Auch ein naturnaher Uferverlauf sei ökologisch sinnvoller als die jetzige Ausgangslage.

Die ersten Gespräche mit den betroffenen Gemeinden liefen in den letzten Wochen. «Es ist erfreulich, dass sich alle drei Gemeinden soweit positiv geäussert haben, obwohl keine der Gemeinden über grosse finanzielle Mittel verfügt», so Harder. In der nächsten Zeit gilt es für ihn, konkreter zu werden: mit den genauen Massnahmen sowie mit den Kosten. Das Ufer am Abschnitt zwischen Trimbacher- und Winznauerbrücke soll in den nächsten vier Jahren saniert werden, in den ersten Schätzungen geht er von Kosten um 460 000 Franken aus.