Wöschnau
Des Eppenbergtunnels kleiner Bruder

Neben dem grossen Tunnel gibt es auch den kleinen «Wöschnautunnel»: Eine Spur der Stammlinie muss die Neubaustrecke unterqueren. Die erste von drei Bauetappen für den Einspurtunnel hat jetzt begonnen. Fertig gestellt wird er voraussichtlich im Jahr 2019.

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Portalbereich Ost und Installationsplatz SchönenwerdWöschnau (Gebäude von links): Büros der Unternehmer; Kantine (einstöckig); Lagerräume und Umkleidekabinen (Container); Förderband für Ausbruchmater
13 Bilder
Die Baustelle am Ostportal des Eppenbergtunnels
Die ersten Meter: Benjamin Karli vor dem Portal Ost des bergmännischen Tunnels.
Ostportal
Notausstieg Aarauerstrasse: Auch hier sind die ersten Meter ausgebrochen
Neben dem grossen Eppenbergtunnel gibt es auch den kleinen «Wöschnautunnel»
Übersichtsplan zum Eppenbergtunnel
Eine neue Schotterreinigungsmaschine der Firma Sersa ist im Aarauer/Wöschnauer Schachen im Einsatz.
Der renaturierte Gretzenbach mit neuem Unterlauf
Baustelle in Gretzenbach
Die Brücke über die Güterstrasse in Gretzenbach wird verbreitert
Im Bahnhof Däniken wird ein neues Perron gebaut

Portalbereich Ost und Installationsplatz SchönenwerdWöschnau (Gebäude von links): Büros der Unternehmer; Kantine (einstöckig); Lagerräume und Umkleidekabinen (Container); Förderband für Ausbruchmater

Remo Fröhlicher

Von Aarau her führen künftig vier Bahngleise Richtung Westen: Die zwei mittleren davon dienen vor allem dem schnellen Fernverkehr und werden als «Neubaustrecke Eppenberg» (NSE) bei der Verzweigung Wöschnau in den Eppenbergtunnel geführt, während die beiden äusseren Gleise künftig die langsamere Stammlinie durch den Bahnhof Schönenwerd bilden. Das südliche, also näher beim Hang gelegene Stammgleis muss in der Wöschnau die zwei neuen Gleise unterqueren.

Dieser Unterquerung dient der Einspurtunnel Wöschnau. Das ganze Bauwerk ist 1'160 Meter lang und besteht aus drei Teilen: Von Aarau her wird das Gleis zuerst in einer 170 Meter langen Rampe abgesenkt, unterquert dann auf 490 Metern Länge überdeckt die zwei Gleise der Neubaustrecke und erreicht über eine 500 Meter lange Rampe etwa bei der Firma Schenker Storen in Schönenwerd wieder das natürliche Niveau.

Die erste von drei Bauetappen für den Einspurtunnel Wöschnau hat jetzt begonnen. Die Frage nach dem Zeitpunkt der Fertigstellung lässt Oberbauleiter Benjamin Karli kurz stutzen, denn der Abschluss liegt noch in weiter Ferne: «Das wird etwa 2019 sein.»

Gleise hin und her verschieben

Wöschnautunnel

1'160 Meter lang ist der Einspurtunnel in der Wöschnau, der mit einem Gleis der Stammlinie die Zufahrt zum Eppenbergtunnel unterquert.
Davon entfallen:

170 Meter auf die Rampe Ost
490 Meter auf den Mittelteil mit überdecktem Querschnitt
500 Meter auf die Rampe Ost.

Der Einspurtunnel zeigt, dass auch die Stammlinie auf einem Teilabschnitt neu gebaut wird. Aber während der gesamten, rund fünfjährigen Bauzeit des Eppenbergtunnels müssen immer zwei Gleise für den Bahnverkehr zwischen Olten und Aarau offen bleiben. Das bedeutet viel Arbeit für die Gleisbauer: Je nach dem Stand der Bauarbeiten müssen die für den laufenden Betrieb offenen Gleise zwischen Aarau und der Wöschnau mehrmals etwas nach Norden oder Süden versetzt werden. Das wird noch öfter Nächte oder Wochenenden mit Gleisbauarbeiten nötig machen.

Bei unserem Besuch standen diese Arbeiten unter der Leitung von Hansruedi Gehrig, der schon seit 43 Jahren im Gleisbau tätig ist – ursprünglich bei den SBB, heute für die private Schweizer Gleisbaufirma Sersa, die auch für ausländische Bahnen, bis nach Australien, Gleise erstellt.

Im Aarauer Schachen testete Sersa gerade eine fabrikneue Schotterreinigungsmaschine, bevor diese in England zum Einsatz kommen soll. Die Arbeit ist lärmig und staubig, aber Gehrig macht das nichts aus. Er ist ein leidenschaftlicher «Gramper»: «Ich war schon dabei, als wir hier vor 30 oder 40 Jahren die heutigen Gleise eingebaut haben», lacht er. (cva)

Drei unterschiedliche Notausstiege in Schönenwerd und Gretzenbach

Wenn einmal die Flucht ins Freie nötig wird

Für den rund 3 km langen Eppenbergtunnel braucht es drei Notausstiege. Bereits im Bau ist derjenige an der Aarauerstrasse in Schönenwerd. Die Vorarbeiten sind Anfang Jahr gestartet. Die Baustelle sieht gross aus, weil der Interventionsplatz für Rettungsfahrzeuge vor dem Eingang nahe an der Hauptstrasse viel Raum beansprucht. Am Ende wird dieser Notausstieg über einen knapp 100 Meter langen Stollen einen fast horizontalen Zugang von aussen in den Tunnel ermöglichen.
Noch nicht gestartet ist der Bau des Notausstiegs Schönenwerd, der am Waldrand im Gebiet Rotenhof entstehen und mit Treppen und Lift 76 Meter tief senkrecht zum Tunnel führen wird. Da der Lift für Helfer und Material vorgesehen ist, müssen die Bahnpassagiere also gut zu Fuss sein.
Beim dritten Notausstieg in Gretzenbach, im Bereich Obstgartenweg unterhalb des Landwirtschaftsbetriebs Tännler, hat sich gegenüber der Ankündigung an die Anwohner eine Verzögerung um gut einen Monat ergeben. Nach Auskunft von Benjamin Karli sollen die Vorarbeiten mit dem Ausbau der Zufahrt nun dieser Tage beginnen, Aushubarbeiten folgen im Herbst. Der Notausstieg Gretzenbach wird nach der Fertigstellung in einem 26 Meter langen, vertikalen Schacht zum Tunnel führen. (cva)

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