Schönenwerd

Der Weg zur Sport- und Eventhalle ist frei

Situation der neuen Sport-und Eventhalle auf dem Sportplatz Feld: Die bestehenden und neuen Parkplätze (25 beim Freibad, total 147 bei der Halle) werden nur über die Aarestrasse (gelb) entlang dem Freibad (blauer Bereich) erreichbar sein. Die Schachenstrasse (rechts) wird entlastet.

Situation der neuen Sport-und Eventhalle auf dem Sportplatz Feld: Die bestehenden und neuen Parkplätze (25 beim Freibad, total 147 bei der Halle) werden nur über die Aarestrasse (gelb) entlang dem Freibad (blauer Bereich) erreichbar sein. Die Schachenstrasse (rechts) wird entlastet.

Die Erschliessung für die geplante Sport- und Eventhalle Mittelland auf dem Schönenwerder Sportplatz Feld hat offenbar überzeugt. Die Gemeindeversammlung spricht sich mit grossem Mehr für die vorgeschlagene Erschliessung aus.

Die 101 Anwesenden an der Gemeindeversammlung vom Montag haben den Weg für die in Verhandlungen gefundene Lösung freigemacht, indem sie einen Bruttokredit von 120 000 Franken mit grossem Mehr gegen 8 Stimmen bewilligten – ohne Fragen und Diskussion.

Mit dem Geld wird ein Fussball-Trainingsfeld auf dem Sportplatz verschoben und bei dieser Gelegenheit mit einer neuen Beleuchtung versehen, zudem wird die Aarestrasse im Bereich des Freibads durchgängig gemacht.

Die BaS Immobilien AG, die das Baugesuch für die Halle eingegeben hat, wird sich an den Kosten beteiligen. Zudem ist die gegenseitige Benützung der Parkplätze für das Freibad und für die neue Halle vereinbart. Damit möchte die Gemeinde das «Parkplatz-Chaos» in der Badi-Hochsaison in den Griff bekommen.

Das jetzt bewilligte Geld wird nur investiert, wenn die private Bauherrschaft die Halle tatsächlich baut. Das Projekt liegt zurzeit bei der Baukommission.

Die gewählte Auto-Erschliessung über die Aarestrasse soll die Schachenstrasse entlasten und damit den Bedenken der Anwohner Rechnung tragen. Das dürfte auch die Chancen auf die Baubewilligung erhöhen.

Startschuss zur Ortsplanrevision

Vier weitere Kreditbegehren von total 600 000 Franken wurden einstimmig genehmigt. Unter anderem wird damit die nächste Revision der Ortsplanung ausgelöst (der heutige Zonenplan ist von 2002).

Gemeinderat Röbi Gilgen nannte das Ziel: «Die Ausdehnung des Siedlungsgebiets begrenzen und mit dem Boden haushälterisch umgehen.» Aus der Versammlung wurde gefragt, was man in Schönenwerd überhaupt noch bauen könne.

Die Revision diene dazu, die bestehenden Zonen und -vorschriften zu überprüfen und das verdichtete Bauen zu ermöglichen, erklärte Gemeindepräsident Peter Hodel. Die Gemeinden sind verpflichtet, ihre Ortsplanung alle 15 Jahre zu revidieren.

Der Zeitplan umfasst einen Prozess vom Start der Arbeiten im Sommer 2016 bis zur öffentlichen Auflage in den Jahren 2019/2020.

Grundwasser aus Gretzenbach

Bei nur einer Gegenstimme und einer Enthaltung fällte die Versammlung einen Grundsatzentscheid für ein neues Grundwasserpumpwerk, gemeinsam mit Gretzenbach im Aarefeld (Nähe Kernkraftwerk).

Dies ist zwar teurer als die Alternative, das Wasser (wie im Moment) aus Aarau zu beziehen. Auf den Wasserpreis umgerechnet mache das aber nur 2 Rappen pro Kubikmeter aus, rechnete Gemeindepräsident Hodel vor.

Er wertete die Unabhängigkeit als Vorteil. Die Leitung von Aarau bleibt als Notwasserversorgung in Betrieb. Die Bruttokosten des neuen Pumpwerks werden rund 4,6 Mio. Franken betragen, der Anteil Schönenwerds (nach Abzug der Beiträge von Kanton und Gretzenbach) 1,8 Mio. Franken.

Ein zweckgebundener Beitrag der SBB von 1,1 Mio. Franken sei bereits eingegangen, teilte Peter Hodel mit. Der Grund dafür: Das bestehende Pumpwerk Spitzacker hatte für den Bau des Eppenbergtunnels der SBB abgestellt werden müssen.

Die Aufhebung der Ladenschlussordnung, die Anpassung des Gebührenreglements und die Teilrevision des Feuerwehrreglements wurden ohne Gegenstimmen akzeptiert.

Das Ende der Feuerwehr-Dienstpflicht wird vom 45. auf das 50. Altersjahr hinausgeschoben, was auch die Feuerwehr-Ersatzabgabepflicht umfasst. «Wir können so das Personal länger halten und das Defizit der Feuerwehr senken», erklärte Gemeinderat Walter Fürst.

Auf keinerlei Opposition stiess das defizitäre Budget 2016 mit dem Steuerfuss von 115 Prozent (siehe Kasten). Dieser ist seit 20 Jahren unverändert – 2013 hatte die «Gmeind» eine Erhöhung um 7 Prozentpunkte abgelehnt.

«Wir haben die Finanzen im Griff, Grossprojekte können allerdings zurzeit nicht aus eigenen Mitteln bezahlt werden», machte Gemeinderat Beat Keller den Anwesenden klar.

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