Schönenwerd
«Der Wald ist die Lunge der Natur»: 20 Personen «putzten» den Wald

Traditionsgemäss finden seit Jahren immer am ersten Samstag des Monats die Waldarbeitstage der Bürgergemeinde Schönenwerd statt. Auch am vergangenen Sonnabend versammelten sich 20 Personen beim Waldhaus, um den Wald zu hegen und zu pflegen.

Verena Fallegger
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Die guten «Waldgeister» versammeln sich vor dem Fahrzeug mit der Aufschrift: «Wir pflegen unseren Wald». Genau das haben sie am vergangenen Samstag getan.

Die guten «Waldgeister» versammeln sich vor dem Fahrzeug mit der Aufschrift: «Wir pflegen unseren Wald». Genau das haben sie am vergangenen Samstag getan.

Verena Fallegger

Die 20 Personen wurden in zwei Gruppen aufgeteilt. Die erste Gruppe widmete sich der Schlagräumung. Hier werden die liegengebliebenen Äste der vergangenen Stürme weggeräumt und zum Teil verbrannt. «Vor allem Chäferholz kommt ins Feuer», kommentiert der Bürgergemeinde-Präsident Edgar Meier diese Aktion.

Es sei mühsam, denn die grossen Waldmaschinen haben alles in den Boden gepresst, jetzt sei Kraft angesagt, um diese aus dem Weg zu zerren. «Vor Jahren wurde die 'Holzerei' im Winter durchgeführt, weil der Boden gefroren war, heute läuft der Holzverkauf über das ganze Jahr verteilt», sagt Meier weiter.

Viel Müll eingesammelt

Die zweite Gruppe hatte die Aufgabe der «Waldputzete». Dafür wurde die Entfelderstrasse gesperrt. Was da alles zum Vorschein kam, ist kaum zu beschreiben. Auffallend viele Alkoholbehälter in Form von Büchsen und Flaschen wurden eingesammelt. Energydrink-Dosen, die einfach aus dem fahrenden Auto geworfen werden, säumen den Strassenrand und die ersten Meter des Waldrandes. Teile von Springbrunnen waren ebenfalls zu finden.

«Dieses Jahr sind keine Möbel dabei gewesen», sagt der Verantwortliche der Arbeitstage, Markus Schneeberger, «aber es reicht schon, was wir finden. Ganze acht bis zehn 110-Liter-Abfallsäcke werden bestimmt bis zum Ende der Aktion gefüllt sein.» Er möchte eine zweite Waldputzete im Jahr einführen: «Im Frühling und im Herbst, wenn die Stauden noch nicht alles überwuchert oder sich bereits wieder zurückgebildet haben. Nur so kommen wir an den Unrat.»

Die Arbeiter des Werkhofes helfen in einer eigenen Aktion auch mit. Gegen Ende des Vormittages verlagerte sich die Gruppe an den Hechtenweg im Feld. Im Auenwald wurde ebenfalls «gfötzelet». Hier wurden viele Plastikbeutel, PET, Glas, Dosen, Velohelme und sonstiger Müll gefunden.

«Ich weiss nicht, was sich die Passanten dabei denken, alles so in den Wald zu schmeissen», sagt ein Frondienstler entsetzt, «der Abfall soll doch zu Hause entsorgt werden. Der Wald ist doch die Lunge der Natur.» Dieser Slogan ziert den Ford Transit der Bürgergemeinde auf der einen Seite und auf der anderen Seite steht: «Wir pflegen unseren Wald.»

Die Bürgergemeinde hat dieses Fahrzeug eigens für die Transporte der Arbeitenden gekauft. «Die Distanzen zu den vorgesehenen Arbeitsstellen sind oft weitläufig» erklärt Markus Schneeberger: «So kommen alle speditiv und sicher ans Ziel.»

Helfende Hände willkommen

Die 20 Männer, Frauen und Kinder versammelten sich zu einem stärkenden Znüni samt Dessert und zum Abschluss der Arbeit im Wald wurden sie mit einem Apéro verwöhnt. Für die Organisation der Znüni stehen gute Feen bereit, die im Turnus alles vorbereiten und auftischen. Beim gemütlichen Beisammensein nach dem Waldarbeitstag kann sich der Heimweg jeweils etwas hinauszögern.

«Wer sich für unseren Wald interessiert und sich einsetzen möchte, kann sich jeweils immer den ersten Samstag im Monat rot markieren. Nächster Treffpunkt beim Waldhaus ist am 5. Mai, um 7.30 Uhr. Alle sind herzlich willkommen», sagen Bürgergemeindepräsident Edgar Meier und der Verantwortliche der Waldarbeitstage, Markus Schneeberger. «Wir freuen uns über jede helfende Hand. Der Wald soll noch lange die Lunge der Natur bleiben.»

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