Schönenwerd/Gretzenbach
Der Tennisklub Bally bekommt ein stolzes Daheim

Der Tennisclub Bally hat sein Klubhaus am Eingang zum Ballypark rundum erneuert. Das Haus aus dem Jahr 1973 wurde grundlegend saniert und bietet künftig auch mehr Sitzplätze.

Christian von Arx
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Präsident Adrian Müller freut sich: In drei Wochen ist das neue Klubhaus des TC Bally fertig.

Präsident Adrian Müller freut sich: In drei Wochen ist das neue Klubhaus des TC Bally fertig.

BRUNO KISSLING

«Wir sind ein Dorfverein», sagt Adrian Müller. Sein Ziel sei es, das Clubleben zu stärken und zu intensivieren. Dass die Mitglieder des Tennisclubs in einer freien Stunde auf den Platz kommen, rasch eine Partie spielen und wieder verschwinden, ist nicht die Wunschvorstellung des Vereinspräsidenten: «Für mich zählen der Gemeinschaftssinn, der Teamspirit und das Zusammengehörigkeitsgefühl.

Dazu, so Müllers Überzeugung, braucht der Tennisclub Bally ein Klubhaus. Kein altes, kaltes, kleines wie das bisherige aus dem Jahr 1973, sondern ein schönes und zeitgemässes mit genügend Platz, wo man nach dem Match gerne ein paar Stunden mit den Tennisfreunden verbringt. Genau das soll die Klubhaus-Renovation bringen. Ende April ist es so weit: Dann startet der TC Bally in die Saison 2016 mit der offiziellen Platzeröffnung – beim neuen Klubhaus.

Moderner, wärmer, grösser

Beim Rundgang durch den weit fortgeschrittenen Bau merkt man bald: Adrian Müller identifiziert sich total mit dem Klubhaus-Projekt. Er strahlt, wie man so sagt, über alle vier Backen. Dank einer unauffälligen Vergrösserung des Gebäudes Richtung Park haben die Damen – ein Drittel der Klubmitglieder – nun eine grössere Garderobe und genügend Duschen. Die WC-Anlagen sind jetzt vom Innern des Gebäudes zugänglich.

Eine moderne und grosszügigere Küche wird eingebaut und anders platziert. Das Platzangebot im Klubraum steigt von 10 auf rund 40 Sitzplätze. Das ganze Gebäude wird isoliert und erhält eine Infrarot-Heizung, was Frostschäden vermeiden hilft.

Eine Selbstverständlichkeit ist dieser Ausbau für den Tennisclub Bally nicht. Rund 400 000 Franken wird das Ganze kosten. «Etwa 60'000 Franken davon stecken im Boden», bemerkt Adrian Müller seufzend. Unerwartet hatte sich beim Bau gezeigt, dass ein Gebäudeteil, der sich gesenkt hatte, auf aufgeschüttetem Boden stand und mit 4 Meter tiefen Fundamenten abgestützt werden musste.

Finanzierung sichergestellt

Stolz ist der Präsident, dass der Club 100'000 Franken an eigenen, ersparten Mitteln einsetzen kann. Besonders freuen ihn die 65'000 Franken, die der kantonale Sportfonds beisteuert. Der TC Bally hatte auch die drei Gemeinden Schönenwerd, Gretzenbach und Niedergösgen um Beiträge an das Klubhaus-Projekt angefragt.

Schönenwerd stellt ein zinsloses Darlehen von 35'000 Franken zur Verfügung, rückzahlbar in fünf Jahren: «Das freut uns, es ist fair und korrekt», anerkennt Adrian Müller. Gretzenbach und Niedergösgen sahen keine Möglichkeit zur Unterstützung.

Die Hauptfinanzierung kommt von einer Hypothek der Raiffeisenbank Niedergösgen. Und Klubmitglieder stellen Darlehen in der Höhe von gegen 100'000 Franken zur Verfügung. Die Kosten senken kann der Klub durch Fronarbeit. Einzelne Unternehmer erbringen Gratis-Dienstleistungen für den Bau. Im Projektteam arbeiten alle unentgeltlich.

Finanzielle Sorgen macht sich Adrian Müller darum nicht. Wichtig ist ihm, dass die Klubmitglieder hinter dem Projekt stehen: «Sämtliche Abstimmungen fielen einstimmig dafür aus», unterstreicht er. «Da sagte ich: Okay, das machen wir.» In drei Wochen wird das Werk – abgesehen von Aussenarbeiten – vollbracht sein.

Tennisspielen im Park

Der TC Bally gilt als Schönenwerder Verein, Klubhaus und Plätze stehen aber auf Gretzenbacher Boden. Vom Niedergösger Inseli führt die Hängebrücke über die Aare direkt zur Tennisanlage. Aus diesen drei Gemeinden kommt etwa die Hälfte der 200 Mitglieder, schätzt der Präsident; die andere Hälfte aus einem Umkreis von Olten über Kölliken, Aarau, Küttigen. Er selbst wohnt in Dulliken.

An aktiven Tennisspielern und -spielerinnen, mit den Junioren, zählt der TC Bally etwa 120. Sieben Mannschaften nehmen an den Interclub-Meisterschaften teil, die besten in der 2. Liga. Der Klub sei nicht ausgeprägt auf Leistungssport fokussiert, stellt Adrian Müller klar: «Das Zusammensein in unserer einmalig schönen Anlage im Ballypark ist uns ebenso wichtig.» Weil das erneuerte Klubhaus jetzt isoliert und geheizt ist, kann es künftig im Winterhalbjahr (Oktober bis April) auch gemietet werden.