Gretzenbach

«Der schwierige Teil liegt hinter uns»: Jetzt geht es mit dem Pumpwerk im Aarefeld voran

Im Frühling sollen die Bauarbeiten für das neue Pumpwerk im Aarefeld beginnen. Im Vordergrund die Wetterstation.

Im Frühling sollen die Bauarbeiten für das neue Pumpwerk im Aarefeld beginnen. Im Vordergrund die Wetterstation.

Das Grundwasserpumpwerk Spitzacker in Schönenwerd musste im Frühling 2015 dem Grossprojekt Eppenbergtunnel weichen und vom Netz genommen werden. Seither sprudelt Trinkwasser aus Aarau ins Niederamt — und so wird es auch in Zukunft sein.

Der Eppenbergtunnel ermöglicht schon bald einen flüssigeren Bahnverkehr zwischen Olten und Aarau. Das Grossprojekt hatte jedoch auch zur Folge, dass das Grundwasserpumpwerk Spitzacker in Schönenwerd im Frühling 2015 vom Netz genommen werden musste. Denn dieses lag im Perimeterbereich des Tunnels, welcher auch die Grundwasserschutzzone tangierte. Der Betrieb des Pumpwerks war somit nicht mehr gesichert. Seit der Stilllegung beziehen Gretzenbach und Schönenwerd ihr Trinkwasser aus Aarau.

Um die eigene Versorgung zu gewährleisten, fassten die Gemeinden bereits ab 2014 ein neues Pumpwerk im Gretzenbacher Aarefeld ins Auge. Vor zwei Jahren sprachen sich die Einwohner an der jeweiligen Gemeindeversammlung für den Neubau aus. Das Pumpwerk ist ein wichtiges Puzzlestück in der regionalen Wasserversorgung im unteren Niederamt. Bauherrin ist die öffentlich-rechtliche Unternehmung Wasserversorgung unteres Niederamt (WVuN, siehe Kontext), welche zu Beginn dieses Jahres aus der Taufe gehoben wurde. Seit Ende Oktober baut die WVuN auch in Schönenwerd das neue Reservoir Föhren.

Baubeginn im Frühling

Jetzt geht es auch mit dem Grundwasserpumpwerk im Aarefeld voran. Gretzenbachs Gemeindepräsident Daniel Cartier liess bereits an der Gemeindeversammlung vom vergangenen Montag durchblicken, dass die kantonalen Nutzungspläne demnächst öffentlich aufgelegt würden. Dies ist seit heute nun der Fall. «Der schwierige Teil, die Verhandlungen mit dem Kanton, liegt bereits hinter uns», liess Cartier die Gretzenbacherinnen und Gretzenbacher am Montag wissen. Wird der Prozess nicht durch Einsprachen blockiert, können im Frühjahr die Baumaschinen auf dem Aarefeld auffahren. «Im Sommer 2019 soll zum ersten Mal Wasser aus dem Aarefeld zu unseren Häusern gepumpt werden», hofft Daniel Cartier.

Hohe Wasserqualität

Hydrologische Untersuchungen in den letzten Jahren haben gezeigt, dass das Grundwasservorkommen im Aarefeld von einwandfreier Qualität ist. Die Wasserhärte ist deutlich niedriger als jene vom stillgelegten Pumpwerk Spitzacker. Beinahe zum Stolperstein wäre die Nähe zum Kernkraftwerk geworden. Befürchtet wurde, dass die Wasserentnahme und ein damit verbundenes Absinken des Grundwasserspiegels zu Bodensenkungen auf dem Gelände führen und schlimmstenfalls sogar den Kühlturm in Schräglage versetzen könnten. Weitere Untersuchungen im Sommer 2016 zeigten, dass diese Sorge unbegründet war.

4000 Liter würden reichen

Die Kosten für das Pumpwerk belaufen sich auf rund 4,5 Millionen Franken und werden von Gretzenbach und Schönenwerd anteilmässig getragen. Die Kapazität ist durch die Konzession auf 5000 Liter pro Minute beschränkt. «Es wären durchaus 10'000 Liter möglich», sagt Hansjörg Merz, Gretzenbacher Baukommissionspräsident und WVuN-Vizepräsident. «Wir haben hier das grösste Wasservorkommen zwischen Olten und Aarau», gibt er zu verstehen.

Für Gretzenbach und Schönenwerd würde eigentlich eine Kapazität von 4000 Litern ausreichen. Es ist aber gut möglich, dass sich in Zukunft andere Gemeinden dem Netz anschliessen werden. Zum Beispiel Obergösgen, dessen Konzession in etwa zehn Jahren ausläuft und aufgrund von Zonenvorschriften wohl nicht erneuert wird. «Wir sind offen für andere Gemeinden», sagt Merz diesbezüglich.

Dennoch verzichtet die WVuN darauf, bereits heute 10'000 Liter zu fördern. Einerseits würde dies eine Ausweitung der Schutzzone bedeuten, andererseits hätte alleine ein Versuchsbrunnen mit dieser Leistung eine Viertelmillion Franken verschlungen. Das neue Pumpwerk wird aber dennoch so ausgestaltet, dass es dereinst auch 10'000 Liter pro Minute liefern könnte. Und nach seiner Fertigstellung sollen entsprechende Pumpversuche gestartet werden.

Weiterhin Wasser aus Aarau

Das Pumpwerk im Aarefeld ist ein weiterer Schritt auf dem Weg zur Umsetzung des Wasserversorgungsplans Olten Gösgen des Kantons. «Unser Endziel ist eine Leitung von Aarau noch Olten», erklärt Hansjörg Merz. Das würde die Versorgungssicherheit beider Städte und der Gemeinden dazwischen deutlich verbessern.

Und mit dem neuen Pumpwerk wären Schönenwerd und Gretzenbach nicht mehr von Aarau abhängig. «Wir werden aber auch in Zukunft Wasser aus Aarau beziehen», so Merz. Der Grund dafür liegt auf der Hand: Fliesst kein Wasser mehr durch die Leitungen, werden diese mit der Zeit unbrauchbar, was wiederum der Idee einer durchgehenden Wasserverbindung zuwiderlaufen würde.

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