Sie sitzen auf ihren Stangen, flattern von Stockwerk zu Stockwerk, legen fleissig Eier oder picken draussen auf der Wiese in der Erde herum. 325 Hühner und drei Hähne sind im neuen mobilen Hühnerstall von Landwirt Thomas Häusermann in Eppenberg untergebracht. Vor einer Woche zogen die neuen Hühner und Hähne in ihr fahrbares Zuhause auf der Wiese neben den Obstbäumen der Familie Häusermann.

14 Tage lang müssen sie noch im etwa neun Meter langen und zweieinhalb Meter breiten Hühnerstall und dem kleinen Vorgarten ausharren. Häusermann: «Sie müssen sich zuerst an den neuen Stall gewöhnen. Danach dürfen sie sich frei zwischen Stall und Wiese bewegen.» Eine tiergerechte Haltung seiner Hühner ist ihm wichtig. Sie sollen Auslauf haben und nicht eingepfercht sein in einen engen Stall.

Neuer Stall lohnt sich

Der Landwirt hatte 2009 mit der Haltung von Hühnern begonnen. 60 Stück lebten damals bei ihm. Über die Jahre nahm die Zahl stetig zu. Mittlerweile sind es insgesamt 475 Hühner. «Für unsere drei kleinen Ställe neben unserem Haus waren das zu viele. Unser Hof liegt mitten im Ort, dadurch waren wir zu eingeengt», berichtet Häusermann.

Darum habe er sich nach einer neuen Lösung umgeschaut und sei auf die mobilen Hühnerställe gestossen. In der Schweiz gibt es erst wenige Bauern, die auf die Anhänger setzen. 75'000 Franken investierte der Eppenberger in seinen Stall. «Ein fixer Hühnerstall hätte uns rund eine halbe Million Franken gekostet», so Häusermann. Das wäre nicht wirtschaftlich gewesen für die doch eher geringe Anzahl Hühner.

Der mobile Stall lohne sich aber nicht nur finanziell: Häusermann besitzt zwei Landstücke, die nicht nebeneinanderliegen. Mit dem neuen Stall kann er das Zuhause seiner Hühner problemlos verschieben. «Der Stall wird jeweils ein Jahr auf dem einen Landstück, dann auf dem anderen stehen. Sobald die Kunstwiese von den Hühnern abgeweidet ist, kann ich die Anlage einige Meter verschieben», so Häusermann.

Der mobile Hühnerstall ist ein modern ausgestatteter Anhänger. Dank der Solaranlage auf dem Dach des Stalls sei die Stromzulieferung gesichert. Weiter würden die Hühner im Anhänger automatisch gefüttert und getränkt. Auch die Entsorgung des Hühnerkots erfolgt fast von alleine. Zudem wird das Licht automatisch bei Tagesbeginn an- und abends ausgeschaltet. «Der neue Stall erleichtert uns die Arbeit sehr», sagt Häusermann. Einzig der abendliche Rundgang muss der Bauer noch selbst machen: «Um sicher zu gehen, dass alle Hühner drinnen sind und der Fuchs keine Chance hat.»

«Für die Region produzieren»

Die Eier verkauft Häusermann einerseits im Hofladen, der seit Dezember 2017 im Bauernhaus untergebracht ist. Andererseits liefert der Landwirt direkt an die Kunden: «Mit unserer Hoftour am Samstag bringen wir unsere Produkte in die Briefkästen der Käufer.» Eier, Früchte, Käse, Süssmost, Kartoffeln und Brot können bestellt werden. Die Nachfrage sei stetig gewachsen.

Ein Ausbau des Angebots sei aber nicht geplant: «Wir sind mit unseren Produkten gut ausgelastet», sagt Luzia Häusermann. Sie wollten direkt an den Kunden verkaufen. «Das wird auch geschätzt.» Es sei für sie wichtiger, «für die Region» zu produzieren. Das mache ihren Betrieb attraktiv und die Produkte beliebt.