Stüsslingen

Der Name des neuen Dorfladens hält, was er verspricht

Mit dem neu eröffneten Chäsegge gibt es in Stüsslingen seit Montag wieder einen Dorfladen. Besonders das Käseangebot ist reichhaltig.

Georges Gehriger zieht ein Stück Papier aus der Brusttasche seines Hemdes. Der Gemeindepräsident von Stüsslingen hat sorgfältig notiert, was er heute im Dorfladen besorgen möchte: Kiwis, Lauch, Hart- und Weichkäse, dazu noch etwas Hinterschinken. Die gewünschten Waren sind alle im gestern neu eröffneten Dorfladen verfügbar. Matthias Amsler, Detailhandels-Unternehmer und Geschäftsführer des Chäsegge, hilft ihm bei der Suche nach den Produkten. Der 35-jährige hat dem Geschäft an der Hauptstrasse 19a nach acht Monaten Stillstand neues Leben eingehaucht. Mit Spar, der den Dorfladen unter seinem Label «Maxi» beliefert, fand Amsler einen geeigneten Partner. Der Niederämter kommt ursprünglich aus der Spitzengastronomie, hat sich in den vergangenen Jahren aber als Detailhändler einen Namen gemacht. Nebst einigen Tankstellen und einer Autowaschanlage betreibt er auch den Chäsegge Spar in Gretzenbach.

Schnell wird klar, dass der Name kein Zufall ist: Käse ist das Spezialgebiet des Ladens. «Hier misst unsere Käsetheke aus Platzgründen zwar nur 2,5 Meter, während wir in Gretzenbach eine vier Meter lange Theke aufstellen konnten.» Dennoch ist das Angebot beachtlich: 21 verschiedene Raclette-Sorten sind im Angebot, dazu eine reichhaltige Auswahl an Hart- und Weichkäsen. Gemeindepräsident Gehriger hat die Qual der Wahl, welche der vielen Sorten er mit nach Hause nehmen möchte. Dazu passend wäre auch noch ein Glas Tessiner Feigensenf oder die Antipasti aus dem Glas. Kein Zweifel: Feinschmecker kommen im Chäsegge auf ihre Kosten.

Noch ist der Laden erst seit wenigen Stunden geöffnet, doch Amsler ist mit dem Kundenandrang schon sehr zufrieden: «Am Morgen hatten wir einen ersten Ansturm zu bewältigen.» Bereits ist die erste Bestellung für eine Käseplatte eingegangen. Nebst Amsler, der sein Büro bald hierhin verlegen will, sind zwei Mitarbeiterinnen vor Ort: Irem Ancak leitet die Filiale, Jasmine Schnyder befindet sich im dritten Lehrjahr. Dass Amsler neu einen «Maxi» führt, war für ihn erst im letzten Herbst klar. Als der Dorfladen im Sommer einging, haben ihn Freunde und Bekannte zu einer Geschäftsübernahme ermuntert: «Da ich mit einer Stüsslingerin verheiratet bin, fanden viele, ich wäre der richtige Mann für diesen Laden.» Erst als sich jedoch auch das Gebäude in Stüsslinger Hand befunden hatte, war für Amsler der richtige Zeitpunkt gekommen. «Im letzten Herbst konkretisierten sich die Pläne.»

Amsler weiss um die harte Konkurrenz auf dem Lebensmittelsektor und auch um die Gefahr, nur Lückenbüsser für jene zu sein, die beim Grossverteiler oder Discounter die Milch oder das Salz vergessen haben: «Wir haben daher bewusst nicht am Sonntag geöffnet.» Für Schüler hat er eine Ecke mit Süssigkeiten eingerichtet, Liebhaber von Weinen und Grappa führt er zur Rubrik «Trinkgenuss». Auf die Auswahl von Trend-Weinen und erlesenen Grappe in den beiden Gestellen ist er besonders stolz: «Das sind meine Bijoux.»

Auf einen Kaffee am alten Hobelbank

Im hinteren Teil des Ladens steht ein alter Hobelbank. Es handelt sich nicht etwa um eine Arbeitsfläche für Hobbybastler oder um einen Spieltisch für Kinder: «Hier können sich unsere Kunden zu einem Kaffee hinsetzen.» Wem die Schreinerei-Atmosphäre nicht zusagt, kann auch am kleinen Tischchen daneben Platz nehmen. «Nebst Getränken werden hier kleine Apéroplättli angeboten», sagt Amsler. Gleich dahinter steht der Backofen, der bis Ladenschluss für frisches Brot sorgt.

Gemeindepräsident Gehriger hat sein Körbli gefüllt. Er ist froh, dass Stüsslingen wieder über eine Einkaufsmöglichkeit verfügt: «Dieser Laden ist ein Glücksfall für unser Dorf.» Amsler möchte in Zukunft auch noch mehr Produkte aus der Region anbieten: «Gerade beim Fleisch sowie bei Früchten und Gemüse sehe ich Möglichkeiten, dass wir einheimische Lieferanten berücksichtigen können.» Bereits lokal produziert ist schon das Mineralwasser: Die Spar-Eigenmarke wird in Lostorf abgefüllt.

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