«Der Musikverein Gretzenbach bildet als traditioneller Dorfverein eine Stütze im kulturellen und gesellschaftlichen Leben der Gemeinde.» Mit diesen Worten stellt sich die Gretzenbacher Musik im Programmheft ihres diesjährigen Jahreskonzertes vor; in aller Bescheidenheit.

Nach den Darbietungen in der Turnhalle dürfen jedoch die Musikantinnen und Musikanten erhobenen Hauptes zur Kenntnis nehmen, dass sie nicht einfach so landläufig einem Dorfverein angehören, sondern einem guten Blasmusikverein, der die Erwartungen voll und ganz zu erfüllen vermag.

Nach der Begrüssung durch Präsident Michael Gugger gehörte die Bühne erst dem Nachwuchs. Ein Trompetenquartett der Musikschule eröffnete mit drei Vorträgen.

In Abwesenheit ihres Trompetenlehrers hatte Konrad Wüthrich stellvertretend die Leitung übernommen. Es folgten die Schlagzeuger mit einer wortwörtlich feurigen Darbietung, ehe die Tambouren, angeführt von ihrem Lehrer Reto Käser, nicht nur rhythmisch, sondern auch optisch eine bemerkenswerte Leistung boten.

Nicht zu viel versprochen

«Band Power» von Ivo Huonder hiess die Eröffnungsnummer der arrivierten Mitglieder des Musikvereins Gretzenbach. Moderatorin Deborah Beer versprach nicht zu viel.

Tatsächlich, wie es der Titel versprach, ging es mit viel Power gleich zur Sache. Unter der Leitung von Andrea Scherrer, die nun seit einem Jahr am Dirigentenpult steht, wurde eine erste Kostprobe des ausgewogenen, reinen Chorklanges erbracht.

Mario Bürki, der junge Schweizer Komponist schuf im Jahre 2007 als Hommage an ein kleines Bergdorf im Kanton Wallis «Swiss Mountain Village». Mit diesem musikalischen Landschaftsbild wurden nicht zuletzt Eindrücke einer vor kurzen erfolgten Vereinsreise ins Wallis vermittelt, was ausserordentlich gut gelang.

Nach der Pause kam ein weiteres Werk von Mario Bürki zur Aufführung. «Celebrity» vermochte gleich wieder eine tolle Stimmung in der Halle zu erzeugen. Sehr emotional hingegen war Alan Morrisons «Buster Strikes Back». Der Solopart wurde von Pascal Wüthrich auf dem Cornet sehr virtuos vorgetragen.

Auch er erntete einen grossen Applaus. «My Way», komponiert von Paul Anka, wurde unzählige Male arrangiert, ist und bleibt aber die Erkennungsmelodie von Frank Sinatra. In Gretzenbach konnten sich gleich vier Solisten mit dieser Melodie in Szene setzen.

Daniel Hugi (Flügelhorn), Konrad Wüthrich (Es-Horn), Kurt Schenker (Bariton) und Anton Hagmann (Posaune) zeigten sich allesamt von der besten Seite und sorgten dafür, dass einmal mehr «May Way» zu einem besonderen Erlebnis wurde. Mit einer typischen Brassband Nummer «Sweet Home Alabama» wurde der offizielle Konzertteil beendet.

Das gut gelaunte Publikum verlangte wenig überraschend nach Zugaben, welche mit dem Marsch «Arc en Ciel» von Guido Anklin und der Polka «Borsicka» nicht vorenthalten wurden. Den Gretzenbacher Musikantinnen und Musikanten, zusammen mit ihrer Dirigentin Andrea Scherrer, gebührt für ihr Jahreskonzert ein grosses Kompliment.