Niedergösgen
Der Lebensretter von der Aare-Schwelliplatte will kein Held sein

Ein mutiger, junger Mann hat am vergangenen Freitagmittag bei der Schwelliplatte in Niedergösgen einen um sein Leben kämpfenden Chinesen aus dem Wasser gerettet. Der 25-jährige Philippe Viau aus Schönenwerd, so heisst der Retter mit Namen, sieht sich aber nicht als Held.

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Philippe Viau, der Retter von der Aare-Schwelli, am Ort der dramatischen Ereignisse.

Philippe Viau, der Retter von der Aare-Schwelli, am Ort der dramatischen Ereignisse.

Tele M1

Am letzten Freitag ereignete sich bei der Schwelliplatte in Niedergösgen auf Höhe des Bally-Parks ein dramatisches Ereignis: Das Leben eines Chinesen, der in die Wasserwalze geriet, hing an einem seidenen Faden. Dank dem couragierten Einsatz von Philippe Viau aus Schönenwerd überlebte das Opfer. Hier erzählt der Lebensretter seine Geschichte.

Wie regelmässig an diesen schönen Sommertagen verbringt Philippe Viau am vergangenen Freitag seine Mittagspause an der Aare in Niedergösgen. Nichtsahnend erblickt er von Weitem einen Mann mit Schwimmweste in der Aare. Als sich Viau zurück ins Geschäft begeben will, erzählen ihm Passanten, dass eine herrenlose Schwimmweste im Wasser treibe. Er blickt auf die Wasserfläche und sucht nach der Weste – plötzlich dämmert es ihm: Exakt diese Weste hat doch vorhin noch ein Schwimmer getragen.

Der Schönenwerder realisiert, dass der Mann in der Wasserwalze gefangen sein müsse. «Zum Glück hat es ihn dann flussabwärts, Richtung Aarau rausgetrieben», berichtet Viau. Denn selbst in die Walze zu springen, das sei ihm zu heikel gewesen. Drei andere Männer, welche ebenfalls an der Aare weilten, eilen zur Hilfe. Mit vereinten Kräften ziehen sie den bewusstlosen Chinesen aus dem Wasser, leisten erste Hilfe und alarmieren den Rettungsdienst.

Erst im Geschäft wird ihm das Geleistete bewusst

«Es dauerte eine Viertelstunde, bis er angefangen hat rumzuschauen, erst erzählte er wirre Dinge. Als die Ambulanz hier war, wurde es besser.» Als er abtransportiert wurde, begann der Gerettete zu realisieren, was vorgefallen war, und bedankte sich bei seinen Rettern.
Trotz dem eben Erlebten geht Viau zurück ins Geschäft.

Erst dort wird ihm bewusst, was gerade passiert ist. «Als Held sehe ich mich nicht», erklärt der 25-Jährige, «ich bin einfach froh, dass ich dem Schwimmer gerade noch rechtzeitig helfen konnte.»

Nach dieser Erfahrung warnt Viau vor den Gefahren: «In der Aare ist es sehr heimtückisch, weil es viele Verwirblungen hat, die man nicht sieht. Es kann sehr schnell gehen, dass es dich unter Wasser zieht.» Jüngste Meldungen aus der Region und 50 Personen, die 2016 in Schweizer Gewässern ertrunken sind, belegen diese Gefahr. Die Polizei läst verlauten: «Nur geübte Schwimmer sollen sich in fliessene Gewässer begeben und Wasserwalzen wie beim Bally-Parks sind stets zu meiden. (Tele M1/otr)

Die Solothurner Kantonspolizei warnt vor den Gefahren von Fliessgewässern

Mit den wärmeren Temperaturen werden wieder vermehrt sowohl Schlauchboote und Luftmatratzen als auch Schwimmer auf und in der Aare oder der Emme festgestellt. Aber Vorsicht: beides birgt Gefahren. Diese können jedoch durch Einhaltung von wenigen Tipps um ein vielfaches reduziert werden.

So schützen sich Schlauchbootfahrer in Fliessgewässer

- Schlauchbootfahrer sollten mit einer Schwimmweste ausgerüstet sein

- Schlauchboote, Kajaks, Kanus, Standup-Paddelboote müssen an gut sichtbarer Stelle mit Name, Vorname, Adresse (Telefonnummer freiwillig) des Eigentümers oder des Halters angeschrieben sein (gemäss Binnenschifffahrtsverordnung).

- Die auf dem Boot angegebene Nutzlast sollte nicht überschritten werden

- Boote nicht zusammenbinden - Sie sind nicht mehr manövrierfähig

- Unbekannte Flussabschnitte vor der Fahrt zuerst erkunden

 So schützen sich Schwimmer im Fliessgewässer

- In freie Gewässer (Flüsse, Weiher und Seen) wagen sich nur gute und geübte Schwimmer

- Unterkühlung kann zu Muskelkrampf führen. Je kälter das Wasser, desto kürzer sollte der Aufenthalt darin sein

- Halten Sie Distanz zum Schiffverkehr, zu Wehren und Brückenpfeilern

- Schwimmen Sie niemals im Bereich von Hafenanlagen und Fahrrinnen von Kursschiffen. Schwimmer werden dort leicht übersehen und begeben sich in Lebensgefahr.

- Springen Sie nicht von Brücken. Die Wassertiefe ist oft nicht ausreichend und langsam versinkendes Schwemmholz birgt eine zusätzliche Gefahr

- Nehmen Sie in  offene Gewässer, auch als guter Schwimmer, immer eine gut sichtbare Schwimmhilfe mit und tragen Sie eine Badekappe mit greller Farbe

- Unterschätzen Sie niemals die Strömungsgeschwindigkeit

- Begeben Sie sich nie in den Bereich von Wasserwalzen. Selbst gute Schwimmer können sich aus der Sogwirkung nicht mehr durch eigene Kraft befreien

- Lassen Sie Kinder in Ufernähe niemals unbeaufsichtig und sorgen Sie dafür, dass die Kinder zusätzlich eine Schwimmhilfe tragen

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