Vor zehn Jahren bestellte der Kirchenmusikverband Olten-Gösgen (KMV-OG) seinen Vorstand neu. Die Delegierten wählten Joachim Klar zum neuen Präsidenten. Elisabeth Regner, die damals erst ein Jahr in Olten lebte, wurde Vizepräsidentin.

Drei Jahre später 2008 führten sie eine Rochade aus. Elisabeth Regner übernahm die Verbandsleitung, Joachim Klar wechselte ins Vizepräsidium, und Georges Regner unterstützte sie als Aktuar.

Auf die diesjährige Delegiertenversammlung hin reichten Elisabeth und Georges Regner ihren Rücktritt ein. In seiner Verabschiedung dankte Vizepräsident Klar für ihr grosses Engagement, galt es doch, nicht weniger als fünf Grossanlässe in zehn Jahren zu stemmen.

Mit ihrem Wiener Charme verstand es Elisabeth Regner, das Verbandsschiff gut durch die Wellen zu steuern. «Es waren schöne und spannende gemeinsame Jahre, die ich trotz der Arbeit nicht missen möchte», fasste Joachim Klar seine Laudatio zusammen.

Präsidium vorerst vakant

Der KMV-OG konnte bisher niemanden finden, der bereit war, die Charge zu übernehmen. Der Vorstand habe sich mit der Frage intensiv beschäftig.

«Ich selber habe verschiedene Gespräche geführt, um meine Nachfolge zu regeln – leider ohne Erfolg», hielt Elisabeth Regner in ihrem Jahresbericht fest. Somit bleiben sowohl das Präsidium als auch das Aktuariats vorderhand unbesetzt.

Um es attraktiver zu machen, sich im Vorstand zu engagieren, sollen deshalb schlankere Strukturen im Verband die Lösung bringen. Der Vorstand soll von einigen Pflichten entlastet und auch der administrative Aufwand der Chöre reduziert werden.

Eine Arbeitsgruppe unter der Leitung von Georges Regner erarbeitete neue Statuten, die sie den Delegierten am letzten Freitag vorlegten.

Nur noch Dreijahresturnus

Eine einschneidende Änderung betrifft die Delegiertenversammlung. Sie soll laut dem Statutenentwurf der Arbeitsgruppe nur noch alle drei Jahre stattfinden. Gerade diesem Passus erwuchs Opposition.

Die DV sei eine wichtige Schnittstelle zwischen Verband und Mitgliedern. Gerade jetzt beim Einführen der Pastoralräume sei es extrem wichtig, sich zu vernetzen, eine DV nur jedes dritte Jahr schwäche den Verband, so die Befürchtung.

Georges Regner und weitere Befürworter der neuen Formulierung hielten dem entgegen, dass parallel zur Schaffung der Pastoralräume die Kirchenchöre ohnehin vermehrt zusammenarbeiten werden, ein Zusammenhalt werde eher bei gemeinsamen Weiterbildungsanlässen gefördert als an der DV.

Zudem werde mit der Statutenänderung als Ausgleich das Gefäss der Zusammenkunft der Chor-Präsidentinnen gestärkt, die inskünftig jährlich einberufen wird. Schliesslich obsiegte der Antrag der Arbeitsgruppe mit 26 zu 12 Stimmen.

Weitere Änderungen betreffen beispielsweise den Vorstand, der statt neun bis elf Mitglieder nur noch mindestens fünf umfassen soll. In der Schlussabstimmung hiessen die 44 anwesenden Stimmberechtigten die neuen Statuten mit 27 Ja- und 11 Nein-Stimmen mehrheitlich gut.

Rück- und Ausblick

In ihren Jahresberichten blickten Präsidentin Regner und Claudia Schumacher, die musikalische Leiterin, auf das vergangene Verbandsjahr zurück. Es war geprägt durch das Kirchenklangfest «cantars 2015» am 2. Mai, an dem sieben aktive Chöre sowie zwei Kinder- und Jugendchöre auftraten.

Für das kommende Jahr ist – nach «pep-à-tête» 2014 und cantars nicht wieder eine grosse «Kiste» geplant, wie Hansruedi von Arx (musikalische Leitung Organisten) ankündigte.

Vielmehr wolle er in die Weiterbildung «investieren». 2016 wird der Schwerpunkt auf dem Thema «Chor mit nur drei Stimmlagen» liegen. Damit reagiert der Verband auf die Realität, dass es den Chören an singfreudigen Männern mangelt

So werden also Tenor und Bass zu einer tiefen Mittelstimme zusammengelegt. In der Tat existiert eine reiche Literatur an Chorwerken für drei Stimmen, von Motetten über Mozart bis modernen Stücken.