Lostorf
Der Bilanzfehlbetrag der Gemeinde schmilzt weiter

Das Ergebnis der Rechnung 2016 ist wie erwartet ausgeglichen ausgefallen. Die Gemeinde konnte ihren Bilanzfehlbetrag erheblich stärker abbauen als geplant.

Markus von Däniken
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Lostorf konnte den Bilanzfehlbetrag stärker abbauen als geplant.

Lostorf konnte den Bilanzfehlbetrag stärker abbauen als geplant.

Bruno Kissling

Die Verwaltungsrechnung 2016 schliesst bei einem Aufwand und Ertrag von je Fr. 17 120 925.42 (Budget: 16 974 504 Franken) wie budgetiert ausgeglichen ab. Die flüssigen Mittel haben um 926 347 Franken zugenommen (Cashflow). Der Rechnungsabschluss 2016 erfolgte erstmals nach dem Rechnungsmodell HRM 2. Das Resultat der Verwaltungsrechnung ist sehr erfreulich ausgefallen: Der bestehende Bilanzfehlbetrag konnte um total Fr. 678 726.59 abgebaut werden – laut dem Budget hätte der Abbau lediglich 278 475 Franken ausgemacht. Finanziell ist die Gemeinde auf Kurs.

Erfolgsrechnung sieht anders aus

Wegen des neuen Rechnungsmodells HRM 2 werden die Abschreibungen nun anders berechnet und in der Erfolgsrechnung auch anders dargestellt. Die Abschreibungen werden beispielsweise direkt bei den einzelnen Sachpositionen aufgeführt, was bei den jeweiligen Ergebnissen zum Tragen kommt und nicht mehr wie vorher im Bereich Finanzen und Steuern. Weil der Bilanzfehlbetrag aus den Jahren 2013 und 2014 innerhalb von 5 Jahren abgebaut werden muss (eine Vorschrift von HRM 2), wird dieser sofort in der Erfolgsrechnung im Bereich Finanzen und Steuern verbucht.

Neubewertungen in der Bilanz

Die Liquidität der Gemeinde hat sich im Laufe des Jahres 2016 stabilisiert, anfänglich musste ein kurzfristiges Darlehen aufgenommen werden, welches aber Mitte Jahr wieder zurückbezahlt werden konnte. Beim Finanzvermögen wurden aufgrund des neuen Rechnungsmodells HRM 2 Neubewertungen nötig. Das heisst, dass bestehende Grundstücke und Gebäude neu beurteilt und mittels eines vorgegebenen Rasters neu bewertet wurden.

Abweichungen vom Budget

Der Nettoaufwand ist dank strikter Kostendisziplin aller Beteiligten mit Fr. 331'445.94 unter dem Budget geblieben. Bei der Bildung konnten Fr. 150'878.13 eingespart werden und beim Verkehr weitere total Fr. 101'811.22, welche sich aus verschiedenen Positionen zusammensetzen. Bei der Sozialen Sicherheit sind Mehrausgaben von total Fr. 108'138.70 entstanden. Auch bei den Finanzen und Steuern ergab sich total ein Mehraufwand von Fr. 331'445.94. Der Bilanzfehlbetrag konnte um zusätzliche Fr. 400'251.59 abge-schrieben und eine Wertberichtigung aus Forderungen von 90'000 Franken für eventuelle Forderungsverluste musste gebildet werden. Die allgemeinen Gemeindesteuern liegen total Fr. 12'960.19 über dem Budget. Bei den Zinsen wurde das Budget um Fr. 29'638.15 und bei den Sondersteuern (Grundstückgewinnsteuer und Kapitalauszahlungssteuer) um Fr. 118'266.80 übertroffen.

Neuer Abwasserpreis mit Folgen

Der Saldo der Abwasserversorgung verschlechterte sich gegenüber Budget um Fr. 245'066.62. Die Senkung des Abwasserpreises hatte einen viel grösseren Einfluss auf die Erträge, als im Budget voraussehbar war. Auch der Betriebsbeitrag der ARA war um 84'048 Franken höher als budgetiert.

Nachtragskredite

Die Kreditüberschreitungen in der Kompetenz der Gemeindeversammlung betragen gesamthaft Fr. 867 847.08. Davon machen diverse gebundene Ausgaben Fr. 366'621.32 aus. Somit verbleiben Nachtragskredite von Fr. 414'694.68 zu genehmigen. Der Rat hat die Verwaltungsrechnung 2016 einstimmig genehmigt und zuhanden des Souveräns verabschiedet.