Es gab Bratwürste und Bier, Werkhofmitarbeiter hatten die Festbänke strahlenförmig vor dem Kosthaus aufgestellt, und die Musikgesellschaften von Gretzenbach, Niedergösgen und Schönenwerd gaben alles. Ein Volksfest sollte sie werden, die Übergabe des Schulthess-Gartenpreises an den Bally-Park.

Die Kosthausfassade lieh dem Anlass ihren Glanz, Maisonne rückte den nach vielem Regen üppig grünen Park ins Licht. Die langersehnte Wärme versetzte Noble wie Fussvolk in Festlaune. «Volksfest» mag zu weit gegriffen sein, eher wars ein Fest für all jene, die den Bally-Park ins Herz geschlossen haben, ihm mit Spaziergängen die Ehre erweisen oder ihm mit Kopf, Hand und Portemonnaie zugetan sind.

Der Park hat viele Freunde, das zeigte sich an diesem Samstagnachmittag. Und genau sie waren mit der Preisverleihung gemeint. Als Severin Lenel, Vizepräsident des Schweizer Heimatschutzes, nach seiner Laudatio das Wort an Peter Hodel übergab, rief er ihn nicht als Gemeindepräsident von Schönenwerd oder als Präsident der Einfachen Gesellschaft Ballypark ans Rednerpult, «sondern stellvertretend für alle Personen, die sich um den Bally-Park verdient gemacht haben».

Stolz: Peter Hodel (r.) mit der Urkunde.

Stolz: Peter Hodel (r.) mit der Urkunde.

«Ihr Park ist eine Herzensangelegenheit, das haben wir gemerkt», sagte Stefan Rotzler, der Präsident jener Kommission, die jedes Jahr die Preisträger für den Gartenpreis sucht. Er sehe Gärten und Parkanlagen in der ganzen Schweiz. Um Argumente, warum der Bally-Park von nationaler Bedeutung sei, war Rotzler nicht verlegen: Die zentrale Lage zwischen Aarau und Olten, die Teilhabe am grösseren Raum der Aarelandschaft, die Kombination von Industriedenkmal und Wohlfahrtspark.

Besonders angetan hat es dem Heimatschutz das Modell der Zusammenarbeit der Einwohner- und Bürgergemeinden von Niedergösgen, Schönenwerd und Gretzenbach zum Erhalt des Parks. «Alles zusammen ist ein ganz grosses Wunder.» Ein Stein, dem bei solchen Worten nicht warm ums Herz wurde. Zumal, da sie von einem kamen, der weiss, dass in jedem Garten «auch mal etwas abverreckt», wie Rotzler ungeniert zugab.

Was wäre hier, wenn nicht Park?

Mit der Übernahme des Parks aus dem Bally-Erbe, 2001, hätten Gretzenbach, Niedergösgen und Schönenwerd Willen, Mut und Weitsicht gezeigt, rühmte Laudator Severin Lenel. Jede und jeder der gut 11 000 Einwohnerinnen und Einwohner der drei Gemeinden zahle im Durchschnitt 10 Franken pro Jahr für die Pflege des Parks, hatte er ausgerechnet, und jedem gehörten rund 10 Quadratmeter Parkfläche.

Doch der Park sei kein Privatgarten, sondern offenes und einladendes Naherholungsgebiet. Lenels Ahnung, was ohne dieses Engagement vielleicht heute aus dem Parkareal geworden wäre, liess einen zusammenzucken: «Ohne das Engagement der drei Gemeinden und ihrer Einwohner würden wir heute hier wohl auf einem Parkplatz, in einem Einkaufszentrum oder in einem gesichtslosen Gewerbegebiet stehen.» 

Eine Preisverleihung ist unbeschwert, der Alltag des Parkunterhalts weniger. «Sie können mir glauben: Es scheint einfacher, als es ist, einen derartigen Park im Sinne des Gründers und Erbauers Carl Franz Bally zu übernehmen, um die Zukunft dieses Vermächtnisses zu sichern», gestand Peter Hodel. Für welches Projekt die 25 000 Franken Preisgeld verwendet werden, ist noch offen. Es werde sicher dem Stiftungszweck des Schulthess-Gartenpreises gerecht, versicherte Hodel.

«Wir sind sehr stolz und haben eine Riesenfreude, dass der bedeutendste Gartenpreis der Schweiz im Gartenjahr 2016 an den Bally-Park verliehen wird», rief Esther Gassler im Namen der Regierung des Kantons Solothurn in die Runde. Als Beteiligte der Übernahme von 2001 würdigte sie die Personen, die damals dazu beigetragen haben, und jene, die seither für den Park einstehen. «Und nun lasst uns feiern!» – Die Gartenparty war eröffnet, mit Bratwurst und Musik im Bally-Park.