Lostorf
Der Bach muss einem Neubau Platz machen

Das ehemalige Restaurant Wartenfels in Lostorf muss Mehrfamilienhäusern weichen. Doch diesem Bauvorhaben ist derzeit noch der Lostorferbach im Weg.

Raphael Karpf
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Der Lostorferbach fliesst teilweise unter dem ehemaligen Restaurant hindurch.

Der Lostorferbach fliesst teilweise unter dem ehemaligen Restaurant hindurch.

Bruno Kissling

Die Gemeinde Lostorf befindet sich im Wandel. Im Rahmen des Projekts «Hauptstrasse Nord», zu dem die Stimmbevölkerung vergangenes Jahr knapp Ja sagte, wird sich im nördlichen Dorfteil einiges verändern.

Dies ist aber nicht die einzige Baustelle im Dorf: So tut sich beispielsweise auch beim ehemaligen Restaurant Wartenfels einiges. 2018 kaufte die Oltner Immobilienverwaltung GK Providens AG das Grundstück und kündigte an, das Restaurant abreissen und zwei Mehrfamilienhäuser mit je sechs Mietwohnungen errichten zu wollen. Das Baugesuch für den Abbruch des «Wartenfels» und den Neubau der Mehrfamilienhäuser hat die Integral Baumanagement AG im November 2018 aufgelegt.

Einsprachen gegen das Bauvorhaben seien keine eingegangen, erklärte Mauro Giorgini, Projektleiter und Geschäftsführer der Integral Baumanagement AG in Olten, Anfang Jahr gegenüber dieser Zeitung. Die Baubewilligung wurde bisher nicht erteilt, die Baukommission von Lostorf muss noch über das Projekt befinden. Damit diese erteilt werden kann, muss zuerst noch eine andere Hürde überwunden werden.

Neuer Lauf bis Ende 2019

Konkret geht es um den Lostorferbach. Dieser verläuft in einer Dohle teilweise unter dem Grundstück an der Hauptstrasse 51 hindurch, wie der Lostorfer Bauverwalter Heinz Marti erklärt. Das Gewässerschutzgesetz verbietet aber, dass auf einem Bach gebaut werden darf. Deshalb muss er umgelegt werden. Neu soll er das Grundstück im Osten unterhalb der Strasse umfliessen, bevor er weiter unten im Dorf wieder an derselben Stelle aus der Dohle hervorkommen soll. Die Kosten dafür muss der Grundstückeigentümer übernehmen.

Gefährden wird dieser Mehraufwand das Gesamtprojekt laut Bauherrschaft zwar nicht. Aber: «Das ist doch eine beachtliche, unvorhergesehene Kostenstelle», kommentiert Giorgini die Bachumlegung. Sofern alles klappt – und die Baubewilligung erteilt wird – soll der Lostorferbach Ende Jahr bereits seinen neuen Lauf haben.

Weitere Überraschungen sollten dann laut Bauverwalter keine mehr auftauchen. Der Kanton sei bereits mit an Bord, das Projekt momentan ausgeschrieben. «Und aus technischer Sicht ist diese Umlegung nicht besonders kompliziert», so Martis Einschätzung. Sofern keine Einsprachen eingehen und die Umlegung bewilligt wird, könne dann auch das Hauptprojekt mit den beiden Mehrfamilienhäusern bewilligt werden. Im Sommer oder Herbst 2020 sollen die neuen Wohnungen bezugsbereit sein.