Obergösgen
Der aktuelle «Gösger Blitz» lässt die Einwohner zur Coronakrise sprechen

Obergösgerinnen und Obergösger äussern sich in der neuesten Ausgabe des «Gösger Blitz» unter SP-Kantonsrat Urs Huber zur Coronakrise.

Noël Binetti
Drucken
Teilen
Der SP-Kantonsrat Urs Huber zeigt sich zufrieden mit der aktuellen Ausgabe des «Gösger Blitz». Darin schildern Leute der Gemeinde Obergösgen ihren Umgang mit der Coronakrise.

Der SP-Kantonsrat Urs Huber zeigt sich zufrieden mit der aktuellen Ausgabe des «Gösger Blitz». Darin schildern Leute der Gemeinde Obergösgen ihren Umgang mit der Coronakrise.

Hanspeter Bärtschi

Eigentlich ist der «Gösger Blitz» eine Parteizeitschrift der SP Obergösgen. Doch das Blatt mit einer Auflage von 1100 Stück stellt eher eine Gemeindechronik dar, eine Art Zeitzeugnis. Vom SP-Kantonsrat Urs Huber vor dreissig Jahren gegründet, erscheint die Zeitschrift heute dreimal jährlich. Sie wird verteilt an alle Haushalte. «Wenn wir das fertige Exemplar am Morgen nach Olten zum Druck bringen, beginnen Freiwillige bereits am Abend mit der Auslieferung an die Einwohner», sagt Huber. Zwei bis drei Tage später sei das Blatt verteilt.

Die aktuelle Ausgabe Nummer 128 ist datiert mit «Frühling 2020». Es ist eine Spezialnummer geworden, entstanden während knapp einer Woche. Huber hat sichtlich Freude am fertigen Werk: «Ich bin schlichtweg überwältigt – vom fertigen Resultat und wie die Leute mitgemacht haben.» Die Inhalte der Zeitschrift sind normalerweise geprägt vom Vereinsleben der Gemeinde Obergösgen, «rückblickend aber auch ausblickend», sagt Huber.

Als aber dieses Jahr das Coronavirus aufkam, überlegte man sich im kleinen Redaktionsteam, wie mit dem Thema umzugehen sei. Huber: «Plötzlich war die Idee da, einfach die Menschen vom Dorf zu Wort kommen zu lassen.» Er habe dann begonnen, seine Kontakte durchzugehen, habe die Leute angerufen, ihnen SMS verschickt. So sei alles entstanden – in Rekordzeit. Die Zusagen seien sofort eingegangen, von der Köchin in Ausbildung über die Leiterin der Schule bis zum Pöstler – alle waren motiviert. In den Texten erfährt man auf persönliche Weise, wie es den Menschen in der Krise ergeht, was Unsicherheit in ihnen auslöst, woran sie sich festhalten oder auch, worauf sie sich bereits jetzt freuen.

So schreibt zum Beispiel der Buschauffeur Thomas Lanz: «Schon bald wird der normale Busfahrplan wieder eingeführt. Wenn sie dann wieder mit uns reisen, freue ich mich und bin ihnen schon jetzt dankbar für ein freundliches Grüezi.» Huber findet es schön, dass die spontanen Zusagen so zahlreich waren. Er staunt, wie die Leute bereit waren, von sich zu erzählen und ihren Umgang mit der schwierigen Situation mit anderen zu teilen. Die Volg-Verkäuferin Manuela Robert schreibt: «Die Leute schätzen es, in ruhiger Atmosphäre einkaufen zu können. Wir hoffen, dass es nach der Coronakrise auch so bleibt.» Neben Gratulationen zu Geburtstagen, findet sich im Heft unter «Die Corona-Absage-Welle im Dorf» eine Liste, mit allen nicht stattfindenden Anlässen. Es gibt auch eine Anleitung für ein Party-Spiel und eine Seite mit Bildern von Gasthöfen und Gemeindeverwaltung, darüber der Titel: «Wir kommen wieder!»

Der Redaktionsschluss für die nächste Ausgabe ist auf den 10. August datiert. Huber will die Zeitschrift nicht als Parteiblatt verstanden wissen. «Es hat vielmehr den Charakter einer Dorfchronik, man findet immer wieder spannende Geschichten in den alten Exemplaren.» Die Ausgaben ab der Nummer 85 vom Sommer 2008, lassen sich auf der Website der SP Obergösgen als PDF anschauen und lesen.

Aktuelle Nachrichten