Winznau

Der 350-jährige Wilmatthof sucht einen neuen Eigentümer

Manfred Guldimann, Präsident der Bürgergemeinde Winznau, vor dem Wilmatthof.

Manfred Guldimann, Präsident der Bürgergemeinde Winznau, vor dem Wilmatthof.

Der Wilmatthof zwischen Trimbach und Mahren gehört seit 1963 der Bürgergemeinde Winznau – diese verkauft ihn nun. Sechs Interessenten haben sich schon gemeldet.

Er versteckt sich zwischen Trimbach und Mahren, auf Winznauer Boden. Viele kennen die Strasse, an welcher er sich befindet, gar nicht – oder nur als Schleichweg von Olten nach Lostorf. Zwischen dem rund 350 Jahre alten Hof und dem nächsten Haus erstrecken sich nordöstlich über 500 Meter, südwestlich fast ein ganzer Kilometer: Der Wilmatthof befindet sich abgelegen inmitten von Feldern und Wäldern. Das Haus mitsamt dem umliegenden Land gehört seit über 50 Jahren der Bürgergemeinde Winznau, doch nun wird der historische Wilmatthof verkauft.

So schön es auch klingen mag, in vollkommener Verbundenheit alleine in der Natur zu leben: Wer hier wohnen will, kann nicht pingelig sein. Das Wasser wird von der Quelle bezogen, welche sich oberhalb des Hofs befindet. Geht dieses aus, fliesst im Haus kein Wasser mehr. Geheizt werden kann nur in der Küche, und wegen der Juraschutzzone sind Umbauten kaum möglich. Ein Leben auf dem Wilmatthof ist also nicht nur romantisch, sondern bringt einige Schwierigkeiten mit sich.

Abreissen war keine Option

Trotzdem zeigten sich laut Manfred Guldimann, Präsident der Bürgergemeinde Winznau, schon seit langer Zeit Interessenten für den Hof. Über mehrere Jahrzehnte lebte jedoch ein Pächter auf dem Winznauer Hof. «Wir hatten schon während dieser Zeit öfter Anfragen von Interessenten, welche den Hof kaufen oder mieten wollten», erklärt Guldimann.

So kam die Bürgergemeinde denn auch auf die Idee, den Wilmatthof zu verkaufen, als der Pächter letztes Jahr starb. Vorher wurden jedoch noch zwei andere Möglichkeiten diskutiert: Abreissen oder vermieten. Ersteres wäre schade gewesen, da sich der Hof in der Juraschutzzone befindet. «Man hätte hier nie wieder etwas bauen können», so Guldimann. So wurde diese Idee ausgeschlossen.

Letzteres hätte für grosse Investitionen gesorgt, da die Wasser- sowie die Heizungssituation eine Vermietung nicht zugelassen hätten. Auch die zweite Option wurde somit verworfen, und die Bürgergemeinde entschied sich für die dritte Variante: Den Hof zu verkaufen.

Auswahlverfahren beginnt

Sechs Interessenten haben sich für den Erwerb des Hofs und des umliegenden Landes gemeldet. «Einige wollen hier einfach wohnen, andere planen, als Selbstversorger hier zu leben und sich landwirtschaftlich zu betätigen», äussert sich der Präsident der Bürgergemeinde zu den verschiedenen Interessenten. Bald wird das Auswahlverfahren beginnen, in welchem der glückliche Käufer oder die Käuferin auserkoren werden wird.

Danach wird die Bürgergemeindeversammlung im Juni über den Verkauf des Hofs abstimmen. Sollte alles gut gehen, gehört der Wilmatthof danach offiziell nicht mehr der Bürgergemeinde Winznau.

Welche Art der Nutzung sich die Bürgergemeinde vom zukünftigen Eigentümer erhofft und welche Kriterien bei der Auswahl entscheidend sind, darüber gibt Guldimann noch keine Auskunft. Was jedoch klar ist: Der baldige Besitzer des Wilmatthofs sollte wohl ein Naturverbundener sein – und einige kalte Tage ohne Wasser nicht scheuen.

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