Gretzenbach
Der 13 Millionen teure Neubau stellt den Tempel in den Schatten

Mit diesem Grossprojekt baut die buddhistische Stiftung ihren Standort Gretzenbach weiter aus. In der Versammlungshalle für rund 1200 Gäste sollen jährlich etwa 20 Veranstaltungen durchgeführt werden.

Silvana Schreier
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Der Teich ist bei buddhistischen Bauten ein Muss. So wird auch zwischen der Versammlungshalle und dem Schulungs- sowie Unterkunftsgebäude einer angelegt.

Der Teich ist bei buddhistischen Bauten ein Muss. So wird auch zwischen der Versammlungshalle und dem Schulungs- sowie Unterkunftsgebäude einer angelegt.

Visualisierung zvg

Dass auf dem noch brach liegenden Grundstück neben dem buddhistischen Tempel ein Riesenprojekt geplant ist, ist bereits seit einigen Jahren klar. Die vor einigen Wochen angebrachten Bauprofile zeigen, wie umfangreich die beiden Neubauten ausfallen werden. Im März 2017 wurde der Gestaltungsplan «Im Grund» verabschiedet. Zuvor musste das Projekt aufgrund mangelnder finanzieller Ressourcen abgebrochen werden. Nun ist klar: Die thailändische Somdetyas Stiftung für Wat Srinagarindravararam plant eine Versammlungshalle sowie ein Seminar- und Unterkunftsgebäude.

Die Visualisierungen zeigen: Die Halle erscheint durch Fensterfronten luftig. Die Dächer beider Bauten werden mit roten und grünen Ziegeln gedeckt — eine Hommage an das thailändische Königshaus. Natürlich dürfen die goldenen Verziehrungen an den Giebeln und Ecken nicht fehlen.

Buddhistischer Tempel Gretzenbach - Bauprofile.     

Buddhistischer Tempel Gretzenbach - Bauprofile.     

Bruno Kissling

Die Halle soll sich laut dem engagierten Architektenbüro Farhad Johann Architekten SIA GmbH an der thailändischen Sala — einem offenen Pavillon, der als Treffpunkt dient — orientieren, aber in einer zeitgemässeren Form. Daneben entsteht ein schlichteres, dreistöckiges Haus mit Übernachtungs- und Schulungsmöglichkeiten. Architektonisch soll sich dieses an die Nachbarschaft in Gretzenbach anpassen. Dazwischen wird ein kleiner Teich angelegt. Und im Untergrund entsteht eine Tiefgarage mit 97 Parkplätzen und Lagerräumen.

«Wir haben im Moment einfach zu wenig Platz», sagt Niklaus Krattiger, Generalsekretär der Somdetyas Stiftung für Wat Srinagarindravararam. Seit 2003 der Tempel eröffnet wurde, kommen wöchentlich Hunderte Buddhisten aus der ganzen Schweiz nach Gretzenbach. «Es sind mehr Leute, als wir erwartet haben. Darum wollen und müssen wir uns jetzt ausdehnen», so das langjährige Stiftungsratsmitglied.

Halle kann gemietet werden

In der Versammlungshalle für rund 1200 Gäste sollen jährlich etwa 20 Veranstaltungen durchgeführt werden. Wie etwa das thailändische Neujahrsfest im April, das Lichterfest im November, Geburtstage oder Hochzeiten. Daneben kann der Saal mit mehr als 800 Quadratmeter Fläche auch gemietet werden. Krattiger: «Das war der Wunsch des Kantons Solothurn. Denn in der Umgebung gebe es nicht viele Veranstaltungsräume dieser Grösse. Der Neubau soll auch sonst öffentlich zugänglich sein — «wie auch schon der Tempel und die bestehenden Räume», so Krattiger.

Im Nebengebäude sind Räume für die buddhistische Sonntagsschule, für Kultur- und Sprachunterricht eingeplant. Zudem stehen den Gästen, die von weit her kommen, Übernachtungsmöglichkeiten zu Verfügung. «Wir organisieren auch sogenannte ‹Retreats›, also spirituelle Ruhepausen. Die Leute verbringen dann mehrere Tage bei uns, um zu meditieren», erklärt Krattiger.

Dreizehn Millionen Franken wird das Grossprojekt kosten. Dazu kommt laut Krattiger noch eine Million Franken für die Gartengestaltung. Die Stiftung will das Bauvorhaben vollumfänglich mit Spendengeldern finanzieren: «Nach der Eröffnung des Tempels erreichten uns sehr viele Spenden, die es uns ermöglicht haben, das Land für die Neubauten zu kaufen.»

Der Tempel in Gretzenbach ist einer von nur zwei Tempeln ausserhalb von Thailand, der unter dem Patronat der Königsfamilie steht. Dass die Stiftung nun einen Ausbau des Standorts in der Schweiz vornimmt, freue sicher auch die Königsfamilie, meint Krattiger.

Baubeginn ist im Frühling

Bisher scheinen alle Hindernisse aus dem Weg geräumt zu sein: Die Finanzierung steht dank Spendengeldern und einem Baukredit, Einsprachen auf das Baugesuch wurden bisher bei der Gemeinde Gretzenbach keine eingereicht, der Grundstein inklusive Zeitkapsel liegt bereit. «Wir wollen im März oder April mit den Bauarbeiten beginnen. Bis zum Bezug der neuen Räumlichkeiten wird es sicher zwei Jahre dauern», sagt Krattiger.

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