Nun ist der Entscheid definitiv: Die beiden Poststellen in Däniken und Dulliken bleiben bestehen — zumindest bis Ende 2020. Dies teilte die Post CH AG am Mittwoch in einer Medienmitteilung mit: «Nach einer vertieften Analyse hat die Post entschieden, beide Filialen weiterzuführen und ihren Betrieb bis mindestens Ende 2020 zu garantieren.»

Ausschlaggebend für den Entscheid sei die «stabile Nachfrage nach Dienstleistungen» gewesen, wie Markus Flückiger, Verantwortlicher regionale Kommunikation Mitte der Post, auf Anfrage dieser Zeitung mitteilte. Damit ist die Nutzung der Filialen in den beiden Niederämter Gemeinden gemeint.

Widerstand in der Bevölkerung

Kurzer Rückblick: In den vergangenen Monaten hat die Post im Rahmen des Filialnetzes 2020 zahlreiche Poststellen in der ganzen Schweiz überprüft. So auch jene im Kanton Solothurn. «Wir haben jeden einzelnen Standort angeschaut und verschiedene Faktoren überprüft», so Flückiger.

Im März 2018 wurde dann vonseiten der Post angekündigt, dass es möglicherweise zu Filialschliessungen kommen könnte. Dies führte in den beiden Gemeinden Däniken und Dulliken zu Protestaktionen: Anfang März wurden die Post-Delegierten in Dulliken mit Pfiffen und Buhrufen empfangen, als sie einer Sitzung des Gemeinderats beiwohnen wollten. Im Mai liess Bernhard Büchler, Leiter der Post-Region Mittelland, verlauten, dass entweder die Filiale in Dulliken oder jene in Däniken weitergeführt werde. Im Juni wurde eine Informationsveranstaltung in Däniken von Protesten begleitet.

«Dass es Diskussionen geben wird, dafür hat die Post Verständnis», meint Flückiger zum Gegenwind aus den Niederämter Gemeinden. Dass der Entscheid davon beeinflusst wurde, bestätigt er nicht. Er sagt aber: «Wir haben die Reaktionen in unsere Gespräche und Überlegungen miteinbezogen.»

Behörden sind erfreut

Walter Rhiner, der Dulliker Gemeindepräsident, ist sich sicher, dass die Demonstrationen und Proteste «etwas geholfen haben». Er zeigt sich glücklich über den Entscheid: «Das ist ein gutes, positives Zeichen und ich bin froh, dass es so herausgekommen ist. Die Bevölkerung und die Behörden haben schliesslich dafür gekämpft.»

Ähnlich tönt es auch aus Däniken: «Wir nehmen den Entscheid erfreut zur Kenntnis», berichtet Gemeindepräsident Matthias Suter. «Eine Poststelle ist sicher ein Vorteil für unsere Gemeinde und wird von der Bevölkerung wie auch dem Gewerbe geschätzt.» Er sei sich aber bewusst, dass es nicht mehr lange dauere, bis das Jahr 2020 erreicht ist.

«Grundsätzlich bestehen heute keine Pläne, das Netz nach 2020 systematisch zu verändern», sagt denn auch Markus Flückiger und ergänzt: «Die Post verändert ihr Netz, weil sich das Verhalten der Kunden verändert. Deshalb ist nicht auszuschliessen, dass es nach 2020 zu Anpassungen im Filialnetz kommt.» Er betont, dass aber auch in Zukunft in Absprache mit den Behörden vor Ort und der Bevölkerung gehandelt werde.