In der Mitte ein grosser Esstisch, rechts davon ein altes Telefon und links etwas, dem man heutzutage Lounge sagen würde. Hinter dieser Szenerie zwei Türen und eine grosse Treppe. So präsentiert sich das Bühnenbild der Laienbühne Lostorf für die diesjährige Aufführung. Das alles gehört zur Pension Hartmann, die im Zentrum des Stücks «De Hahn im Chorb» steht.

Geführt wird die Pension von Frau Hartmann, einer rüstigen älteren Dame, die von Manuela Robert gespielt wird. Bewohner, oder besser gesagt Bewohnerinnen der Pension, sind zu Beginn fünf Frauen, jede davon mit ihren Macken. Diese Ausgangslage lässt bereits einen unterhaltsamen Abend erahnen.

In Sachen Macken schiesst die Mieterin Frau Amsler wortwörtlich den Vogel ab. Die ältere Dame, dargestellt von Maya Gmür, ist sehr vergesslich und erzählt deshalb unzählige Male, dass sie einen Vogel habe. Einen Kanarienvogel. Maya Gmür ist aber nicht nur Schauspielerin, sondern auch Regisseurin und die Autorin des Stücks. Sie sagt dazu: «Diese Produktion ist wie ein Kind für mich.»

Neue Fassung, neue Schauspieler

Das wird auch deutlich, wenn sie von den Vorbereitungen erzählt. Seit September letzten Jahres proben die neun Niederämter Schauspieler. Im Vorfeld hat Gmür das Stück «De Hahn im Chorb» neu überarbeitet und an die heutige Zeit angepasst. Geschrieben hat sie es nämlich bereits vor 20 Jahren.

Damals hat die Laienbühne Lostorf es schon einmal aufgeführt, jedoch mit anderen Schauspielern. «Weil jeder Schauspieler seinen Charakter und seine Ideen einbringt, ist trotzdem etwas ganz Neues entstanden», meint Gmür. Ihr ist es wichtig, dass sich alle einbringen können und Spass am Theaterspielen haben.

Tombola kommt im Stück vor

Neben den aktiven Schauspielern hat der Verein auch Mitglieder, die sich um Festwirtschaft, Tombola und Ticketverkauf kümmern. Das wiederum fand Eingang in die Handlung des Stücks, was nur gut möglich ist, weil die Regisseurin das Stück selber geschrieben hat. So bewirbt zum Beispiel die Modeschöpferin Sabine Sommer, gespielt von Manuela Roth, die Festwirtschaft und die Tombola am Anlass. Ebenfalls Thema ist der Nachwuchsmangel.

Wie viele andere Theatergruppen ist auch die Laienbühne Lostorf seit längerem auf der Suche nach jungen Theaterbegeisterten, vor allem aber nach jungen Männern. Diesen Umstand muss Gmür auch bei der Stückwahl beachten. Zuerst wird jeweils ermittelt, wer aus dem Verein in der aktuellen Produktion mitwirken kann und will. Anschliessend liest Gmür 30 bis 50 Theaterstücke, die zur Grösse und Zusammensetzung der Gruppe passen.

Daraus entsteht eine Auswahl von vier bis sechs Stücken, die von der Stückwahlkommission angeschaut werden. Schliesslich fällt dann der Entscheid, der wie dieses Jahr auch mal auf ein Stück der eigenen Regisseurin fallen kann. Gmür hat bereits rund 20 Theaterstücke geschrieben, die alle im Aarauer Breuningerverlag erschienen sind.

Etwas frech darfs schon sein

Wie es der Titel des Stücks erwarten lässt, taucht im Verlauf der Handlung ein Mann auf. Der Lehrer Hugo Hasler, verkörpert von Gregor Schenker, mischt den reinen Frauenhaushalt zünftig auf. Spätestens als auch noch die Vermieterin Frau Hartmann zur Kur fährt und ihre Schwester die Leitung der Pension übernimmt, ist das Durcheinander auf der Bühne komplett und für die Unterhaltung der Zuschauer gesorgt.

Ganz allgemein hat das Stück einen sehr zugänglichen Humor, der durchaus etwas frecher ist, als man sich das von einem klassischen Lustspiel gewohnt ist und gute Unterhaltung verspricht.

Vorführungen 21./23./24. März, jeweils um 20 Uhr in der Dreirosenhalle in Lostorf. Infos/ Tickets auf: www.laienbuehne-lostorf.ch.