Für Severin Sägesser begann die Radquer-Saison 2016/17 im September in Baden mit dem Start am ersten Lauf der fünfteiligen EKZ CrossTour. «Nach einem schlechten Start konnte ich mich von Runde zu Runde weiter nach vorne kämpfen. Es ist ein sehr gutes Resultat, und ich kann zuversichtlich nach vorne schauen», kommentiert der 24-jährige Niedergösger seinen 17. Platz zum Saisonauftakt. 13. in Aigle, 26. in Hittnau, 14. in Eschenbach und 7. in Meilen: So schnitt Sägesser bei den weiteren vier Läufen der EKZ CrossTour, der internationalen Radquerserie, ab.

Der gelernte Produktionsmechaniker bestritt zudem die nationalen Radquerrennen in Illnau (9. Platz), Steinmaur (7.), Pfaffnau (4.), Madiswil (3.) sowie Dagmersellen (7.). In der laufenden Saison nahm er ausserdem an vier Weltcup-Rennen teil: An den drei Rennen in Belgien schauten ein 22., ein 19. und ein 14. Rang heraus. Dieser 14. Platz im belgischen Namur ist Sägessers bisher bestes Resultat an einem Weltcup-Rennen. «Die Strecke war sehr technisch mit einigen Aufstiegen und Abfahrten», blickt er zurück.

«Ich erwischte einen optimalen Start und konnte mich Runde für Runde rangmässig verbessern.» In der Schlussphase des Rennens habe er die Strapazen zwar immer mehr gespürt, konnte seine Klassierung aber bis ins Ziel halten. «Über den 14. Platz bin ich sehr glücklich», dies sein Fazit. Beim Weltcup-Rennen Ende November im deutschen Zeven reichte es ihm indes nur für den 35. Schlussrang, «eine enttäuschende Klassierung», wie er selber sagt.

EM gut, SM unter den Erwartungen

Seine starke Form hat Sägesser auch an der Europameisterschaft in Frankreich im Oktober unter Beweis gestellt. Er fuhr fast das gesamte Rennen in der Spitzengruppe mit, am Ende landete er als zweitbester Schweizer auf dem 17. Platz. «Damit bin ich mehr als zufrieden», so seine Einschätzung hinterher. Weniger gut liefs ihm am vergangenen Wochenende an der Schweizer Meisterschaft in Dielsdorf. Als einer der Medaillenanwärter gehandelt, musste sich Severin Sägesser am Ende mit dem 7. Platz begnügen.

Sein Rückstand auf den Sieger und frischgebackenen Schweizer Meister Julien Taramarcaz betrug 44 Sekunden. «Ich hatte eigentlich das Gefühl, dass es für mich ein guter Tag werden könnte», vermochte Sägesser seine Enttäuschung nach dem Rennen nicht zu verbergen. Ihm habe diesmal schlicht das nötige Wettkampfglück gefehlt.

Nach einem Blitzstart und dem Vorstoss auf Platz zwei touchierte der Niedergösger in der zweiten Runde mit der Schulter einen Baum. «Das brachte mich aus dem Konzept und ich fiel zurück.» Als wenig später ein Trio attackierte, konnte Sägesser das Tempo nicht mehr mitgehen. Es war die Vorentscheidung: «Leider konnte ich in der vierköpfigen Verfolgergruppe die Lücke zur Spitze nicht mehr schliessen. In der Folge schlichen sich bei mir auch noch einige Fahrfehler ein. Vor allem in der Spitzkehre in der Mitte der Runde büsste ich immer einige Meter ein.»

WM-Start am 29. Januar

Trotz der verpassten Medaille an den nationalen Titelwettkämpfen fiel der Aufsteiger der Saison auch Swiss Cycling auf. Am Mittwochabend erhielt Sägesser die Nachricht, dass er zu den fünf Fahrern gehört, welche die Schweiz an der Weltmeisterschaft Ende Januar vertreten werden. Zur Schweizer Equipe gehören nebst dem Niedergösger der Schweizer Meister Julien Taramarcaz, der Zweite der SM Nicola Rohrbach sowie Marcel Wildhaber und Simon Zahner.

Aktuell weilt Severin Sägesser noch in Locarno. In der Sonnenstube der Schweiz bereitet er sich in einem dreitägigen Trainingslager auf die Schlussphase der Radquer-Saison 2016/17 vor. Deren Abschluss und gleichzeitig Höhepunkt wird die Weltmeisterschaft vom 29. Januar in Bieles (Luxemburg) bilden. Vor der WM stehen allerdings noch zwei Weltcup-Rennen in Sägessers Rennkalender. Morgen Sonntag startet der Niedergösger in Fiuggi, in der Nähe von Rom. Eine Woche später, am 22. Januar, geht in Hoogerheide (Niederlande) das Weltcup-Finale über die Bühne.