Die Einführung der geleiteten Schule stand am Anfang der grossen Umorganisation der Führungsstrukturen in der solothurnischen Volksschule in der letzten Dekade. Heute ist dieser Prozess weitgehend abgeschlossen. Die Beziehungen zwischen Volksschule, Kanton und Gemeinde sind neu geregelt.

Zentral im neuen Gebilde sind die Leistungsvereinbarung zwischen Gemeinde und Departement für Bildung und Kultur (DBK) und der Leistungsauftrag zwischen Gemeinde und Schulleitung. Als einer der letzten Schritte mussten in Lostorf noch die Reglemente auf kommunaler Stufe der neuen Situation angepasst werden.

Zuoberst die Schulordnung

Das bisher gültige «Reglement für das kommunale Schulwesen» entstand vor der Einführung der geleiteten Schule. Es ist inhaltlich in vielen Punkten nicht mehr aktuell, vor allem aber enthält es sowohl strategische als auch operative Elemente, die man heute auseinanderhalten will. Dieses Reglement wird deshalb aufgehoben. Neu wird der strategische Teil nach Vorgabe des kantonalen Volksschulamts (VSA) in der sogenannten Schulordnung geregelt, die operative Ebene dagegen in einem Schulbetriebsreglement.

In kommunaler Hinsicht ist die Schulordnung die oberste Stufe in der Schulorganisation. Sie benennt die zuständigen Organe, regelt die Kompetenzen und enthält die für die strategische Führung der Schule wesentlichen Grundsätze. Die Schulordnung bildet sozusagen die Verfassung der Schule und muss vom Kanton, dem Gemeinderat und der Gemeindeversammlung genehmigt werden.

Schulbetriebsreglement

Das Schulbetriebsreglement regelt die Aufgaben und Kompetenzen der Erziehungsberechtigten, der Lehrerschaft, der Schulleitung, des Unterhaltspersonals, der kommunalen Aufsichtsbehörde und der Schülerinnen und Schüler gegenüber der Schule. Sie ist ein neues Reglement und ersetzt die operativen Inhalte des Reglements für das kommunale Schulwesen.

Funktions- und Kompetenzmatrix

Ein weiteres erforderliches Führungselement ist die Funktions- und Kompetenzmatrix der Schule Lostorf. Sie regelt Zuständigkeiten, Pflichten und Kompetenzen der in den Schulbetrieb involvierten Stellen. Die bisher gültige Funktions- und Kompetenzmatrix basierte auf dem Reglement für das kommunale Schulwesen. Strategische, operative und auch pädagogische Elemente waren darin bunt gemischt. Deshalb hat der Gemeinderat entschieden, auf Basis einer Vorlage des Volksschulamts die Funktions- und Kompetenzmatrix neu zu erstellen. Inhalte der bisherigen Matrix, die detailliert die Beziehungen zwischen Schulleitung und Lehrkörper und die Beziehungen innerhalb des Lehrkörpers regeln, wurde zur schulinternen Funktions- und Kompetenzmatrix umgestaltet.

Erfreuliches aus der Musikschule

Im vergangenen Musik-Schuljahr erfolgten viele musikalische Aktivitäten. Aus dem Jahresbericht besonders zu erwähnen sind die gemeinsame Weiterbildung der Musiklehrkräfte, der Schnuppertag und das Konzert mit fünf Schülerbands. Trotz höheren Elternbeiträgen ist die Anzahl der Musikschüler nicht rückläufig.

Die Arbeitsbedingungen haben sich für die Musikschule zum ersten Mal seit vielen Jahren verbessert. Die Primarschüler ab der 3. Klasse haben am Morgen 30 Minuten länger Unterricht, dadurch haben die meisten Klassen nebst dem Mittwoch noch einen zusätzlichen Nachmittag frei. Die Primarschullehrkräfte gewähren der Musikschule nach wie vor eine Poollektion pro Woche, was die Situation weiter entlastet. Die beliebtesten Instrumente bei den Kindern sind Gitarre, Klavier und Blockflöte.

Im Frühling 2015 hat die Musikschule an vier Konzerten eine Spendenaktion zugunsten der Kinderhilfsorganisation «Terre des Hommes» durchgeführt. Dabei wurde die grosse Summe von rund 3150 Franken gesammelt. Gemäss «Terre des Hommes» ist dies der grösste Betrag, welchen eine Musikschule je gesammelt hat. Unter bester Verdankung an den Musikschulleiter Cyrill Wangart wurde der Jahresbericht genehmigt.

Jahresbericht der Primarschule

Ein aussergewöhnlich grosser Wechsel im Lehrerteam war in diesem Jahr zu verzeichnen. Altbewährte Lehrpersonen liessen sich pensionieren, Lehrpersonen der Speziellen Förderung wechselten an den Kindergarten und längerfristige Stellvertretungen für Mutterschaftsurlaube mussten gefunden werden. Insgesamt stellte die Schulleitung elf neue Lehrpersonen mit unterschiedlichsten Pensen an.

Französisch- und Englischunterricht, aber auch Spezielle Förderung benötigen zusätzlichen Schulraum. Mit der Einführung des Englisch- und der Weiterführung des Französisch-Unterrichts an den 5. und 6. Klassen hat das Raumproblem zugenommen. Die Engpässe konnten mit viel gutem Willen und Entgegenkommen aller Beteiligten einigermassen behoben werden.

Erstmals hat die Gemeinde Lostorf mit dem Kanton Solothurn eine Leistungsvereinbarung im Schulbereich abgeschlossen. Deren Umsetzung wurde im Jahre 2015 kontrolliert. Der Bericht zum Reporting der Schule Lostorf ist sehr gut ausgefallen. Sämtliche Vorgaben konnten erfüllt werden. Die Schule ist auf dem richtigen Weg. In Zusammenarbeit mit der Feuerwehr Lostorf-Stüsslingen-Rohr wurde das Krisenkonzept im Brandfall an der Hauptübung 2015 getestet und für gut befunden.

Weiterhin 4 Kindergartenklassen

Über 40 Kinder wurden für den 5-Jährigen-Kindergarten angemeldet. Die gesamte Schülerzahl im Kindergarten stieg auf 80 Kinder. Diese grosse Zahl machte eine Eröffnung einer 4. Kindergartenklasse notwendig. Auch im kommenden Schuljahr zeichnet sich eine ähnliche Situation ab und die zusätzliche Kindergartenklasse wird weitergeführt.

Unter bester Verdankung an den Schulleiter Hans Schönbucher genehmigte der Gemeinderat den Jahresbericht 2015 der Primarschule.