Niederamt

Das Orchester «SinfonieON» spielt Musik zu Krimitexten

Letzter Schliff: Dirigent Hugo Bollschweiler übt mit dem Musikerinnen und Musiker die Stücke für das Konzert.

Letzter Schliff: Dirigent Hugo Bollschweiler übt mit dem Musikerinnen und Musiker die Stücke für das Konzert.

Das Sinfonie Orchester aus dem Niederamt spielt zum ersten Mal zu der Geschichte des «Schreckmümpfeli». Zur schaurigen Musik spricht ein Sprecher die Geschichte.

«Wir versuchen immer, auch für uns selbst etwas Neues zu wagen», sagt Corinne Belke, Präsidentin des Niederämter Orchesters SinfonieON. Dies mündete in die zwei Krimihaus-Konzerte, die sie am Sonntag, 3. und 10. November, spielen. Im Wechsel zu schauriger Musik von Franz Josef Strauss und bekannten Filmmusikmelodien liest Peter Kner vier Geschichten aus der Radio-SRF-Sendung «Schreckmümpfeli», die wöchentlich nach den 23-Uhr-Nachrichten läuft. Es ist das erste Mal, dass das Niederämter Orchester mit einem Sprecher zusammenarbeitet und gelesene Texte ins Konzertprogramm einbaut. «Ich freue mich auf die Geschichten, ich habe sie mir extra nicht angehört», erzählt Belke.

An diesem Probenachmittag am Samstag ist die Stimmung aber nicht schaurig, sondern fröhlich und konzentriert. Eine Cellistin hat für Geburtstagskind und Dirigent Hugo Bollschweiler einen Kuchen gebacken. «Legt euch ins Zeug für das Geburtstagskind!», spornt er lachend die 43 Laienmusiker sowie die weiteren rund zehn Zuzüger zu Beginn der Probe an.

Bollschweiler kennt die «Schreckmümpfeli»-Geschichten schon aus seiner Kindheit. «Da dachte ich mir, das wäre doch einmal etwas fürs Programm», erzählt der Dirigent. Zusammen mit Sprecher Peter Kner, mit dem er bereits für ähnliche Formate zusammengearbeitet hatte, wählte er die vier Geschichten für die Konzerte aus. Die Geschichten durften nicht zu lange sein und nicht zu viele Charaktere haben, sodass sie von einer Person gut gelesen werden können. «Ausserdem müssen die Geschichten auf einen Höhepunkt zulaufen», führt Bollschweiler aus. Live eine Geschichte zu hören, sei anders als im Radio, wo es intimer sei. «Die Geschichte muss auch vor grösserem Publikum eine Stimmung entfalten können.»

Letztes Jahr hatten nicht alle Leute Platz

Das Konzert in Aarau wird ein Kaffeehaus-Konzert, wie es sich das Publikum schon von früheren Jahren gewohnt ist. Für das Konzert am 3. November im Bally-Haus in Schönenwerd verzichtet das Orchester dieses Jahr auf Kaffee und Kuchen und bietet lediglich einen Barbetrieb an. «Letztes Jahr konnten wir nicht alle Leute hineinlassen, die gekommen sind», erklärt Belke diesen Umstand. Mit der Konzertbestuhlung haben mehr Zuhörer Platz. «Die Kaffeehaus-Konzerte sind niederschwelliger als die Sinfoniekonzerte, die wir im Frühling durchführen», sagt Bollschweiler, der erstgenannte jeweils moderiert. «Beim Kaffeehaus-Konzert scheppert auch mal das Geschirr neben der Musik», fügt Belke an. Entsprechend sind die Kaffeehaus-Konzerte meist besser besucht.

Kinderkonzert mit Krimi-Geschichte

Da das SinfonieON nicht in einer bestimmten Ortschaft zu Hause ist, spielen sie ihre Konzerte in verschiedenen Lokalen zwischen Olten und Aarau. Das Bally-Haus gefällt ihnen besonders: «Es ist ein schöner und geschichtsträchtiger Saal», findet etwa Belke. Zwei Konzerte zu spielen findet Bollschweiler sinnvoll: «Beim zweiten Konzert sind die Spieler entspannter und können es auch selbst geniessen.» Auch Belke, die Oboe spielt, schätzt das zweite Konzert jeweils. «Oft bin ich dann etwas wehmütig, weil ich weiss, dass ich ein Stück zum letzten Mal spiele», erzählt sie.

Bevor sie am Sonntag, 10. November, ihr zweites Konzert in Aarau spielen, treten sie am Samstag, 9. November, in der Mehrzweckhalle Obergösgen mit ihrem Kinderkonzert auf. Auch dies ist eine Premiere für das Orchester: Das Format ist wie bei den Krimihaus-Konzerten, aber statt «Schreckmümpfeli» liest Philipp Müller die Geschichte «Die drei Räuber». Die Kinder dürfen auf Kissen um das Orchester herumsitzen. «Das ist für Kinder spektakulär, mal vor einer so grossen Besetzung zu sitzen und den Klang des Orchesters aufzunehmen», findet Bollschweiler. Wenn das Kinderkonzert gut läuft, können sie sich vorstellen, wieder etwas im ähnlichen Rahmen zu veranstalten. Für das 90-jährige Jubiläum des Orchesters ist im Juni eine Messe mit dem Marienchor Olten und im Herbst ein Best-of-Kaffeehaus-Konzert mit den Lieblingsliedern der Orchestermitglieder geplant.

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