Im Jahre 1916 wurde Professor Karl Moser von der Familie C.F. Bally beauftragt, das Kosthaus im Bally-Park zu planen. 1919 wurde dieses offiziell eingeweiht. Mit der Übernahme des Kosthausareals im Jahre 2012 durch die STPC Hediger & Partner AG erhielt das Kosthaus einen Besitzer, welcher sich der Geschichte und der Bedeutung bewusst ist.

Zusammen mit den Bally-Parkbesitzern – den Gemeinden Schönenwerd, Gretzenbach und Niedergösgen – arbeiten die Architekten und Ingenieure an einer neuen Lösung, mit welcher das Kosthaus-Areal wieder zum Verbindungsstück zwischen Bally-Industrie-Areal und Bally-Park wird.

In den Jahren 2012 bis 2016 wurden im Innenbereich umfangreiche Rückbauarbeiten, Renovationen, Sanierungen und neue Anlagen erstellt, welche unter anderem auch das Grundwasser und das Regenwasser in einer neuen Leitung direkt in die Aare abführen. Der ganze Kellerbereich wurde mit Betonergänzungen und SIKA-Abdichtungen gegen das Grundwasser ausgerüstet.

Die vier Zugangstüren an der Ost- und Westfassade wurden im Jahr 2017 aufwendig saniert und restauriert. Im Oktober 2016 wurde dann das Baugesuch für die Umnutzung des Kosthauses, heute als Ballyhouse bezeichnet, eingereicht. Aktuell sind noch Einsprachen hängig.

Vielseitig und nachhaltig

Am 21. November 2017 wurde dem Gemeinderat der neue Gestaltungsplan vorgestellt. Aufgrund einiger Anregungen seitens Gemeinderat wurde die Anpassung des Gestaltungsplanes verlangt. Es ist die Vision der Bauherrschaft (STPC Eitelbuss & Partners AG) und der Architekten, in Schönenwerd, im Kosthausareal angrenzend an den Bally-Park, einen Raum zu schaffen, welcher die Verbindung zwischen Bally Industrie-Areal und Bally-Park wiederherstellt.

Die raumplanerischen, architektonischen und landschaftsgestalterischen Elemente werden in Einklang gebracht. Das Projekt soll bewusst eine gemischte, vielseitige Nutzung aufweisen und sich durch seine Nachhaltigkeit, insbesondere auch im Bereich Energie und Umwelt sowie durch seine Wirtschaftlichkeit hervorheben.

Die Einmaligkeit der Situation und Lage mit dem Bally-Areal, dem ehemaligen Kosthaus und dem Bally-Park an der Aare bietet aus Sicht des Gemeinderates für die drei Gemeinden und den Kanton eine grosse und einmalige Chance, dieses aussergewöhnliche Projekt zu realisieren.

Wohnvilla mit Lofteinheiten

Mit der bereits begonnenen Sanierung und Renovation des ehemaligen Kosthauses im Jahr 2013 wird sichergestellt, dass rechtzeitig zum 100-jährigen Bestehen des Gebäudes im kommenden Jahr die Gesamtsanierung Ballyhouse mit Ergänzungsbauten fertiggestellt ist und eingeweiht werden kann.

Die Vision wird ergänzt durch den Bau einer Wohnvilla mit drei bis vier Lofteinheiten und Büro-Ateliers im Bereich der Aare. Für die Bauherrschaft, die Gemeinden sowie künftige Mitarbeiter und Bewohner soll ein neuer, attraktiver Raum zum Arbeiten, Wohnen und auch in sozialer und städtebaulicher Hinsicht entstehen.

Der Gemeinderat hat diese Woche an seiner Sitzung Kenntnis von den Anpassungen genommen und den Gestaltungsplan Kosthaus zuhanden des kantonalen Amtes für Raumplanung in die Vorprüfung verabschiedet.