Trimbach
Das Kirchenkonzert war stimmig und abwechslungsreich

Einer wirklich alten Tradition folgend lud die Musikgesellschaft Trimbach am vierten Adventssonntag in die Mauritiuskirche zum Kirchenkonzert ein.

Tijana Nikolic
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Die Musikgesellschaft Trimbach trug am Kirchenkonzert auch eine Version von «Träne» vor.

Die Musikgesellschaft Trimbach trug am Kirchenkonzert auch eine Version von «Träne» vor.

zvg

Die BrassKids Niederamt und die Jugendmusik Lostorf sowie die Musikgesellschaft präsentierten ernste und heitere Stücke zur Weihnachtszeit. Der Chor der Vereinigung apostolischer Christen aus Kölliken sang sich in die Herzen der Anwesenden

Eine grosse Zahl von Zuhörerinnen und Zuhörern nahm an diesem stimmungsvollen Anlass teil.

Auftakt: Jung

Den Auftakt zum Konzert machten die Jungbläserinnen und -bläser der BrassKids Niederamt unter der Leitung von Martin Schulthess und der Jugendmusik Lostorf unter der Leitung von Daniela Niederhauser gemeinsam.

Jungbläserinnen und -bläser der BrassKids Niederamt.

Jungbläserinnen und -bläser der BrassKids Niederamt.

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Eröffnet wurde das stimmungsvolle Konzert mit «Crimond», einem traditionellen schottischen Choral, der gestützt auf Psalm 23 «Der Herr mein Hirte» David Grant zugeschrieben und von Herman Oldenstijl arrangiert wurde.

Durch das Programm führte kurz und prägnant der Schlagzeuger Jan Belke. Unter der Leitung von Martin Schulthess ging es mit «Music from Frozen», arrangiert von Johnnie Vinson, weiter.

Daniela Niederhauser, die bei den zwei ersten Stücken mit dem Euphonium mitspielte, wechselte ans Dirigentenpult und Martin Schulthess verstärkte das Korps mit dem Cornet. Dem wunderschönen und lieblichen «King of the Road» folgte die sehr bekannte Filmmelodie «Pirates of the Caribbean» von Klaus Badelt, arrangiert von Michael Sweeney. Den Jugendlichen gelang ein gekonnter und schöner Einstieg in das Kirchenkonzert.

Die Musikgesellschaft Trimbach machte ihren Auftakt unter Heinz Jäggi aus Aarau mit dem englischen Weihnachtslied «Irby» von H. J. Gauntlett. Ein erster Höhepunkt war das allgemein bekannte – von Florian Ast geschriebene und zusammen mit Francine Jordi gesungene – «Träne».

Arrangiert hat dieses Stück Mario Bürki, ein derzeit angesagter Komponist und Arrangeur. Christina Macpherson hat das 1818 von James Barr geschriebene «Waltzing Matilda» mit der Musik des schottischen Liedes «Thou Bonnie Wood of Craigielea», vertont, das als inoffizielle Landeshymne Australiens gilt. Arrangiert wurde «Waltzing Mathilda» für Brass Band durch Mike Sutherland.

Es folgte «Jerusalem» die offizielle Hymne des britischen Women’s Institute. Sie wurde von Sir Charles Hubert Hastings Parry komponiert und von Ronald Hanmer arrangiert.

Heute gehört die Melodie zum festen Repertoire der Londoner Promenadenkonzerte. Vor Cricket-Länderspielen in England wird «Jerusalem» seit 2003 als Hymne gespielt.

Auch während des Gottesdienstes anlässlich der Hochzeit von Prinz William und Kate Middleton wurde das Lied gesungen. Nun folgte ein musikalischer Leckerbissen: die Solisten in «Pie Jesu», Heinz Hosner und Ursula Schenker-Mühlemann brillierten mit einer stimmungsvollen Darbietung.

Das Requiem «Pie Jesu» wurde von Andrew Lloyd Webber als Totenmesse im Gedächtnis an seinen Vater William Lloyd Webber im Jahr 1984 geschrieben. Im Jahr 1986 gewann das Werk den Grammy Award für die beste klassische zeitgenössische Komposition. Arrangiert wurde «Pie Jesu» von Sandy Smith.

«Wunder der Barmherzigkeit»

Der Chor der Vereinigung apostolischer Christen unter der Leitung von Erich Schenker und Monika Brunner sangen «O Wunder der Barmherzigkeit» basierend auf der Melodie von «Amazing Grace», begleitet von einem Quartett der Musikgesellschaft Trimbach.

Dieser schönen Darbietung folgte das «Singet froh, wir haben Grund zum Danken». Der Text wurde von Klaus Heizmann unter Verwendung der Melodie «Trumpet Tune» geschrieben. Mit Klavierbegleitung folgte das «Machet die Tore weit» aus der Adventskantate.

Den Text dazu schrieben Dagmar und Klaus Heizmann. Von denselben Textern und Arrangeuren folgte das englische Weihnachtslied «Noël», das aus dem 17. Jahrhundert stammt.

Diesen wundervollen und stimmgewaltigen Gesängen folgte das durch die Musikgesellschaft Trimbach gespielte «A German Christmas» von Jan Hadermann. Für ein Weihnachtskonzert im deutschsprachigen Teil Belgiens verfasste der Komponist dieses klangvolle Stück mit den drei sehr bekannten deutschen Weihnachtsliedern «O Tannenbaum», «Alle Jahre wieder» und «Süsser die Glocken nie klingen».

Enrico Tosellis bekanntestes Werk «Serenata», arrangiert von J. Ord Hume, kam in seiner feinen Art schön daher und zeigte die Qualitäten des Trimbacher Musikkorps.

Feelings – weiterer Höhepunkt

Mit «Feelings» folgte ein weiteres musikalisches Highlight, gekonnt vorgetragen wurde dieses Solo von Hans Peter Strub auf seinem Es-Horn. Arrangiert hat Derek Ashmore die von Morris Albert, einem brasilianischen Sänger und Songschreiber, mit bürgerlichem Namen Maurício Alberto Kaisermann, geschriebene Melodie.

Mit dem traditionellen Weihnachtslied «Leise rieselt der Schnee», von Mario Bürki arrangiert, nahte auch das Konzertende. Nach dem Dank des Ansagers René Lüthi an alle Beteiligten und dem gemeinsam gesungenen «Stille Nacht» von Franz Xaver Gruber begab man sich in die kalte und dunkle Nacht in der Gewissheit, wieder einmal von der Trimbacher Musikgesellschaft musikalisch verwöhnt worden zu sein. (mgt)