Schönenwerd

Das Hauswirtschaftsschulhaus hat nun acht neue Schulräume

Während fast siebzig Jahren wurde im Haushaltungsschulhaus von Schönenwerd gekocht, genäht und gestrickt. Eine Sanierung des betagten Gebäudes stand an. Am Montag wurde es eingeweiht. Acht neue Schulräume sind entstanden.

Hochfliegend seien die Pläne für den Ersatz des Hauswirtschaftsschulhauses zuerst gewesen, berichtete Vizegemeindepräsident Chou Han-Lin in seiner Begrüssungsansprache. Ein vierstöckiges Hochhaus im Dorf mit einer Tiefgarage für viele Parkplätze sollte das schlichte, einstöckige Schulgebäude neben der Bezirksschule ersetzen. «Doch als wir die Kosten sahen, verflogen diese Ideen schnell», so Han-Lin lachend.

Man einigte sich auf das Machbare, die Renovation und Modernisierung des bestehenden Traktes. Die Fenster klemmten so, dass sie kaum mehr aufgingen, oder mussten ganz verschraubt werden, weil der Regen ins Zimmer drang.

«Verschupftes Dasein» ist nun beendet

Acht neue Schulräume sind nun entstanden. «Die Küchen konnten wir nach Gretzenbach auslagern, danke Gretzenbach!», freute sich Han-Lin über das gelungene Werk. «Das verschupfte Dasein» sei nun beendet und erst noch günstiger als geplant: Statt der budgetierten 3,9 Millionen Franken konnten die Kosten auf 3,1 Millionen Franken gesenkt werden.

Architekt Rolf Mettauer vom Werk1 in Olten schilderte am Rande der Einweihung, wie er an den Bau von Alfons Barth (1913–2003) herantrat: «Mit dem Solothurner Denkmalpfleger Stefan Blank haben wir die Schutzwürdigkeit des Gebäudes abgeklärt. Es zeigte sich aber, dass es sich hier nicht um einen schützenswerten Bau handelt. Er gehört weder zur bekannten Jurasüdfuss-Architektur, noch ist er ein herausragendes Beispiel von Alfons Barths Bauen.»

Einzelne bestehende Elemente wurden übernommen. «Der Klinkenboden zum Beispiel ist original erhalten. Auch die Garderobenständer haben wir belassen.» Einen Eingriff erlebte der Vorhof: «Das war ein dunkles Loch», so Mettauer. In die Betonwand wurden Fenster gefräst, die nun Licht auf die Fläche unter dem Vordach hereinlassen.

In aufgeräumter Stimmung zeigte sich Regierungsrat Remo Ankli (FDP). «Ein Schulzimmer ist mehr als nur ein bedachter und beheizter Raum», gab er zu bedenken. Bildung koste Geld, allerdings sei für diese Renovation keines aus Solothurn geflossen: «Ich bin nicht nur gerne gekommen, weil der Kanton nichts bezahlte.» Ankli erinnerte an Adele Bieber, die als Haushaltungslehrerin bereits vor hundert Jahren eine gesunde Ernährung propagierte.

Punkt 18.45 Uhr griff Ankli dann zusammen mit Gemeindepräsident Peter Hodel zur Schere. Zusammen durchschnitten sie das rote Band zwischen den offenen Eingangstüren. «Die Schülerinnen und Schüler sollen die Räume mit Energie zum Leben erwecken», rief er den Umstehenden zu.

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