Trimbach

«Das Haus erzählt so viele Geschichten»: Besenbeiz-Besitzerin über ihre Beiz

Mirjam Leemann verköstigt in der «Alten Bleiche» in Trimbach Velofahrer und Sonntagsspaziergänger.

Das Haus liegt versteckt hinter grossen Bäumen in einer Kurve des Miesernwegs. Passionierte Golfer haben das Schmuckstück am Dorfbach vielleicht schon entdeckt. Seit Anfang Juli betreibt Hausbesitzerin Mirjam Leemann nun eine Besenbeiz vor der eigenen Haustüre. Durstige Velofahrer kehren bei ihr für ein frisches Appenzeller-Bier oder einen Holderhof-Eistee ein. Und für die knurrenden Mägen der Sonntagsspaziergänger serviert Leemann Schinken-Käse-Toasts und Pepita.

Noch bevor Speis und Trank aber auf den kleinen runden Tischchen bereitstehen, bewundern viele Gäste den üppigen Garten. 48 Insektenhotels schmücken den Garten. Dazu kommen unzählige Wildpflanzen. Und ein Holzgerüst: «Das ist für die Pferde», sagt Leemann und lacht. Auf die fragenden Blicke der Gäste hin erklärt sie den Grund: «Als ich das Baugesuch eingereicht habe für die Besenbeiz, schrieb ich der Gemeinde, dass ich keine Autoparkplätze anbieten könne. Dafür viele Veloparkplätze. Und dass es sogar Platz hätte, ein Pferd anzubinden.» Den nicht ganz ernst gemeinten Vorschlag setzte Leemann schliesslich um: Seither steht eine sogenannte Anbindestange in ihrem Garten – auch wenn es bisher noch keinen Reiter in ihre Besenbeiz verschlagen hatte.

«Ich habe mich auf den ersten Blick verliebt»

Die Beiz von Leemann befindet sich im Vorgarten der «Alten Bleiche». Das Gebäude wurde 1851 gebaut. Seit 2007 ist das Haus im Besitz von Leemann. Zuvor stand es zwei Jahre lang leer. «Ich habe mich auf den ersten Blick verliebt», sagt Leemann. Besonders der Garten habe sie fasziniert. Mit viel Einsatz renovierte die gebürtige Winterthurerin das Gebäude. «Das Haus erzählt so viele Geschichten», meint Leemann, während sie den Besuch durch die Räume führt.

Vor der «Alten Bleiche» stand 1795 eine Gipsmühle auf dem Grundstück. 1851 baute schliesslich Josef Studer das heutige Wohnhaus von Leemann. Gebleicht wurden hier vor allem Tücher. Dank des Dorfbaches war das Grundstück ideal für diese Arbeit. Nach dem Tod von Studer im Jahr 1884 wurde die «Alte Bleiche» verkauft und zu einem Wohnhaus umgewandelt.

Jedem ihrer Gäste versucht Leemann, ein Stück der Geschichte der «Alten Bleiche» mitzugeben. So ist auch auf der Menükarte mit dem Übersichtsplan auch eine kurze Zusammenfassung abgedruckt. (sil)

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