Vorwurf «sexueller Missbrauch»
Das geschah bis zur Entlassung des Lostorfer Lehrers

Seit Anfang November war bekannt, dass gegen den Lostorfer Lehrer S.E. ein Verfahren läuft. Was geschah bis zu seiner Entlassung? Das Geschehen in chronologischer Abfolge.

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Der Lehrer soll Anfangs 2011 Videos von nackten Kindern beim Turnen gekauft haben. (Symbolbild)

Der Lehrer soll Anfangs 2011 Videos von nackten Kindern beim Turnen gekauft haben. (Symbolbild)

Keystone

3.November 2014: Die Polizei transportiert den privaten Computer von S.E., den er in der Schule hatte, ab.

6.November 2014: Die Polizei befragt S.E. zum Kauf des Videos, das nackte Kinder beim Turnen zeigt. Aufgeflogen war E. im Rahmen der Operation «Spade» gegen Kinderpornografie.

7. November 2014: E. erzählt der Schulleitung, dass gegen ihn wegen Kinderpornografie ermittelt wird.

10.November 2014: Das Department für Bildung und Kultur (DBK) erfährt, dass gegen S.E. ein Verfahren läuft. Sekretär Adriano Vella beantragte noch am selben Tag bei der Staatsanwaltschaft, dass er über das laufende Verfahren informiert wird.

11. November 2014: Die Schulleitung führt ein Gespräch mit dem Lehrer. Es wird vereinbart, dass E. kein Turnen mehr geben sowie alleine auf Ausflüge gehen darf.

25.November 2014: Das DBK bekommt von der Staatsanwaltschaft die offizielle Mitteilung, dass gegen E. eine Strafuntersuchung eingeleitet wurde. In der Mitteilung steht auch, dass E. Anfang 2011 Videos übers Internet gekauft haben soll. Darauf sollen nackte Kinder beim Spielen und Turnen zu sehen sein. «Ausdrücklich wurde in der Mitteilung darauf hingewiesen, dass auf den Videos keine sexuellen Handlungen zu sehen seien», so Adriano Vella. Weitere Beweise seien nicht vorgelegen. Das DBK sieht keinen Grund, den Lehrer per sofort freizustellen, will den Fall aber weiterverfolgen.

2.Dezember 2014: E. informiert die Schulleitung, dass er im Kanton Luzern in U-Haft sitzt und nicht mehr Schule geben kann.

3.Dezember 2014: Das DBK erhält zusätzliche Akteneinsicht und erfährt, dass gegen E. im Kanton Luzern «wegen sexueller Handlung mit Kindern» ermittelt wird. Dass der Luzerner Fall S.E. zugeordnet werden konnte, ist einer DNA-Probe zu verdanken, die ihm die Solothurner Strafverfolger rund einen Monat zuvor abgenommen haben.

4.Dezember 2014: Das DBK informiert den Leiter der Schule Lostorf über den neusten Stand und rät, den Lehrer per sofort freizustellen.

5.Dezember 2014: Die Schulleitung kündigt S.E. per sofort.

8.Dezember 2014: Die Staatskanzlei verschickt eine Medienmitteilung mit dem Titel «Strafverfahren nach Polizeiaktion Spade - Lehrperson fristlos entlassen». Es wird bekannt, dass das Volksschulamt das Verfahren auf Entzug der Berufsausübungsbewilligung eröffnet hat und dass die Tatvorwürfe nach derzeitigem Erkenntnis­stand nicht im direkten Zusammenhang mit der Schule stehen.

Die Eltern werden an einem Elternabend über die laufende Strafuntersuchung und die eingeleiteten Massnahmen der Behörden informiert.

9.Dezember 2014: Diese Zeitung macht publik, dass der Lehrer in Lostorf unterrichtete. (ldu)