Dulliken

Das Franziskushaus schliesst seine Tore

Fand zu wenig Anklang bei den ausländischen Studierenden der Fachhochschule in Olten: Das Franziskushaus in Dulliken. (Archiv)

Fand zu wenig Anklang bei den ausländischen Studierenden der Fachhochschule in Olten: Das Franziskushaus in Dulliken. (Archiv)

Das ehemalige Bildungshaus der Kapuzinerordens sollte als Wohnheim für ausländische Studierende der Oltner Fachhochschule dienen. Doch die Belegung erreichte nie die Rentabilitätsschwelle. Pläne für eine Nutzung als Asylunterkunft scheiterten an Zonenvorschriften. Jetzt wirft Otto Wipfli das Handtuch und schliesst das Haus.

Das Franziskushaus in Dulliken blickt seinem Ende als Studentenwohnheim entgegen. «Farewell», heisst es zurzeit auf der Website des «International Campus Olten Franziskushaus». «Aufgrund der niedrigen Rentabilität wird das Franziskushaus im September 2016 seine Tore schliessen», wird in einer kurzen, auf Englisch verfassten Meldung erklärt. Auch ein Dank an die Studierenden, welche im Franziskushaus gewohnt haben, und einige kurze Infos über das Haus sind auf der Homepage noch zu finden. Die restlichen Informationen wurden jedoch komplett von der Website entfernt. Eigentümer Otto Wipfli war gestern nicht erreichbar.

Die Fachhochschule Nordwestschweiz hat ihren ausländischen Studierenden, für welche im Franziskushaus bis anhin Zimmer zur Verfügung standen, bereits eine neue Unterkunftsmöglichkeit vorgeschlagen. «Herr Wipfli, Besitzer des Franziskushauses, hat uns vor wenigen Tagen nahegelegt, keine Studenten mehr zu schicken. Wir haben sofort reagiert und in Bern eine Möglichkeit gefunden, unseren Studierenden Zimmer anzubieten», erklärt Ruedi Nützi, Direktor der Hochschule für Wirtschaft der FHNW, auf Anfrage. Weiterhin zur Verfügung stehen den Austauschstudierenden die 56 Zimmer im Personalhaus des Kantonsspitals Olten.

Als Studentenwohnheim renoviert

Das Franziskushaus wurde 2012 von der Firma Immocon AG aus Zürich gekauft und renoviert, deren Geschäftsführer und einziger Verwaltungsrat Otto Wipfli ist. Das Konzept sah die Nutzung des gleichzeitig unter Denkmalschutz gestellten Komplexes als Studentenwohnheim vor. Die insgesamt 81 Zimmer wurden für je 400 Franken pro Monat vermietet. Das Franziskushaus, welches früher als Exerzitienhaus der Schweizer Kapuziner genutzt wurde, liegt etwas ausserhalb der Wohnquartiere Dullikens und ist mit dem Bus nur einige Minuten von Olten und somit der Fachhochschule entfernt. Diese Nähe reichte jedoch für die wirtschaftliche Rentabilität nicht aus, denn während der letzten Jahre war das Haus oft unterbelegt.

Asylzentrum zurzeit kein Thema

Wegen der ungenügenden Auslastung durch Studierende hatte Besitzer Otto Wipfli bereits vor zwei Jahren die Möglichkeit einer Verwendung des Franziskushauses als Asylzentrum in Betracht gezogen. Die Sonderbauvorschriften des erst Ende 2012 in Kraft getretenen Gestaltungsplans schlossen allerdings diese Umnutzung aus, obwohl der Kanton damals an einem Asylzentrum Interesse zeigte.

Heute ist die Verwendung des Franziskushauses als Asylunterkunft für das kantonale Amt für Soziale Sicherheit (ASO) kein Thema mehr. «Wir haben momentan keinen Bedarf», erklärt ASO-Chefin Claudia Hänzi auf Anfrage. «Mit dem bestehenden Platzangebot können wir die Situation meistern.» Für die aktuellen Zahlen von Zuweisungen durch den Bund reichten die Kapazitäten in den oberirdischen Durchgangszentren des Kantons auf dem Balmberg, in Selzach, Oberbuchsiten und auf der Fridau (Egerkingen) aus, zudem stünden für den eher kurzfristigen Bedarf flexibel nutzbare Zivilschutzanlagen zur Verfügung. Aus diesen Gründen wolle der Kanton seine Asylunterkünfte eher konsolidieren als weiter ausbauen. Dies könne sich ändern, wenn die Zahlen der vom Bund neu zugewiesenen Asylbewerber wieder steigen sollten, ergänzte Hänzi.

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