Gretzenbach
Das Budget weist einen Aufwandüberschuss aus — es kommt jedoch noch zu keiner Steuererhöhung

Der Souverän verabschiedete ein rotes Budget mit grossem Mehr.

Beat Wyttenbach
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Trotz budgetiertem Minus soll der Steuerfuss in Gretzenbach auf 118 Prozent bleiben. (Symbolbild)

Trotz budgetiertem Minus soll der Steuerfuss in Gretzenbach auf 118 Prozent bleiben. (Symbolbild)

KEYSTONE/CHRISTIAN BEUTLER

Das wichtigste Traktandum am Montagabend in der Turnhalle 57 war der Voranschlag 2021. Dieser warf bei den 42 anwesenden Stimmberechtigten keine hohen Wellen, obschon das Budget bei Einnahmen von 13,303 Mio. Franken und Ausgaben von 13,689 Mio. Franken einen Aufwandüberschuss von 386'369 Franken ausweist. Verantwortlich dafür sind laut Gemeinderat Kurt Spielmann und Fiko-Präsidentin Doris Nelson-Kuhn die immer stärker steigenden Kosten in den Bereichen «Bildung» und «Soziale Wohlfahrt».

Obschon der Steuerfuss per 2020 um drei Prozent erhöht werden musste, schlossen sie auch in Bezug auf den zur Kenntnis genommenen Finanzplan 2022–26 nicht aus, dass «eine weitere Steuerfusserhöhung zum jetzigen Zeitpunkt nicht kategorisch ausgeschlossen werden kann». Nettoinvestitionen sind in der Gesamthöhe von 295'400 Franken geplant (Renaturierung Gretzenbach, neue Autodrehleiter für die Feuerwehr und Ersatz Isuzu im Werkhof). Bei einem Finanzfehlbetrag von 330'000 Franken ergibt sich ein negativer Selbstfinanzierungsgrad von zwölf Prozent.

Das Budget 2021 wurde vom Souverän grossmehrheitlich gutgeheissen, ebenso die Steuerfüsse für natürliche und juristische Personen (je 118 Prozent) sowie die Feuerwehr-Ersatzabgabe (10 Prozent der einfachen Staatssteuer). Die Netto-Verschuldung beträgt neu 915 Franken pro Einwohner. Das revidierte Steuerreglement passierte zudem die Abstimmungshürde mit einer Enthaltung.

Gretzenbach wird renaturiert

Der Souverän sagte ferner mit einer Gegenstimme Ja zu einem Kredit über 180'000 Franken zur Renaturierung des Gretzenbachs im Bereich der Alten Mühle. Die desolaten Mauern müssen ersetzt und der Bach hochwassertauglich gemacht werden. Für die Verbesserung des Fischaufstiegs sind kantonale Subventionen in der Höhe von 117'000 Franken zu erwarten. Darüber hinaus nahmen die Anwesenden das ausgeglichene Budget 2021 der öffentlich-rechtlichen Unternehmung «Wasserversorgung unteres Niederamt» mit Nettoinvestitionen von 260'000 Franken zur Kenntnis; es war zuvor vom Gemeinderat gutgeheissen worden.

Den Anwesenden wurden der neue Finanzverwalter Michael Hüsler (er tritt sein Amt am 1. April 2021 an) und der neue Bauverwalter Roman Leimgruber vorgestellt. Ferner nahmen sie Kenntnis von den Ausführungen von Baukommissionspräsident Hansjörg Merz, wonach das Trinkwasser aus dem neuen Pumpwerk Aarenfeld in Gretzenbach qualitativ gutes, aber weicheres und weniger salzhaltiges Wasser als jenes zuvor aus Aarau enthält, was zu chemischen Reaktionen in einzelnen Leitungen (Rostwasser) geführt habe. Er empfahl, die Leitungen gründlich durchzuspülen.

Ferner äusserte sich Bürgergemeindepräsidentin Ruth Liechti auf eine Anfrage aus der Runde zur Zukunft des Dorfladens, der demnächst schliesst. Die Bürgergemeinde, der das sich in einem schlechten Zustand befindende Gebäude gehört, plane einen Neubau, «aber es ist mit einer zeitlichen Durststrecke zu rechnen». Schliesslich nahm der Souverän zur Kenntnis, dass die öffentliche Mitwirkung bei der Ortsplanungsrevision vom 4. Januar 2021 an zu laufen beginnt; für Montag, 11. Januar 2021, ist dazu eine öffentliche Info-Veranstaltung geplant, welche auch eine Präsentation des Betriebs- und Gestaltungskonzepts Dorfzentrum beinhaltet.

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