Niederamt
Das Bestimmungsbuch ersetzt nicht die Kontrolle

Die zwei Pilzkontrolleure Uschi Kammer und Otto Bitterli weisen auf Regeln hin, die es zwingend einzuhalten gilt. So sollte man beim Pilze sammeln keine Plastiksäcke verwenden.

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D3

Pilzkontrolleur Otto Bitterli aus Niedergösgen ist ab sofort verfügbar. Sein Zuständigkeitsbereich sind die Gemeinden Niedergösgen, Stüsslingen, Erlinsbach, Lostorf und Schönenwerd. Auch seine Amtskollegin, Uschi Kammer, Pilzkontrolleurin aus Trimbach, wird ab August in Dulliken wieder zur Stelle sein. Sie ist seit 1997 zuständig für die Gemeinden Starrkirch, Winznau, Däniken und Dulliken, und betont: «Es können aber auch Leute aus anderen Gemeinden zu mir kommen, Hauptsache sie lassen die Pilze kontrollieren.» Otto Bitterli pflichtet dem bei.

Regeln für Pilzsammler

Was ist nach einer Pilzkontrolle zu tun? Experten geben folgende Anweisungen: Kontrollscheine Aufbewahren und die Pilze am gleichen Tag weiter verarbeiten oder konsumieren. Zur Kontrolle ist das gesamte Sammelgut vorzuweisen. Es sollten nur so viele Pilze geerntet werden, wie für eine Mahlzeit verwendet werden. Von unbekannten Pilzen sollten nur zwei oder drei Exemplare gepflückt werden und nicht mehr als zwei Sorten.

Die Pilze sollten nicht abgeschnitten, sondern lediglich aus der Erde gedreht werden. Das entstandene Erdloch sollte wieder gedeckt werden. Pilze, die an Baumstrünken wachsen, sollten an der Basis geschnitten werden, denn wichtige Bestimmungsmerkmale befinden sich am Fuss und am Stiel des Pilzes. Gesammelte Pilze sollten bereits im Wald von der Erde befreit werden. Das Sammelgut sollte nach Arten getrennt zur Kontrolle vorgelegt werden. Das organisierte Sammeln von Pilzen ist verboten, und gewerbsmässiges Sammeln ist bewilligungspflichtig .

Verdacht auf Pilzvergiftung

Bei Verdacht auf Vergiftung muss sofort ein Arzt oder die Notfallstation eines Spitales aufgesucht werden. Wichtig ist das Sicherstellen und Mitnehmen von Pilz- oder Mahlzeitresten. Falls kein Arzt erreichbar sein sollte, kann das schweizerische toxikologische Informationszentrum während 24 Stunden unter der Nummer 145 erreicht werden.

Achtung: Keinesfalls warme Milch trinken oder gar versuchen, die Vergiftung selbst zu kurieren. Dazu braucht es zwingend medizinisches Fachpersonal.

Es ist jedes Jahr das Selbe, die Saison hat knapp begonnen und es kann bereits gesagt werden, dass sich statistisch gesehen irgendjemand in der Region eine Vergiftung holen wird. Der traurige Grund kann prophezeit werden: Weil er oder sie die Pilze im Vorfeld nicht hat prüfen lassen. Kammer nickt und weiss: «Jedes Jahr gibt es mindestens einen solchen Fall.» Hierbei spricht sie allerdings nicht von drastischen Vergiftungen, sondern von Übelkeit und leichter Magenverstimmung. «Eine leichte Pilzvergiftung mag ja nicht schlimm sein», so Kammer. Umso tragischer, wenn jemand mal das «Pech» hat, und unkontrolliert einen hochgiftigen Pilz verspeist. Denn: «Bis Symptome auftreten, kann es tagelang dauern und dann bereits zu spät sein», so Kammer. Wie etwa beim grünen Knollenblätterpilz. Im Notfall hilft da nur noch eine Lebertransplantation, wenn überhaupt.

Den Pilzkontrolleuren ist es ein Rätsel, dass manche es nicht für nötig halten, schnell ein paar Minuten für die Pilzkontrolle zu opfern: «Sie meinen, alle Pilze zu kennen», wundern sich die Profis. Bitterli vermutet, dass in solchen Fällen oft eine Bestimmung allein aufgrund von Bildern vorgenommen wird, oder gar keine. «Das Bestimmungsbuch muss mit, das ist schon richtig, aber trotzdem sollte der Pilzkontrolleur nicht übergangen werden», rät Bitterli, und es ist eher ein Befehl als ein Rat.

Heute und morgen wird es wahrscheinlich keine Pilzfunde geben, da das Wetter momentan etwas zu trocken ist. Laut Bitterli gab es aber vor drei bis vier Wochen bereits die ersten Eierschwämme und Champignons. Uschi Kammer sichtete einen Riesenbovist sowie grosse Schirmlinge.

Keine Plastiksäcke verwenden

Seit längerer Zeit gilt für das Pilzesammeln im Kanton Solothurn keine Mengenbeschränkung mehr, und auch die Schonzeiten wurden aufgehoben. Hingegen trifft immer noch zu, dass die Pilze am besten in einem Körbchen oder einem Stoffsack gesammelt werden, aber keinesfalls in einem Plastiksack. (my)

Pilzkontrolle

Däniken, Dulliken, Obergösgen, Starrkirch-Wil, Winznau:

Pilzkontrolle Uschi Kammer, im Lokal unterhalb der katholischen Kirche in Dulliken.

Offiziell ab Mittwoch, 8. August, jeweils Di, Fr, Sa, So 18-19.30 Uhr,

Telefon: 062 293 37 18

Erlinsbach, Lostorf, Schönenwerd, Stüsslingen:

Pilzkontrolle Otto Bitterli, Kreuzstrasse 42, Niedergösgen, ab sofort nach telefonischer Absprache: 079 381 48 68

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