Pilzkontrolleur Otto Bitterli aus Niedergösgen ist ab sofort verfügbar. Sein Zuständigkeitsbereich sind die Gemeinden Niedergösgen, Stüsslingen, Erlinsbach, Lostorf und Schönenwerd. Auch seine Amtskollegin, Uschi Kammer, Pilzkontrolleurin aus Trimbach, wird ab August in Dulliken wieder zur Stelle sein. Sie ist seit 1997 zuständig für die Gemeinden Starrkirch, Winznau, Däniken und Dulliken, und betont: «Es können aber auch Leute aus anderen Gemeinden zu mir kommen, Hauptsache sie lassen die Pilze kontrollieren.» Otto Bitterli pflichtet dem bei.

Es ist jedes Jahr das Selbe, die Saison hat knapp begonnen und es kann bereits gesagt werden, dass sich statistisch gesehen irgendjemand in der Region eine Vergiftung holen wird. Der traurige Grund kann prophezeit werden: Weil er oder sie die Pilze im Vorfeld nicht hat prüfen lassen. Kammer nickt und weiss: «Jedes Jahr gibt es mindestens einen solchen Fall.» Hierbei spricht sie allerdings nicht von drastischen Vergiftungen, sondern von Übelkeit und leichter Magenverstimmung. «Eine leichte Pilzvergiftung mag ja nicht schlimm sein», so Kammer. Umso tragischer, wenn jemand mal das «Pech» hat, und unkontrolliert einen hochgiftigen Pilz verspeist. Denn: «Bis Symptome auftreten, kann es tagelang dauern und dann bereits zu spät sein», so Kammer. Wie etwa beim grünen Knollenblätterpilz. Im Notfall hilft da nur noch eine Lebertransplantation, wenn überhaupt.

Den Pilzkontrolleuren ist es ein Rätsel, dass manche es nicht für nötig halten, schnell ein paar Minuten für die Pilzkontrolle zu opfern: «Sie meinen, alle Pilze zu kennen», wundern sich die Profis. Bitterli vermutet, dass in solchen Fällen oft eine Bestimmung allein aufgrund von Bildern vorgenommen wird, oder gar keine. «Das Bestimmungsbuch muss mit, das ist schon richtig, aber trotzdem sollte der Pilzkontrolleur nicht übergangen werden», rät Bitterli, und es ist eher ein Befehl als ein Rat.

Heute und morgen wird es wahrscheinlich keine Pilzfunde geben, da das Wetter momentan etwas zu trocken ist. Laut Bitterli gab es aber vor drei bis vier Wochen bereits die ersten Eierschwämme und Champignons. Uschi Kammer sichtete einen Riesenbovist sowie grosse Schirmlinge.

Keine Plastiksäcke verwenden

Seit längerer Zeit gilt für das Pilzesammeln im Kanton Solothurn keine Mengenbeschränkung mehr, und auch die Schonzeiten wurden aufgehoben. Hingegen trifft immer noch zu, dass die Pilze am besten in einem Körbchen oder einem Stoffsack gesammelt werden, aber keinesfalls in einem Plastiksack. (my)