Jahresrückblick

Das beschäftigte das Niederamt im Jahr 2016

Der Eppenbergtunnel war im Jahr 2016 das wohl grösste Thema im Niederamt. Zu reden gab ausserdem das Trinkwasser in Stüsslingen – während drei Wochen musste dieses vor Gebrauch abgekocht werden. 2017 werden sich die Niederämter ausserdem an viele neue Gesichter gewöhnen müssen, denn nach diesem Jahr «räblet» es in den Gemeindehäusern. Diese und weitere Themen bewegten das Niederamt 2016 – ein Überblick.

Das grosse Zittern am Eppenberg

Wird der Fels halten? Haben Ingenieure, Bauleiter und Maschinenführer ihre Sache im Griff, sodass alle Arbeiter jeden Abend wieder heil aus der Tunnelröhre kommen werden? Können die Bewohner auf dem Eppenberg, in Schönenwerd und Gretzenbach auch nächstes Jahr ruhig schlafen? Wird Karin Imbimbo, die Gemeindeschreiberin von Eppenberg-Wöschnau, sich ihres Amts als Tunnelgotte ungetrübt freuen können?

Es bleibt ein Quantum Ungewissheit und Spannung, wenn am Montag, 9. Januar 2017, die Tunnelbohrmaschine im Eppenbergtunnel den Betrieb aufnimmt. Ende 2017 oder Anfang 2018 soll sie nach gut 2500 Metern den Durchschlag in Gretzenbach erreichen.

Seit dem Bau des Hauenstein-Basistunnels zwischen Trimbach und Tecknau vor über 100 Jahren (1912 bis 1916) gab es im Niederamt keine grossen Tunnelbauten mehr. Die Bautechnik mag in diesem Jahrhundert noch so grosse Fortschritte gemacht haben: Der Respekt für ihre Schutzpatronin Barbara bezeugt das Bewusstsein der Mineure, dass es eine totale Sicherheit bis heute nicht gibt.

Im Jahr 2016 konnten die Niederämter mitverfolgen, wie das Riesenbauwerk vor ihren Augen fast jeden Tag weiter vorankam. In den Bahnhöfen Dulliken und Däniken sind neue Perrons in Betrieb. Die Bahnreisenden bemerken es kaum, wenn die Züge wieder neu verlegte Gleise befahren. Die Tagbautunnel in Gretzenbach und in der Wöschnau werden länger und länger.

Zwei der drei Notausstiege sind im Bau. Die ersten Tübbinge (Beton-Schalenelemente) liegen auf dem Installationsplatz in Schönenwerd bereit. Die Planung für den Abtransport von 1 Million Tonnen Ausbruchmaterial steht.

So viel steht fest: 2017 wird das grosse Tunnelbaujahr im Niederamt.

Sauberes Wasser – Chlor sei Dank

Für die rund 1080 Einwohnerinnen und Einwohner von Stüsslingen ist der Spätherbst 2016 mit einer unangenehmen Erfahrung verbunden: Während drei Wochen, vom 25. November bis am 15. Dezember, mussten sie ihr Trinkwasser – soweit es für den menschlichen Konsum, die Mundhygiene oder die Lebensmittelzubereitung bestimmt war – vor Gebrauch gründlich abkochen. Grund war eine Verschmutzung der kommunalen Wasserversorgung durch Fäkalbakterien. Eine unbekannte Anzahl Einwohnerinnen und Einwohner waren im November an Durchfall erkrankt, bevor die Verschmutzung im Rahmen der periodischen Kontrolle von Wasserproben erkannt wurde und die Behörden die Abkochvorschrift erlassen konnten. Da der Ursprung der Verschmutzung trotz umfangreicher Suche bis heute nicht herausgefunden wurde, entschlossen sich die Behörden am 8. Dezember zur Notchlorierung des Trinkwassers, die rasch zum Ziel führte. Die Chlorierung wird nun schrittweise zurückgefahren, die Proben werden fortgesetzt. 

Es «räblet» in den Gemeindehäusern

Nach den Wahlen von 2017 werden sich die Niederämter an viele neue Gesichter an den Spitzen ihrer Gemeinden gewöhnen müssen. Nicht weniger als acht der 18 Gemeindepräsidenten zwischen Olten und Aarau hören auf Ende dieser Amtszeit auf. Es sind dies: Nach vier Amtsperioden Gery Meier (FDP, Däniken); nach je drei Amtsperioden Markus von Arx (FDP, Erlinsbach SO), Matthias Geiger (Starkes Wisen) und Daniel Thommen (SP, Starrkirch-Wil); nach je zwei Amtsperioden Christoph Kunz (SP, Obergösgen), Jürg Ryffel (parteilos, Hauenstein-Ifenthal) und Karl Tanner (SP, Trimbach); nach einer Amtsperiode Marco Wyss (parteilos, Stüsslingen). Die meisten geben ihr Alter oder die Amtsdauer als Grund für den Rücktritt an, der erst 38-jährige Stüsslinger Marco Wyss nennt die zeitliche Belastung durch das Amt neben Beruf und Familie. Wacklig erscheinen vor allem die drei SP-Präsidentenstühle: In Starrkirch-Wil und Obergösgen stehen mit Christian Bachofner und Peter Frei zwei Freisinnige in den Startlöchern, in Trimbach ist noch alles offen. 

Autor

Christian von Arx

Christian von Arx

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