Geschäftsniederlassungen

Däniken kann gar nicht alle Anfragen von Betrieben für Bauland annehmen

Auf dem Industriebauland der Gemeinde Däniken lassen sich immer wieder Geschäfte nieder.

Auf dem Industriebauland der Gemeinde Däniken lassen sich immer wieder Geschäfte nieder.

Die wirtschaftsfreundliche Ansiedelungspolitik wird im Niederamt nicht überall gerne gesehen, sei aber verständlich. Gery Meier, Gemeindepräsident von Däniken über die Standort- und Wirtschaftsförderung der Gemeinde.

Ein weiterer Erfolg für den Gewerbestandort Däniken: Bis Ende Jahr wird mit der Schreinerei Coray ein neuer Betrieb im Aarefeld eröffnet. Und zwar einer, der seine Wurzeln in Niedergösgen hat. Immer wieder hört man von neuen Geschäftsniederlassungen, welche auf dem Industriebauland in Däniken ihre Betriebe errichten.

Dahinter steht Kalkül, wie Gery Meier, Gemeindepräsident von Däniken, bestätigt. «Wir wissen, dass das Kernkraftwerk Gösgen nicht mehr ewig als sehr guter Steuerzahler da sein wird.» Deshalb sei eine eigene Standort- und Wirtschaftsförderung auf den Plan getreten, um neue Gewerbe- und Industriebetriebe in Etappen anzusiedeln. «Wir müssen jetzt, wo es uns finanziell gut geht, Industriebetriebe ansiedeln. Später dann zu jammern und zu lamentieren, man habe nichts getan um neue Steuern von juristischen Personen zu akquirieren, bringe dann nichts mehr.

Ein wichtiger Faktor ist dabei das vorhandene Industriebauland in Däniken. Natürlich hätten auch die tiefen Steuern einen Anreiz, aber dies sei bis heute nie entscheidend gewesen, sagt Meier. Dadurch, dass Däniken proaktiv vorgehe im Umgang mit dem Verkauf des Landes, sei die Gemeinde in der Lage selber zu entscheiden, welche Betriebe sich ansiedeln. «Wir wollen keine weiteren Logistik- und Lagerhallen», sagt Gery Meier.

Ein wichtiges Kriterium sei dann auch, dass in Däniken selbst produziert wird. «Wenn wir in der Vergangenheit alle Interessenten angenommen hätten, wäre das Bauland bereits weg. Jedes Jahr haben wir Anfragen, welche 20 000 bis 30 000 Quadratmeter Land möchten.»

Land soll gut genutzt werden

Den Einwand, dass durch die offensive Neuansiedlungspolitik wertvolles Land verloren geht, lässt Meier nicht gelten. «Wir haben kein Landwirtschafts- in Industriebauland umgezont.» Klar sei es für die Bauern, welche das Land pachten, nicht immer optimal, wenn ein Teil wegfällt.

Doch das sei den Landwirten bewusst, die Pachtverträge laufen jeweils nur über ein Jahr. Zudem sei man daran interessiert, dass die Betriebe möglichst verdichtet bauen. Dass dabei trotzdem Kulturland wegfällt, sei jedoch klar. Die Nachfrage nach Bauland ist wie bereits erwähnt hoch.

Momentan seien rund 200 Firmen mit 2000 Arbeitsplätzen in Däniken angesiedelt. Arbeitsplätze und Lehrstellen im Dorf zu haben, seien ein Hauptanreiz, erklärt Meier. FDP-Gemeindepräsident Meier beschreibt Däniken als sehr wirtschaftsfreundlich.

Ein gewichtiger Standortvorteil dürfte aber doch der Steuerfuss sein. Keine andere Gemeinde im Niederamt hat auch nur annähernd einen solch tiefen Steuerfuss für juristische Personen wie Däniken. Gerade einmal 50 Prozent beträgt er. Zum Vergleich die umliegenden Gemeinden: Gretzenbach 113 Prozent, Niedergösgen 123 Prozent, Dulliken 89 Prozent und Obergösgen mit 130 Prozent.

Das Thema wird auch an den Gemeindepräsidentenkonferenzen im Niederamt seit längerem diskutiert, wie Kurt Henzmann, Präsident der Konferenz auf Anfrage bestätigt. «Gross interveniert wird aber nicht. Jeder schaut logischerweise für seine Gemeinde, und wahrscheinlich würden alle so handeln, wenn sie in der Lage von Däniken wären.» Es sei auch zu erwarten, dass sich die Situation durchaus auch drehen könnte und der Steuervorteil von Däniken in den nächsten Jahren dahinfällt.

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