Die grossen Linienbusse der Busbetriebs Olten Gösgen Gäu AG (BOGG) lassen auf dem Anzeigedisplay ein «Danke» und ein Smiley erscheinen, wenn andere Verkehrsteilnehmer ihnen den Vortritt lassen. Das verschafft ihnen Sympathien.

So ein Smiley leuchtet auch über dem vergangenen Geschäftsjahr des Unternehmens. Verwaltungsratspräsident Peter Schafer konnte an der Generalversammlung durchweg positive Ergebnisse präsentieren. Im Jahr 2018 chauffierten die BOGG über 6,857 Millionen

Sogar ein Gewinn von 900'000 Franken

Passagieren ans gewünschte Ziel – erneut 135'000 oder 2 Prozent mehr als im Vorjahr.
Das wirkte sich auch auf die Finanzen aus. Dank Mehreinnahmen aus dem Verkehrs- und dem Nebenertrag sowie stabilem Personalaufwand resultierte sogar ein Gewinn von 900'000 Franken. Dies bei abnehmenden Abgeltungen der öffentlichen Hand aus dem Leistungsauftrag.

Die BOGG erreichten einen Selbstfinanzierungsgrad von 57 Prozent (2017: 53,5 Prozent), den höchsten innerhalb der vergangenen zehn Jahre. «Im Namen des Verwaltungsrats danke ich dem Personal für den hervorragenden Einsatz und der Geschäftsleitung für die tatkräftige Führung der Unternehmung», würdigte Schafer die Tag für Tag geleistete Arbeit im Dienste des öffentlichen Verkehrs.

Es gibt noch Verbesserungspotenzial

In seiner Rede ging Schafer kurz auf die Klimadiskussion ein und wies darauf hin, dass in der Schweiz ein Drittel des Energieverbrauchs auf das Konto der Mobilität gehe. Dabei sei der motorisierte Individualverkehr für 75 Prozent der CO2-Emissionen verantwortlich, die Lastwagen für 12 Prozent und die Busse des öffentlichen Verkehrs für 3 Prozent. Dabei seien Kapazitäten zum Umsteigen durchaus vorhanden. Gleichzeitig arbeiteten die BOGG ständig an ihrer Energie-Effizienz, so prüfe das Unternehmen etwa den Einsatz von elektrischen Akkubussen.

BOGG-Direktor Toni von Arx verdeutlichte einige Zahlen aus dem Geschäftsbericht. Das Plus des Verkehrsertrags sei der Zunahme bei den Abonnements zu verdanken. Mit dem neuen Buskonzept, das auch weitere Linien in der Tangente enthält, erwartet er eine weitere Zunahme der Fahrgäste. Im laufenden Jahr werde wohl die 7-Millionen-Grenze geknackt. «Steigerung der Nebenerträge, Betriebskosten im Griff und das Glück des Tüchtigen», fasste von Arx das vergangene Jahr zusammen. Er mahnte aber, solche Resultate nicht jedes Jahr zu erwarten.

Filme sollen für angenehme Fahrt sorgen

Neben dem Unternehmenserfolg stehen die zu erbringende Dienstleitungen im Vordergrund. Für die Kunden seien neben Fahrplanangebot und Komfort die Pünktlichkeit am wichtigsten. Um diese zu verbessern, benötigten die Busbetriebe die Unterstützung der politischen Behörden von Kanton und Gemeinden. Mehr Busspuren, vermehrte Bevorzugung der Busse bei Verkehrsampeln und selbst unpopuläre Massnahmen zur Verminderung des Verkehrsaufkommens seien dringend ins Auge zu fassen, damit die Passagiere zeitgerecht ans Ziel gebracht werden könnten, betonte BOGG-Direktor von Arx.

Gleichzeitig könnten die Passagiere durch ihr Verhalten selber dazu beitragen, dass die Fahrt für alle angenehm verläuft. Deshalb flimmern über die Bildschirme in den Bussen drei kurze Filmclips. Unter dem Titel «kein BOGG uf Stress» setzen die Spots störende Pöbeleien einem «normalen» Benehmen gegenüber und werben so für gegenseitigen Respekt und Rücksichtnahme. Erarbeitet und filmisch gestaltet wurden die Szenen von der Abschlussklasse E3a der Kreisschule Mittelgösgen. Die Jugendliche wurden unterstützt durch die Deutschlehrerin Sabine Lang, kameratechnisch durch den Fotografen Patrick Lüthy und als Chauffeur war BOGG-Fahrdienstleiter Marco Bachmann im Einsatz.

Die Grüsse des gastgebenden Orts überbrachte der Obergösger Gemeinderat Peter Kyburz. Mit dem Slogan «Obergösgen macht Platz» warb er für sein Dorf als gut erschlossenen Wohnort an der renaturierten Aare.