Der Sturm Burglind forderte die Feuerwehren des Bezirks Olten-Gösgen gleich zu Beginn des Jahrs 2018 heraus. Im Januar fegte er über die Schweiz. Besonders stark betroffen war das Niederamt. Dort wurden am Mittag des 3. Januars Windgeschwindigkeiten von über 131 Stundenkilometern gemessen.

Kurz darauf gingen die ersten Schadensmeldungen bei den Feuerwehren ein: Hier fielen Ziegel vom Hausdach, dort waren Bäume umgestürzt und nur wenig weiter drang Wasser in den Keller.

«Es war ein ausserordentliches Jahr»

Die neusten Zahlen im Jahresbericht des Bezirksfeuerwehrverbands Olten-Gösgen zeigen: 2018 absolvierten die verschiedenen Feuerwehren zehn Prozent mehr Einsätze als im Vorjahr. Waren es 2017 noch 569, mussten die Korps im vergangenen Jahr 691-mal ausrücken. «Es war ein ausserordentliches Jahr», sagt Franziska Hochstrasser, Präsidentin des Bezirksfeuerwehrverbands Olten-Gösgen, auf Anfrage.

Einen grossen Teil dazu beigetragen hat das Wetter: «Gerade der Sturm Burglind zeigt sich deutlich in der Statistik.» Hochstrasser war damals als Kommandantin für die Feuerwehr Däniken unterwegs. «Wir trafen uns am Mittag im Feuerwehrmagazin. Danach erreichten uns alle 15 Minuten neue Meldungen», erzählt sie. Mal habe die Polizei zu einem Einsatz mit umgestürzten Bäumen, die die Strasse blockierten, gerufen. Mal seien die Anwohner gleich selbst vorbeigekommen und hätten von den Schäden an ihren Häusern berichtet.

Sturm erforderte fast 2000 Arbeitsstunden

Hochstrasser: «Das waren sehr anspruchsvolle Einsätze. Wir mussten überlegen, wie wir das Material und die Feuerwehrleute einteilen wollen, um alle Fälle bewältigen zu können.» An diesem Sturm-Abend sei sie gegen 22 Uhr nach Hause gekommen. Und am Tag darauf habe die Feuerwehr beim Aufräumen der Sturmschäden mitgeholfen.

Der Sturm Anfang 2018 erforderte von den Feuerwehren im Bezirk fast 2000 Arbeitsstunden. 76-mal rückten die Mannschaften insgesamt wegen sogenannter Elementarereignisse — bedingt durch Sturm, Hagel, Regen oder Hangrutschungen — aus. Zum Vergleich: 2017 wurden 45 Einsätze aufgrund solcher Ereignisse verzeichnet.

Zum Brand auf der Holzbrücke rückten mehrere Feuerwehren aus

Neben den wetterbedingten Einsätzen ereigneten sich auch drei Brände, die sich auf die Statistik auswirkten: Im März und dann erneut im August 2018 brannte die Holzbrücke in Olten. Nach dem ersten Brand wurde eine Notbrücke installiert.

Beide Male standen mehrere Feuerwehren aus dem Bezirk Olten-Gösgen im Einsatz. Es ist laut Jahresbericht der Einsatz der Rettungsmannschaften mit der höchsten Anzahl an Einsatzstunden.

Feuerwehr half nach Unfall bei der Bergung

Weiter mussten die Feuerwehren viermal zu Unfallrettungen auf Strassen ausrücken: Ein Unfall, der dabei in Erinnerung bleiben wird, ereignete sich zwischen Gretzenbach und Kölliken AG. Ende September verlor ein 31-Jähriger die Herrschaft über sein Fahrzeug und kam nach der Kollision mit mehreren Bäumen im Wald zum Stillstand.

Der Lenker und ein Beifahrer verstarben noch auf der Unfallstelle. Zwei Mitfahrer wurden schwer verletzt. Die Feuerwehren des Bezirks waren damals an der Bergung des Fahrzeugs und der Personen beteiligt.

Hilfe bei Herz-Notfällen leisten

Auf die Statistik fürs Jahr 2018 wirkte sich auch eine Neuerung beim Aufbieten der sogenannten Herznotfallgruppen aus: Die Feuerwehren wurden im vergangenen Jahr 151-mal zu Herznotfällen gerufen. Im Vorjahr wurden in diesem Bereich 115 Einsätze gezählt. Hochstrasser erklärt: «Die Alarmzentrale entscheidet jeweils, ob die Feuerwehr aufgeboten wird oder nicht. Bisher wurden wir nur bei bestätigten Herz-Notfällen alarmiert. Seit 2018 bietet man uns nun auch bei Verdachte auf.»

Diese Einsätze dauerten jeweils meist nur bis zu einer Stunde. Zu den Aufgaben der Feuerwehrangehörigen gehören laut Hochstrasser, den Patienten zu beurteilen, Herz-Druck-Massage sowie den Defibrillator anzuwenden.

«Es gibt für alles eine Erklärung»

Zuletzt mussten die Korps bei 195 Einsätze aufgrund ausgelöste Brandmeldeanlagen ausschwärmen. 2017 waren es 8 Einsätze weniger. «Gerade in Däniken haben wir viele Industriebetriebe, die mehrere solche Melder haben. Durch Wärme können diese einen Alarm auslösen», so Hochstrasser. Dabei handle es sich dann aber nicht um einen Fehlalarm.

Die Kommandantin kann sich vorstellen, dass gerade während des heissen Sommers mehrere Alarme durch natürlichen Temperaturanstieg verursacht worden seien. Es gebe für alles eine Erklärung, so Hochstrasser. «Und 2018 war es ganz sicher zu einem grossen Teil das Wetter.»