Lampenfieber? Das kann bei Darbietenden, die noch nicht bühnenerprobt sind, durchaus vorkommen. Die über vierzig Jugendlichen, die am Schülerbandfestival in Lostorf ihr Können zeigten, liessen sich davon aber nicht viel anmerken. Zwar sass nicht jeder Einsatz auf Anhieb perfekt, doch dank dem erstaunlichen Selbstbewusstsein und überzeugendem Spiel der jungen Musiker gelang es ihnen, das Publikum in der Dreirosenhalle in Lostorf mitzureissen.

Die acht Formationen spielen mindestens seit Anfang Schuljahr zusammen. Andere Bands proben aber schon seit vielen Jahren und können auch andere Auftritte verzeichnen, beispielsweise die Lostorfer Band «The Pride». Diese spielen auch am Robi-Fest in Olten. Cyrill Wangart, Leiter der Musikschule Lostorf, stellt fest, dass sich diese Art zu musizieren zunehmender Beliebtheit erfreut. «Es kommen immer wieder Jugendliche zu mir, die eine Band gründen wollen.» Er sehe seine Arbeit hauptsächlich darin, die Jugendlichen bei ihrem Anliegen zu unterstützen, beispielsweise mit dem Arrangieren der Stücke und regelmässigen Proben.


Energie auf die Musik lenken


Ab der fünften Klasse, also mit etwa elf Jahren, verfügten die Jugendlichen über das Können, um in einer Band mitzuspielen. Wangart, der vor mehr als zwölf Jahren in Winznau erstmals eine Schülerband leitete, mit der er auch eine CD produzierte, gefällt die Arbeit sehr gut. Ganz einfach ist das aber nicht immer: «Die Jugendlichen haben viel Energie. Diese auf die Musik zu lenken, braucht etwas Geduld.» Manchmal komme auch etwas vor der Aufführung dazwischen. Beispielsweise fiel der Schlagzeuger der Lostorfer Band «Uncharted» eine Woche zuvor wegen einem Beinbruch aus. Schnell musste ein Ersatzspieler gefunden werden, der in nur einer Woche und drei Proben die vier Stücke erarbeiten konnte. Das Endergebnis überzeugte. «Manchmal kann es auch sein, dass sich die Jugendlichen auf dem Pausenplatz zerstreiten und nicht auftreten wollen. Darauf habe ich keinen Einfluss», so Wangart.

Meistens klappt jedoch alles. In den Schülerbands finden neben Schlagzeug, E-Gitarre und Gesang auch Instrumente wie Saxophon, Geige, Akkordeon und Xylophon ihren Platz. Die Stücke sucht Wangart aus, manchmal kommen die Jugendlichen mit Eigenideen. «Ich arrangiere die Stücke dann für die Instrumente und leite die Proben.» Beliebt sind Bands wie Linkin Park und Green Day. Auch «The Final Countdown» von Europe fand auf die Bühne.
Die Initiative für diesen regionalen Anlass kam von Cyrill Wangart. «Für die eher kleinen Musikschulen sind acht Bands doch erstaunlich. Da hat sich ein Anlass angeboten.» Er will das Festival etablieren und jährlich durchführen können. «Alle sprechen immer davon, regional zusammenzuarbeiten – das Schülerbandfestival ist ein gutes Beispiel dafür.»