Winznau
Budget weist einen knappen Ertragsüberschuss auf – und das nur dank strenger Ausgabendisziplin und Kontrolle

Gut vorbereitet durch die Planungskommission und die Finanzverwaltung hat der Gemeinderat Winznau am 7. November das Budget 2018, die Investitionsrechnung 2018 und den Finanzplan 2019 bis 2024 zuhanden der Gemeindeversammlung verabschiedet.

Daniel Gubler
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Beim neuen Schulhaus ist von einem grösseren Sanierungsbedarf auszugehen.

Beim neuen Schulhaus ist von einem grösseren Sanierungsbedarf auszugehen.

Zur Verfügung gestellt

Die Erstellung eines Gemeindebudgets bedingt jeweils viel Vorbereitungszeit, genaue Abklärungen und die vorgängige Festlegung der Finanzziele. Oberstes Ziel ist und bleibt die finanzielle Stabilität. Was bedeutet finanzielle Stabilität im Grundsatz? Wir sprechen von finanzieller Stabilität, wenn wir mit den Erträgen die Ausgaben mittel- und langfristig begleichen können. Die Einnahmen decken damit einerseits die Ausgaben der Erfolgsrechnung und andererseits auch die Rückzahlung der Kredite für Investitionen. Die aufgenommenen Kredite müssen dabei mindestens innerhalb der Nutzungsdauer der jeweiligen Investition zurückbezahlt werden können. Ansonsten drohen übermässige Verschuldung, Verlust des Eigenkapitals und damit der Verlust der Selbstbestimmung. Die Konsequenzen wären klar: Der Ausgleich müsste durch Mehreinnahmen gesucht werden. Die Anpassung des Steuersatzes würde damit ein Thema.

Budgetdisziplin und Kontrolle

Finanzverwaltung, Planungskommission und Gemeinderat sind in der Pflicht, die finanzielle Sicherheit durch entsprechend greifende Massnahmen sicherzustellen. Das vorliegende Budget erfüllt diesen Anspruch. Allerdings nur knapp und nur durch Verzicht. In Zusammenarbeit mit den Fachkommissionen, der Schule und der Verwaltung präsentiert sich als Schlussresultat ein Budget, welches einen Ertragsüberschuss von 5 428 Franken ausweist. Das knapp positive Resultat zeigt, dass gute Budgetdisziplin und eine genaue Kostenkontrolle 2018 gefragt bleiben.

Das vom Gemeinderat zuhanden der Gemeindeversammlung vom 11. Dezember 2017 verabschiedete Budget sieht Einnahmen in der Höhe von knapp 7,23 Mio. Franken vor. Die Ausgaben liegen nur rund 5 400 Franken tiefer. Die Ausgaben verteilen sich auf folgende Bereiche: Bildung 46 Prozent (2,7 Mio.), Soziale Sicherheit 25 Prozent (1,45 Mio.). Damit sind bereits 71 Prozent der Ausgaben vorbestimmt. Die restlichen Ausgaben teilen sich Allgemeine Verwaltung mit 11 Prozent (0,64 Mio.), Verkehr mit 10 Prozent (0,56 Mio.), Öffentliche Ordnung, Sicherheit und Verteidigung mit 2 Prozent (0,11 Mio.), Umweltschutz und Raumordnung mit 2 Prozent (0,1 Mio.) und als Letztes der Bereich Kultur, Sport und Freizeit mit 1 Prozent (0,06 Mio.).

Die Spezialfinanzierungen dürfen dank einem Ertragsüberschuss von 14'162 Franken bei der Abwasserbeseitigung und einem kleinen Defizit von 5'425 Franken bei der Abfallbeseitigung als weiterhin stabil finanziert bezeichnet werden.

Kein Aufschub möglich

Die grössten Herausforderungen sind im Bereich der Investitionen zu meistern. Auch 2018 stehen wiederum hohe notwendige Investitionen an. Ein Verschieben der in der Investitionsrechnung 2018 enthaltenen Positionen löst keine Probleme, sondern schafft sogar zusätzliche Ausfall- und Folgekostenrisiken. Die Ausgaben sind notwendig und können nicht mittel- oder gar langfristig hinausgeschoben werden.

Die Nettoinvestitionen betragen 2018 1'953'004 Franken. Wiederum nach 2017 eine eindrückliche Zahl. Darin enthalten sind zwei bereits von der Gemeindeversammlung bewilligte Kredite zugunsten der Totalsanierung Brunnackerstrasse mit Werkleitungsersatz von 1,13 Mio. Franken. Weitere Ausgaben betreffen 119'000 Franken gebundene Ausgaben zugunsten der Kantonsstrasse bzw. Schutzbauten gegen Steinschlag und 111'000 Franken für die Strassenbeleuchtung.

Landreserve für die Zukunft

Nennenswert sind auch die Investitionen im Bereich der Schulinfrastruktur. Einerseits gilt es die Betriebssicherheit der Gebäude sicherzustellen und andererseits ist auch aktiv die Frage zu beantworten, wie ein möglicher weiterer Raumbedarf der Schule gesichert werden kann. Für die Betriebs- und Gebäudesicherheit werden rund 320'000 Franken eingesetzt. 30'000 Franken für die Konzepterstellung Renovation neues Schulhaus und 290'000 Franken in die «Sanierung altes Schulhaus 2. Etappe». Während das alte Schulhaus mit Abschluss der zweiten Etappe für einige Zeit keine weiteren Massnahmen mehr benötigt, ist beim neuen Schulhaus von einem grösseren Sanierungsbedarf auszugehen. Das vorgesehene Konzept wird 2018 dazu Klarheit geben. Mit dem Kauf von Landfläche östlich des roten Sportplatzes soll die Landreserve für eine künftige Erweiterung sichergestellt werden. Dabei ist bei Bedarf vorgesehen, den Parkplatz nach Osten zu verlegen, damit nicht Schulräume beidseitig der Lostorferstrasse entstehen. Der Kauf der Landfläche für 280'000 Franken ist eine langfristige Investition. Der Zeitpunkt ist bedingt durch Verkaufsabsichten der Eigentümer.

Das Budget 2018 sowie die Botschaften und Unterlagen zu den anderen Gemeindeversammlungstraktanden können auf der Gemeindeverwaltung bezogen oder auf der Homepage der Einwohnergemeinde Winznau heruntergeladen werden.

Lernende ab Sommer 2018

Der Gemeinderat hat die Wahl der neuen Lernenden, Frau Célina Buchmann, wohnhaft in Lostorf, Jahrgang 2001, als Kauffrau im E-Profil auf der Gemeindeverwaltung Winznau, zur Kenntnis genommen. Gemäss Dienst- und Gehaltsordnung erfolgt die Wahl der Verwaltungslernenden jeweils durch den Gemeindepräsidenten und die Gemeindeschreiberin. Célina Buchmann wird ihre Lehrstelle auf Sommer 2018 antreten. Gemeinderat und Verwaltungspersonal freuen sich, Frau Buchmann per 1. August 2018 als neues Mitglied im Gemeindeverwaltungs-Team willkommen heissen zu können. (mgt)

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