Obergösgen

«Blut- und Leberwürste sind besonders beliebt»: Zum 20. Mal findet die Metzgete statt

Die Metzgete in Obergösgen findet zum 20. Mal statt. (Archivbild)

Der Männerturnverein Obergösgen organisiert am Freitag und Samstag die Metzgete. Dieser Anlass findet bereits seit zwei Jahrzehnten statt. Der Verein hat eine lange Tradition.

Der Männerturnverein Obergösgen spielt Faustball oder Pétanque, wandert viel und organisiert Anlässe: im Frühling das Faustball-Inter-Turnier und im Herbst die Metzgete. Diese jährt sich am Freitag und Samstag zum 20. Mal.

Dieser Anlass wurde an einer Generalversammlung des Männerturnvereins beschlossen. «Vor 20 Jahren führten wir noch Lottomatches durch, diese waren auch gut besucht», sagt Stephan Kyburz, Präsident des Organisationskomitees der Metzgete, auf Anfrage. Mit der Metzgete wollte der Männerturnverein etwas Neues ausprobieren.

Neu ist auch der Standort des diesjährigen Anlasses. «Zum ersten Mal findet die Metzgete in der Mehrzweckhalle statt», sagt Kyburz. Davor wurde die Metzgete im Schützenhaus abgehalten. Dieses konnte allerdings aus Platzmangel nicht mehr benutzt werden. «Die Besucherzahlen variieren, meistens sind es um die 350 Personen», so Kyburz. Die Zahlenwerte sind über die letzten zehn Jahre konstant geblieben. Die Besucher kommen vom Dorf und auch von weiter her: «Unsere Metzgete ist in der Region sehr beliebt», sagt Kyburz.
Um so viele Gäste ausreichend zu verpflegen, werden pro Anlass rund 550 Würste und mindestens 60 Koteletts zubereitet, die von der Metzgerei Ruf aus Lostorf geliefert werden. «Besonders beliebt bei den Besuchern sind die Blut- und Leberwürste», sagt Kyburz. Auch Bratwürste geniessen ein hohes Ansehen. Für Vegetarier gibt es Gerichte wie Rösti mit Apfelschnitze und zum Dessert Kuchen mit einem Spezial-Kaffee des Männerturnvereins.

Metzgete als gelebte Ess-Kultur

Der «Verein zur Förderung des Ansehens der Blut- und Leberwürste» beobachtet die Szene seit langem. Der Verein ist fast in der ganzen Schweiz unterwegs. «Der Tafelmajor macht Metzgeten ausfindig und gibt uns Geheimtipps», sagt Peter Bolliger, Präsident des Vereins, auf Anfrage. Der Verein wurde 1968 gegründet. Damals wurden Blut- und Leberwürste noch verpönt. «Beim Tier wurden zunehmend nur noch spezifische Teile wie Filet oder Nierstück verwendet», sagt Bolliger. Die Metzgete geriet in Verruf. Der Verein hat Menschen allen Alters von 25 bis 80, knapp die Hälfte davon machen Frauen aus. Die meisten kommen aus Luzern, Bern, Zug, Zürich oder Aargau.

«Uns ist nicht wichtig, eine Metzgete zu testen», meint Bolliger. Sinn und Zweck des Vereins sei es, die einzelnen Metzgeten als jede so zu geniessen wie sie serviert wird. Mit der Verleihung des Vereinspreises werden die Organisatoren der Metzgeten sowie die Metzger ins Rampenlicht gestellt. «Es geht vor allem auch darum, den Leuten zu zeigen, dass solche Produkte auch hochqualitativ erzeugt werden können», sagt Bolliger. Die Herkunft des Fleisches ist sehr wichtig.

«Den Verein wird es insgesamt 99 Jahre lang geben», erklärt Bolliger. Für die Mitglieder sei es eine Art Spassverein, der nicht für die Ewigkeit sei. Das Ende soll 2067 stattfinden. Dabei wird das ganze Vereinsvermögen buchstäblich «verfressen». «Wir nehmen uns nicht sehr ernst», sagt Bolliger . Dem Verein sei es in erster Linie wichtig, Geselligkeit zu schaffen und interessante Menschen zu treffen.

Verwandtes Thema:

Meistgesehen

Artboard 1