Die imposante, an manchen Stellen bis zu 20 Meter hohe Felswand zieht sich von der Rankwog bis ins Dorf. So schön ihr Anblick, so kritisch ihr Zustand: An vielen Stellen ist der Kalkfels instabil, einzelne Felspartien lösen sich.

So geschehen vor zwei Jahren, als bei einem Blocksturz Gesteinsmaterial bis auf die unterhalb der Felswand gelegene Oltnerstrasse gelangte. Personen kamen bei diesem Ereignis keine zu Schaden, die Infrastruktur wurde nur geringfügig beschädigt.

Trotzdem schaltete sich das kantonale Amt für Verkehr und Tiefbau ein und beauftragte ein Geologiebüro mit der Überprüfung der Felswand. Das Ergebnis: Um die Anforderungen der kantonalen Schutzziele zu erfüllen und die Sicherheit von Anwohnern und Strassenbenutzern zu verbessern, müssen Felssicherungsmassnahmen vorgenommen werden.

Vielfältige Massnahmen geplant

Nun liegt das Projekt vor, bei dem sich der Kanton und die Gemeinde Winznau die Bauherrschaft teilen. Die Bauausschreibung für die erste der beiden Bauphasen ist bereits erfolgt.

Vorgesehen sind gemäss Projektbeschrieb verschiedene Massnahmentypen, die in zwei Bauphasen umgesetzt werden. Phase 1 soll im November beginnen und drei bis vier Wochen dauern, Phase 2 wird 2019 in Angriff genommen. In Phase 1 werden ausschliesslich Massnahmen am Fels selbst durchgeführt:

  • Einzelne Felspartien werden mit einem Netz abgedeckt. Es soll abbrechendes Gesteinsmaterial zurückhalten.
  • Mit Drahtseilen werden grössere Gesteinsblöcke zusammengehalten.
  • Sich ablösende Felsplatten sollen mit Felsnägeln im darunterliegenden, intakten Fels verankert werden, um eine vollständige Ablösung zu verhindern.
  • Instabile Partien werden abgetragen, wobei für den Abtransport des Abbruchmaterials unter anderem ein Helikopter zum Einsatz kommen wird. Stellenweise wird der Fels von Hand gereinigt und von wuchernden Efeuranken befreit.

In Phase 2 kommen zusätzlich bauliche Massnahmen zur Umsetzung:

  • Der bestehende Steinschlagschutzzaun entlang der Strasse wird ersetzt. Die Gesamtlänge des neuen Zauns wird 580 Meter betragen. Für die Erneuerung wird das Trassee ausgeholzt.
  • Im Wald wird ein rund 60 Meter langer und 5,5 Meter breiter Steinschlagschutzdamm aufgeschüttet, um herabrollendes Gesteinsmaterial aufzufangen.

Schliesslich werden Massnahmen am Schutzwald getätigt. So sollen die Bäume, die bei einem letzten Eingriff für die Beschattung stehen gelassen wurden und nun teilweise erkrankt sind, gefällt und quer zum Hang auf die Böschung gelegt werden. Abwärtsrollende Steine sollen damit nach Möglichkeit gestoppt werden. Zudem werden die Bäume auf den Felskanten entfernt, damit diese bei Starkwind und Schneelast nicht umstürzen und einen Steinschlag auslösen.

Winznau zu 20 Prozent beteiligt

Die Leitung des Projekts liegt beim kantonalen Amt für Verkehr und Tiefbau, da von der Steinschlaggefahr mit der Oltner- und Trimbacherstrasse zwei Kantonsstrassen betroffen sind. Weil das Projekt darüber hinaus zur Sicherung von Siedlungsgebiet beiträgt, ist zudem die Einwohnergemeinde Winznau beteiligt. Bund und Kanton übernehmen einen Grossteil der Kosten.

Auf Winznau entfallen unter dem Strich 20 Prozent der Gesamtkosten. Der Anteil der Gemeinde für die erste Bauphase beträgt gemäss Bauausschreibung 137'000 Franken.
Das Grundstück, auf dem sich die Felswand befindet, ist im Besitz der Bürgergemeinde Winznau. Sie hat keine Einwände gegen die geplanten Felssicherungsmassnahmen erhoben.