Erlinsbach

Blaue Zettel für die Aargauer, rote für die Solothurner – Versammlungs-Premiere klappt bestens

Die stimmberechtigten Aargauer (blaue Zettel) und Solothurner (rote Zettel) Erlinsbacher werden gezählt.

Die stimmberechtigten Aargauer (blaue Zettel) und Solothurner (rote Zettel) Erlinsbacher werden gezählt.

Zum ersten Mal fand in Erlinsbach eine gemeinsame Kirchgemeindeversammlung statt. Diese bewies: Eine gemeinsame Durchführung im Erzbachtal bereitet keine Probleme.

Dass die beiden Gemeinden Erlinsbach SO und Erlinsbach AG viel Wert auf Zusammenarbeit legen, ist offensichtlich. Sogar eine Schule hat das Erzbachtal gemeinsam. Eine gemeinsame Kirchgemeindeversammlung zweier Gemeinden unterschiedlicher Kantone ist jedoch eine absolute Neuheit. Diese hat am Montag zum ersten Mal in der reformierten Kirche in Erlinsbach AG stattgefunden.

Organisatorisch ist eine Kirchgemeindeversammlung über die Kantonsgrenze hinaus eine grosse Herausforderung. Die Frage, wie über die Budgets der jeweiligen Kirchgemeinden überhaupt abgestimmt werden soll, stellt sich beim Lesen der Einladung daher sofort. Doch die Mitglieder der Kirchgemeinderäte der beiden Gemeinden Erlinsbach AG und SO haben die Hürden der Organisation mit Bravour gemeistert.

Reibungslose Organisation

Schon beim Betreten der Kirche ist klar signalisiert, wer sich wo eintragen muss. Linker Hand steht ein Tisch für die Aargauer Erlinsbacher, auf der rechten Seite einer für die Solothurner. Vor beiden Tischen bilden sich lange Schlangen – es sind unerwartet viele Kirchenmitglieder anwesend. «Ich weiss nicht, wie es im Aargau ist, aber bei uns gab es nie so viele Menschen an einer Budgetgemeindeversammlung», äussert sich eine Besucherin. Auch ein anwesender Aargauer erzählt seiner Begleitung, dass er vom grossen Ansturm überrascht sei. Chaos entsteht trotz der vielen Menschen jedoch keines.

Nach dem Eintragen von Name und Adresse erhalten die Anwesenden jeweils einen Zettel: Blaue Zettel für die Aargauer Stimmberechtigten, rote für die Solothurner Stimmberechtigten und einen gelben Zettel erhalten die Gäste. Dies soll später die Arbeit der Stimmenzählenden erleichtern. Dass dies gut klappt, zeigt sich beim Zählen der anwesenden Stimmberechtigten aus den beiden Kantonen: Die 29 Solothurner sowie 46 Aargauer können problemlos durch das Hochheben der jeweiligen Zettel gezählt werden.

Zusammenarbeit bietet Mehrwert

Während der Versammlung wird deutlich, dass eine gemeinsame Durchführung im Erzbachtal keine Probleme bereitet. Im Gegenteil: Es zeigt sich sogar ein Mehrwert. Bei Diskussionen zum Aargauer Budget und der Finanzierung des Jugendchors äussern sich auch Solothurner Kirchenmitglieder und können wertvolle Inputs bieten.

Alle Budgets und Wahlen konnten, meist einstimmig, angenommen werden. Auch, dass man weiterhin gemeinsam zusammenarbeiten wolle, wurde von den Kirchgemeindepräsidenten Käthy Schüttel (SO) und Viktor Blattner (AG) betont. Der Zusammenarbeitsvertrag für das Erzbachtal werde zurzeit noch ausgearbeitet und die Mitglieder werden an der nächsten Versammlung über Details des Vertrags informiert. Im Anschluss an die Versammlung offerierten die Kirchgemeinden allen Anwesenden noch einen Abschiedsapéro.

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