Das Kernkraftwerk Gösgen wird mit Wasser aus der Aare gekühlt. Für die Kühlwassersysteme werden dem Fluss durchschnittlich 2,2 Kubikmeter Wasser pro Sekunde entnommen. Nach der Kühlung werden im gleichen Zeitraum rund 1,5 Liter wieder an den Oberwasserkanal abgegeben (s. Kontext unten). Die Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG – mit der Alpiq Holding als Hauptaktionärin – hat dafür unter anderem zwei Konzessionen und eine Bewilligung vom Kanton Solothurn. Denn spätestens seit der Einführung des neuen Eidgenössischen Gewässerschutzgesetzes (GSchG) von 1991 sind alle Wasserentnahmen aus Oberflächengewässern bewilligungspflichtig.

Die Konzessionen geben der Kernkraftwerkbetreiberin das Recht, Wasser aus der Aare respektive aus dem Oberkanal zu entnehmen und teilweise in den Oberkanal zurückzuführen. Ausserdem erlaubt sie die Rückführung von Geschwemmsel und den Betrieb einer Grundwasserfassung für Notfälle. Am 28. September 2018, also in etwas mehr als einem Jahr, laufen die Konzessionen aus.

Gesuch bis zur Abschaltung

Die Kernkraftwerk Gösgen-Däniken AG hat bereits ein Gesuch für eine Neuvergabe der Konzessionen gestellt. Die neuen Konzessionen sollen kein fixes Ablaufdatum mehr haben wie bisher, sondern die Wasserentnahme bis zur endgültigen Stilllegung erlauben. Wann diese erfolgen wird, steht noch in den Sternen.

Die Energiestrategie 2050 des Bundes sieht zwar den Ausstieg aus der Atomenergie vor. Kernkraftwerke werden am Ende ihrer Laufzeit nicht ersetzt. Sie dürfen aber so lange weiterbetrieben werden, wie es die Sicherheit zulässt. Somit wäre auch die Konzession für die Wasserentnahme unbefristet. Ein ähnliches Gesuch hat der Energiekonzern Axpo für die Aargauer Kraftwerke Beznau I und II gestellt, deren Wasser-Konzession 2020 ausläuft.

Das Gesuch für eine unbefristete Konzession zur Wasserentnahme und -rückführung für das Kernkraftwerk Gösgen geht an die beiden Standortgemeinden Däniken und Niedergösgen. Die Gesuchunterlagen liegen vom 16. August bis 14. September im Gemeindehaus Däniken auf.