Kantonsspital Olten

Beschwerden wegen Parkgebühren – Solothurner Spitäler wollen aber keine Ausnahmen

Der Erlinsbacher möchte, dass Dialyse-Patienten gratis parkieren können

Josef Pfister auf dem Spital-Parkplatz

Der Erlinsbacher möchte, dass Dialyse-Patienten gratis parkieren können

Josef Pfister aus Erlinsbach wehrt sich gegen Parkgebühren beim Kantonsspital Olten. Das Spital verweist auf die grosszügigen Rabatte.

Drei Mal pro Woche muss Josef Pfister (66) aus Erlinsbach SO zur Dialyse ins Kantonsspital Olten. Er kommt jeweils mit dem Auto, das er ins spitaleigene Parkhaus stellt. 120 Franken kostet ihn die Gebühr der Jahresparkkarte, die alle vier Monate erneuert werden muss. Der ehemalige Gemeinderat stört sich daran, dass diese Karte das ganze Jahr über gilt, ob er sie brauche oder nicht. «Wenn ich in die Ferien fahre, kann ich die Karte nicht hinterlegen.» Pfister sieht darin ein Abkassieren für eine Benutzung, die gar nicht in Anspruch genommen wurde. In mehrstufigen Eingaben wandte er sich erst an die Spitaldirektion, dann an den CEO der Solothurner Spitäler und schliesslich an deren Verwaltungsratspräsidentin.

Mit seinem Anliegen stiess er aber auf taube Ohren: «Man hat mir das Parkreglement zugeschickt und erklärt, dass das System eine Hinterlegung mit anschliessender Verlängerung der Parkdauer nicht zulasse.» Pfister hat das Parkreglement studiert und findet es stossend, dass Dialysepatienten darin nicht von einer Parkgebühr befreit sind. «Wenn ich während meiner Ferien auf dem Hasliberg zur Dialyse ins Spital Interlaken muss, bekomme ich dort einen Gratis-Parkschein für die gesamte Dauer meines Aufenthaltes. Das müsste doch auch hier in Olten möglich sein.» Auch stellt er sich ein Modell wie beim GA der SBB vor, das man hinterlegen kann, wenn man es nicht braucht. «Das jetzige System ist nicht kundenfreundlich», stellt Pfister fest, der betont, dass er nicht nur für sich selber aktiv geworden sei: «Ich wehre mich vor allem für alle Dialysepatientinnen und -patienten, die keine Kraft haben.»
Wie Pfister weiss, beanspruchen 14 Personen eine Dialyse. «Eine Dialyse kostet rund 500 Franken und muss 14 Mal pro Person im Monat gemacht werden. Wenn man dies aufrechnet, kommt man auf Jahreseinnahmen von rund 3 Millionen Franken. Ich glaube, wenn man diese Zahlen sieht, könnte man gut auf die Parkgebühren verzichten. Denn nicht alle Patienten kommen mit dem Auto.»

Solothurner Spitäler wollen keine Sonderregelungen

Für die Solothurner Spitäler (soH) sind Beschwerden um Parkplatzgebühren nichts Neues: «Diskussionen betreffend Parkplatzreglement werden immer wieder mal geführt», erklärt Mediensprecher Gian Trionfini auf Anfrage. Er verweist darauf, dass Josef Pfister bereits von einem erheblichen Rabatt profitieren könne: «Dialysepatienten haben – wie andere Patienten mit regelmässiger ambulanter Behandlung – bereits einen um 90 Prozent günstigeren Tarif gegenüber den ordentlichen Parkgebühren.» Gratis parkieren kann auf den Oltner Spitalparkplätzen selbst das Personal nicht. «Die Mitarbeitenden der Solothurner Spitäler ­bezahlen monatlich 40 bis 150 Franken für die Nutzung der Parkplätze», so Trionfini.

Eine Hinterlegung von Parkkarten, wie von Josef Pfister gewünscht, kommt für die Solothurner Spitäler nicht in Frage: «Wir möchten die Nutzung der Parkplätze möglichst einheitlich gestalten und haben daher ein Parkplatzreglement erstellt.» Dieses wurde von der Geschäftsleitung verabschiedet und gilt für die gesamten Solothurner Spitäler. Es sieht keine Ausnahmen vor. Wie viele Patienten die Parkplätze beanspruchen, ist unklar: «Wir erfassen keine Daten mit Informa­tionen darüber, wie unsere Patienten das Spital erreichen».

Im Kantonsspital Olten fühlt sich Josef Pfister ansonsten sehr gut behandelt: «Der medizinischen Versorgung in der Dialyseabteilung spreche ich ein Riesenlob aus!»

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